Erlebnispfad & Insektenwiese: Trampelpfad e.V. aus Gohlitz bietet Naturerlebnisse für Kinder!
Der Nauener Verein Trampelpfad e.V. kümmert sich in Gohlitz um ein 1,3 Hektar großes Naturgelände, das die Besucher auf eine große Wiese, in einen Robinienwald und in einen alten Eichenforst entführt. Vor allem Kinder verbringen gern Zeit vor Ort, um mitten in der Brandenburger Natur Kräuter zu suchen, beim Waldyoga mitzumachen, Wichtel zu basteln oder Hummeln zu beobachten.
Uta Götze, ihre Tochter Sarah Götze und Sabrina Hezam haben sich zu dritt zusammengetan, um den Verein Trampelpfad e.V. zu gründen. Der gemeinsame Gedanke war es, etwas für den Natur- und Umweltschutz zu tun und zugleich Kindern die Möglichkeit zu bieten, an der frischen Luft und in einem besonderen Biotop Naturerfahrungen zu sammeln.
Das Grundstück hat Uta Götze zur Verfügung gestellt. Es liegt am Gohlitzer Wald, ist an die 1,3 Hektar groß und bietet gleich drei völlig verschiedene Biotope an. Da gibt es eine große Wiese mit einer Schutzhütte, hölzernen Bänken und einer betonierten Aktionsfläche, einen dichten Robinienwald und einen ehrwürdigen Eichenforst mit vielen alten und zum Teil auch schon abgestorbenen Bäumen.
Sarah Götze: „2019 wurde unser Robinienwald von einer Firma gerodet, 2020 haben wir den ersten Trampelpfad durch die einjährigen Robinien geschnitten und im Februar 2022 den Verein gegründet.“
Mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt Nauen, dank weiterer Förderungen, mit Spenden privater Unterstützer und letztlich auch aufgrund vieler Stunden ehrenamtlicher Arbeit konnten vor Ort bereits viele Aktionen realisiert werden.
So gab es etwa eine Kräuterwanderung, es wurden Herbstkränze gebunden, ganze Familien haben beim Waldyoga mitgemacht und die Kinder forschten am Hummeltag, was Waldbienen denn wohl im Winter machen. Insbesondere für den Nachwuchs wurden Aktionen wie etwa Schnitzen, Erste Hilfe für Kinder oder T-Shirts bemalen mit Pflanzenfarben umgesetzt. Es ging auch schon mit Laternen durch den dunklen Wald. Das größte Spektakel vor Ort war ein großes Hexenfest mit über hundert Besuchern.
Auch im Schulterschluss mit anderen Partnern entstehen Projekte. So wurden bereits zwei Jägertage mit dem Landesjagdverband Brandenburg organisiert. Und mit dem NABU wurde eine Insektenzählung durchgeführt.
Sarah Götze: „Wir engagieren uns mit unserem Verein in der ökologischen Bildung. Wir richten uns vor allem an Kinder und Familien. Das sind unsere Zukunftsträger. Uns ist es wichtig, die Natur für sie erlebbar zu machen und gleichzeitig Wissen zu vermitteln. Das wollen wir über ein Mitmachen realisieren und nicht über einen Vortrag. Wir bieten eine Mischung aus Anleitung und freiem Entdecken. Zu uns kommen bereits Schulklassen aus der Nauener Graf-Arco-Grundschule oder Kitakinder aus Wachow und Groß Behnitz. Wir stehen aber auch allen anderen Schulen und Kitas offen, wenn sie uns besuchen möchten. Es gab auch schon Kindergeburtstage auf unserem Gelände.“
Wichtig ist: Aktionen, Kurse und Aktivitäten, die allen Besuchern offenstehen, werden auf der Homepage beworben, sodass man sich im Vorfeld schlau machen kann, wann wieder etwas Tolles stattfindet.
Sarah Götze: „Besonders beliebt sind Naturrallyes im Stationsbetrieb, Bauaktionen und andere praktische Naturerfahrungen. Das Feedback zeigt, wie wichtig außerschulische Lernorte für Kinder geworden sind. Da sämtliche Angebote ehrenamtlich organisiert werden, können wir jedoch nur eine begrenzte Anzahl solcher Projekttage pro Jahr anbieten. Die Nachfrage ist groß. Sie zeigt, wie wichtig außerschulische Lernorte für Kinder geworden sind.“
Auch wenn gerade keine Kinder oder Familien vor Ort sind, haben die Verantwortlichen trotzdem jede Menge zu tun. Auf der großen Wiese muss regelmäßig eine Mahd mit einem Balkenmäher durchgeführt werden. Sarah Götze: „Wir haben eine Totholzhecke als Windschutz angelegt, einen Balancier-Parcours gebaut, viele Obstbäume auf unserer Wiese gepflanzt und im Wald mit Haselnuss, Felsenbirne und Ahorn für mehr Biodiversität gesorgt. Regelmäßig stellen wir sicher, dass die Robinie nicht alles überwuchert und dass unsere kleinen Bäumchen ausreichend Wasser bekommen.“
Bei einem Besuch merkt man, was die Naturfreundinnen vor Ort bereits alles gestemmt haben. Es gibt einen Hügel mit Wildblumen. Eine lehrreiche „Müllecke“ zeigt anschaulich, wie lange es braucht, bis eine Bananenschale, ein Taschentuch, eine Plastiktüte oder ein Stück Styropor in der freien Natur zerfallen. Uta Götze: „Wir hatten auch schon einen Barfußpfad für die Kinder angelegt. Den mussten wir allerdings aufgeben, weil er viel zu schnell wieder zugewachsen ist.“
In den Wald führen der Zwergenweg und der Erlebnispfad hinein. Auf dem Rundweg trifft man auf viele Infotafeln, bei denen Kinder etwas über den Igel, das Wildschwein, das Eichhörnchen oder den Dachs erfahren und lernen können. Sarah Götze: „Zurzeit arbeiten wir an einem Infolehrpfad zum Thema heimische Insekten. Hier erhalten wir eine Förderung über die ‚Aktion Brandenburg‘. Sie finanzieren uns auch das Projekt Ökomobil. Dabei bauen wir ein Wohnmobil zu einem mobilen Naturbildungsraum um.“
Es gibt also vieles zu entdecken auf dem naturbelassenen Abenteuerspielplatz vom Trampelpfad e.V.. Sarah Götze: „Es macht so viel Spaß, den Kindern zuzuschauen. Sie erkunden das Gelände, finden eine Eierschale von einem Vogel, entdecken ein leeres Schneckenhaus, zeigen uns eine Feder oder stöbern einer Eidechse nach, die im Laub raschelt. Die Kinder spielen mit Ästen und Stöckern, sie kennen plötzlich gar keine Langeweile mehr. Viele Mütter sagen: Ich staune, wie entspannt mein Kind ist.“ (ϑ Text/Fotos: CS)
Trampelpfad e.V., Wiese am Gohlitzer Wald, 14641 Nauen OT Wachow (Gohlitz), Tel.: 0157-74139072 (WhatsApp), www.trampelpfad.org
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 247 (10/2026).
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