8 neue Hallen für Falkensee II: Nach Herlitz-Abriss entstehen neue moderne Gewerbehallen!
Wo jahrzehntelang das riesige Herlitz-Gebäude das Falkenseer Gewerbegebiet prägte, wächst in erstaunlichem Tempo ein völlig neuer Logistikkomplex heran. Fast 80.000 Quadratmeter Hallenfläche entstehen auf dem Gelände an der Straße der Einheit – aufgeteilt in acht eigenständige Einheiten. Bis Ende Oktober soll die gigantische Halle komplett geschlossen sein, anschließend beginnt der Innenausbau. Im kommenden Frühjahr will Generalunternehmer Fabrikon das schlüsselfertige Gebäude an den amerikanischen Projektentwickler Hillwood übergeben.
Wer zurzeit über die Straße der Einheit durch das Falkenseer Gewerbegebiet Süd fährt, kann von Woche zu Woche beobachten, wie sich das Bild verändert. Wo noch vor vergleichsweise kurzer Zeit das alte, mehrgeschossige Herlitz-Logistikzentrum stand, erstreckt sich inzwischen eine neue flache Halle über eine Fläche, deren Dimensionen sich vom Boden aus kaum erfassen lassen.
Die Stadtverordneten von Falkensee hatten am 4. September bei ihrer alljährlichen Radtour von einem großen Bauprojekt zum anderen das erste Mal die Gelegenheit dazu, einen interessierten Blick in die neu errichteten Hallen zu werfen.
78.864 Quadratmeter reine Hallenfläche weist der amerikanische Investor Hillwood für das neue Projekt mit dem Namen „Falkensee II“ aus. Hinzu kommen 2.644 Quadratmeter Büroflächen und mehr als 7.000 Quadratmeter sogenannte Mezzaninflächen. Insgesamt stehen damit nach Fertigstellung 88.601 Quadratmeter vermietbare Fläche zur Verfügung. Das Gebäude ist in acht voneinander unabhängige Einheiten aufgeteilt. Die einzelnen Hallen sind zwischen gut 8.100 und knapp 10.500 Quadratmeter groß.
Projektleiter Till Schmidt führt für den Generalunternehmer Fabrikon (www.fabrikon.com) ein überraschend junges Bauleiterteam. Ein Bauleiter kümmert sich um Gebäudehülle und Fassade, ein anderer um Tiefbau und Außenanlagen, hinzu kommen Verantwortliche für den Innenausbau und die technische Gebäudeausrüstung. Unterstützt wird das Team von Statikern, Architekten und Fachplanern.
Fabrikon hat sich auf genau solche Projekte spezialisiert. Das Kasseler Unternehmen plant und errichtet schlüsselfertige Logistik- und Industriegebäude und realisiert nach eigenen Angaben Projekte mit Größen zwischen 10.000 und 250.000 Quadratmetern. Mehr als zehn Millionen Quadratmeter Bauerfahrung nennt das Unternehmen als Referenz. Auch in Berlin-Marienfelde baut Fabrikon gerade. In Falkensee war Fabrikon auch schon tätig: Direkt nebenan entstand für Hillwood bereits ein erster Logistikkomplex mit knapp 50.000 Quadratmetern Hallenfläche, „Falkensee I“ genannt.
Das aktuelle Vorhaben heißt intern deshalb „Falkensee II“. Auf rund 140.000 Quadratmetern Grundstücksfläche entsteht nun die deutlich größere zweite Anlage.
Mit dem Bau der neuen XXL-Halle wurde erst Ende Mai begonnen. Seitdem ging es Schlag auf Schlag. Rund 600 Betonfertigteile wurden nach Angaben der Bauleitung innerhalb weniger Monate aufgestellt. Stützen, Wände und Brandschutzabschnitte lassen bereits deutlich erkennen, welche Dimension das fertige Gebäude einmal haben wird.
„Bis Ende Oktober wollen wir das Gebäude dicht haben“, erzählte Bauleiter Mert Ceylan den Stadtverordneten. Das bedeutet: Dach und Fassade sollen dann vollständig geschlossen sein. Die südliche Hälfte ist bereits weitgehend fertiggestellt. Auf der Nordseite werden die letzten Fassadenelemente montiert, gleichzeitig schreitet die Dachmontage voran.
Ist die Halle erst einmal geschlossen, spielt das Winterwetter auf der Baustelle nur noch eine Nebenrolle. Dann beginnt die große Stunde der Innenausbauer: Trockenbauer, Elektriker, Fliesenleger, Maler und zahlreiche weitere Gewerke übernehmen die einzelnen Bereiche.
Jede der acht Halleneinheiten erhält eigene Büro- und Sozialräume. Etwa 300 bis 350 Quadratmeter Bürofläche sind je Einheit vorgesehen. Hinzu kommen Lagermezzanine – zusätzliche Flächen oberhalb eines Teils der Halle, die etwa für Lagerung oder weitere betriebliche Funktionen genutzt werden können.
Die Büros im ersten Stock werden bewusst flexibel aufgebaut. Trockenbauwände ermöglichen spätere Veränderungen, falls ein künftiger Mieter mehr oder weniger Räume benötigt. Große Fensterflächen sorgen für Tageslicht, abgehängte Rasterdecken ermöglichen einen unkomplizierten Zugang zu Leitungen und Technik. Geheizt wird mit Wärmepumpen.
In den eigentlichen Hallen geht es dagegen um eine robuste Industriearchitektur. Die Böden bestehen aus rund 19 Zentimeter starkem Stahlfaserbeton und sind laut Hillwood auf eine Belastung von fünf Tonnen je Quadratmeter ausgelegt. Unterhalb des Bodens befindet sich eine spezielle Schutzfolie, die verhindern soll, dass etwa auslaufende Betriebsstoffe ins Erdreich gelangen.
Auch der Brandschutz ist auf die enorme Größe abgestimmt. Die acht Einheiten bilden voneinander getrennte Brandabschnitte. Massive Brandschutzwände sollen verhindern, dass ein Feuer auf den gesamten Komplex übergreifen kann: 90 Minuten lang müssen sie einem Feuer standhalten können. Über den Hallen verlaufen zudem kilometerlange Leitungen der automatischen Sprinkleranlage. Ein eigener großer Löschwasservorrat in einem Tank vor der Tür versorgt das System im Ernstfall.
Von außen wird später vor allem die Logistik sichtbar sein. Vorgesehen sind 80 reguläre Überladebrücken, acht Jumbo-Überladebrücken und acht ebenerdige Tore. Dazu kommen nach den aktuellen Hillwood-Planungen 173 Stellplätze für Pkw und 16 für Lkw. Die Hallenhöhe beträgt etwa zwölf Meter.
Während im Gebäude weiter montiert wird, entstehen außen deshalb parallel bereits Straßen, Ladehöfe und Parkflächen. Noch vor dem Winter soll ein wesentlicher Teil der Außenanlagen fertiggestellt sein.
Eine wichtige Rolle spielt auch der Schallschutz. An der Nordseite des Grundstücks steht inzwischen eine rund 500 Meter lange und fünf Meter hohe Schallschutzwand, die das Gewerbeareal gegenüber der angrenzenden Umgebung abschirmt.
Was hingegen noch nicht feststeht – zumindest nicht öffentlich –, ist die Antwort auf die spannendste Frage: Wer zieht eigentlich in die acht Hallen ein?
„Wir wissen nicht, was hier reinkommt. Wir bauen einfach nur“, bringt es Leon Degenhardt auf den Punkt. Fabrikon errichtet das Objekt im Auftrag von Hillwood und übergibt es schlüsselfertig. Die Vermarktung übernimmt anschließend der Eigentümer selbst. Auch Hillwood führt „Falkensee II“ derzeit öffentlich noch mit dem Hinweis, dass Flächen verfügbar sind.
Dabei muss nicht zwingend ein einziges großes Unternehmen die gesamte Halle beziehen. Durch die Aufteilung in acht Einheiten können mehrere Firmen unabhängig voneinander einziehen.
Wie attraktiv der Standort grundsätzlich ist, zeigt bereits das benachbarte erste Hillwood-Projekt „Falkensee 1“. Dort arbeiten inzwischen verschiedene Unternehmen. So hat auch Siemens Energy 2025 einen neuen Standort an der Straße der Einheit eröffnet. Vor Ort werden Komponenten für Hochspannungsschaltanlagen gefertigt.
Bis zum Frühjahr soll alles abgeschlossen sein. Hillwood nennt für „Falkensee II“ aktuell die Fertigstellung im ersten beziehungsweise zweiten Quartal 2027; Projektleiter Schmidt rechnet mit der schlüsselfertigen Übergabe im Frühjahr.
Dann verschwindet auch das junge Fabrikon-Team wieder von der Baustelle und zieht zum nächsten Projekt weiter. Die vier Bauleiter lassen in Falkensee allerdings ein Bauwerk zurück, das man nicht so leicht nicht übersehen kann. (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 247 (10/2026).
Kennen Sie schon unsere Gratis-App?
Apple – https://unserhavelland.de/appapple
Android – https://unserhavelland.de/appandroid
Anzeige
























