Stricken, Häkeln, Nähen: Das allererste Wolle-Festival in der Falkenseer Stadthalle!
Der Trend ist ungebrochen: In den Wohnzimmern der Nation wird noch immer mit großer Freude gestrickt und gehäkelt. Um die kreativen Wollfreunde mit allen benötigten Materialien zu versorgen, tourt seit einigen Jahren das Wolle-Festival durch ganz Deutschland. Am 26. und 27. September machte die bunte Verkaufsveranstaltung zum allerersten Mal in Falkensee Halt. Knapp 40 Aussteller gingen in der Stadthalle an den Start.
Auf dem allerersten Wolle-Festival (www.wolle-festival.de) in Falkensee gab Ina Richter von „Das Bobbel-Bienchen“ aus Gütersloh gleich die Marschrichtung vor: „Stricken, Häkeln und Nähen, das ist kein aktueller Trend. Denn die Handarbeiten sind nie aus der Mode gekommen. Corona hat uns zwar ein riesengroßes Plus bei der Nachfrage beschert, aber auch vorher schon hat das Interesse nie wirklich nachgelassen. Man sieht auf dem Wolle-Festival auch immer wieder, dass viele Mütter gemeinsam mit ihren Töchtern unterwegs sind: Wir haben kein Generationsproblem. Der Nachwuchs ist da. Und auch immer mehr Männer finden Freude an den Handarbeiten.“
Auf dem Wolle-Festival konnten sich viele interessierte Strick- und Häkelbegeisterte an fast 40 Ständen mit Wolle und Garn, Rundstricknadeln, Wollwicklern und -haspeln, Scheren, Häkelnadeln und Zählrahmen eindecken. Aussteller wie Schlingelinchen, die Wollnerin, die Sachsen Alpakas, Westfalenwolle, die Handspinnerin, kurtswaren, Tumult-Stoffe oder die Woll-Lounge stellten Farbverlaufsgarne aus edlen Naturfasern, Angorawolle aus „artgerechter kleiner Erhaltungszucht“, über dem offenen Holzfeuer handgefärbte Wolle, bunte Stoffe aus Baumwolle, bunte Knöpfe sowie handgestrickte Socken, Handschuhe und Mützen vor.
Verantwortlich für die neue Veranstaltung, die übrigens nichts mit der bereits viermal in Falkensee stattgefundenen Falkenseer kreativ! Messe zu tun hat, ist die Lorenz GmbH aus Dessau-Roßlau.
Georg Mitasowa: „Mit unserem Wolle-Festival touren wir zurzeit durch 22 Orte im Jahr. So sind wir auch in Ulm, Delmenhorst, Osnabrück, Hattingen, Würzburg, Rosenheim und Husum präsent. Viele Aussteller folgen uns von einem Ort zum nächsten, wir sind da inzwischen wie eine Familie. An jedem Ort kommen oft noch regionale Anbieter mit dazu. Als wir zuletzt in Tegel waren, hat man uns geraten: Macht das doch auch einmal in Falkensee. Und schon sind wir da. Die Falkenseer Stadthalle ist für uns perfekt geeignet. Sie liegt in der Nähe zu Berlin und Potsdam, hat viele Parkplätze vor der eigenen Tür und ist über die Bahnanbindung sehr gut zu erreichen. Schade ist, dass wir in diesem unserem ersten Jahr noch keine Aussteller aus dem Ort für uns gewinnen konnten. Aber vielleicht gelingt uns das im nächsten Jahr, denn wir kommen gern wieder.“
Das Interesse am Themenkomplex Wolle, Stricken und Häkeln reißt nicht ab. Georg Mitasowa: „Wir setzen hier einen Trend gegen die Wegwerfkleidung. Kleidung, die selbst gestrickt wird, hält lange, das ist wirklich nachhaltig.“
Für acht Euro Eintritt konnten sich die Besucher den ganzen Tag auf dem Wolle-Festival umschauen.
Gleich im Foyer hatte Caroline Lucke von Caro’s Atelier (www.carosatelier.de) einen sehr großen Stand aufgebaut. Großes Interesse weckten ihre fertig vorbereiteten Häkelsets, die sich im Bundle einkaufen ließen. Mit diesen Sets konnte man zu Hause ebenso große wie auch bunte Schafe, Axolotl oder Meeresschildkröten häkeln. Die Wolle, Sicherheitsaugen und eine Häkelanleitung gehörten zum Set, Häkel- und Wollnadeln sowie Füllwatte mussten sich die Käufer selbst besorgen.
Überall gab es etwas Besonderes zu entdecken. Sabine Kreigenbrink von Sabs Wolllädchen (www.sabswolllaedchen.com) aus Kiel hatte etwa Naturwolle mit dabei, die sie selbst mit Blättern, Wurzeln, Pilzen und Beeren von Hand einfärbt – also komplett ohne Chemie. Sabine Kreigenbrink macht das bereits seit sechs Jahren: „Sehr gut geeignet zum Färben sind z.B. Holunderbeeren. Sie sind im Gegensatz zu Rotkohl oder Roter Bete auch farbecht.“
Etwas ganz Spezielles hatte Marjan Hoebeke-Pfaff aus Nettersheim mit dabei. In ihrem Atelier Marie-Lucienne (www.AtelierMarieLucienne.shop) bot sie gezielt handgefertigtes Zubehör aus Holz speziell fürs Häkeln und Stricken an: „Da gibt es etwa Holzmaschenmarkierer, die beim Stricken oder Häkeln helfen.“ Das Hilfswerkzeug zeigt an, an welcher Stelle Maschen zu- oder abgenommen werden, wo ein neuer Musterabschnitt beginnt oder welche Masche später noch einmal bearbeitet werden soll.
Zwischen all den bunten Garnen und Wollknäueln tat es beim Rundgang gut, auch einmal etwas ganz Neues zu entdecken. Etwa handgefertigte Seifen und Badekugeln. Dafür war Doreen Zscherpi von Doros Geschenke & Seifenkiste aus Limbach-Oberfrohna verantwortlich: „Bei unseren Seifen ist die Nachfrage nach dem Duft Orange-Ingwer gerade sehr groß, weil es auf Weihnachten zugeht. Bei den Badekugeln entscheiden sich die Kunden zurzeit am liebsten für Vanille und Lebkuchen.“
Mitten in der Veranstaltungshalle hatten die Verantwortlichen einen kleinen Café-Bereich abgetrennt. Bei Kaffee und Kuchen konnten die kreativen Gäste ins Gespräch kommen und Tipps austauschen.
Zum Wolle-Festival gehörte auch ein Angebot mit Workshops zum Mitmachen. Da ging es ums Wollewickeln, ohne sich zu verheddern, das Trockenfilzen, die Vorstellung verschiedener Strick-, Rund- und Häkelnadeln, das Nähen mit einer elna-Nähmaschine, die Handhabung eines Spinnrades oder um das saubere Einnähen eines Reißverschlusses. (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 248 (11/2026).
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