Leonhardi-Ritt und Krönung in der Döberitzer Heide: Beatrice Eimer Meyer ist die neue Heidekönigin!
Am 27. September staunten die Spaziergänger in der Döberitzer Heide nicht schlecht. Über 30 Reiterinnen und Reiter waren im Rahmen des Leonhardi-Ritts hoch zu Ross unterwegs, um den großen Obelisken in der Heide anzusteuern. Vor Ort wartete bereits Pfarrerin Claudia Neuguth darauf, die Pferde zu segnen. Und auch das stand an: Die amtierende Heidekönigin Diana Beyer-Stadelmeier gab ihre Krone ab. Zu ihrer Nachfolgerin wurde Beatrice Eimer Meyer gekrönt.
Rund um die Döberitzer Heide gibt es viele Pferdehöfe. Von hier aus starten viele Reiterinnen und Reiter regelmäßig, um einen Ausritt in die bis zum Horizont reichende Natur des ehemaligen Truppenübungsplatzes zu unternehmen.
Brigitte Block ist die Vorsitzende vom Natur- und Tourismusverein Döberitzer Heide (www.doeberitzerheide-ev.de). Der Verein bezieht von der Heinz Sielmann Stiftung gegen kleines Geld sogenannte Reitmarken. Sie berechtigen dazu, mit den Pferden auf extra ausgewiesenen Reitwegen unterwegs zu sein. Mit den 30 Euro Einnahmen pro Reitplakette und Jahr werden die Reitwege angelegt und unterhalten.
Brigitte Block: „Einmal im Jahr treffen wir uns zum traditionellen Leonhardi-Ritt, der in diesem Jahr am 27. September bereits zum 24. Mal stattfand. Nur an diesem Tag dürfen wir die Reitwege verlassen und die ganze Heide mit unseren Pferden erkunden. Dafür gibt es extra eine Befreiung von der Unteren Naturschutzbehörde. In diesem Jahr waren wir etwa 30 Reiterinnen und Reiter. Wir sind gut anderthalb Stunden zusammen geritten und haben dabei um die zehn Kilometer zurückgelegt. Der Ausritt fand kurz vor dem Obelisken in der Heide gleich hinter dem Havelpark sein Ende.“
Der Leonhardi-Ritt gilt ursprünglich als eine christliche Reitertradition zu Ehren des heiligen Leonhard, der als Schutzpatron der Tiere – besonders der Pferde – gilt. Typisch für den Leonhardi-Ritt sind ein gemeinsamer Ausritt, ein Gottesdienst und die Segnung der Pferde.
Am Obelisken wurden die gegen Mittag eintreffenden Reiter bereits von den Pausiner Jagdhornbläsern empfangen. Anschließend hielt Pfarrerin Claudia Neuguth aus Dallgow-Döberitz einen Gottesdienst im Freien ab – zur Segnung nicht nur der Pferde, sondern gleich aller Haustiere. Das schien sich im Vorfeld herumgesprochen zu haben: Es waren auch mehrere Spaziergänger mit ihrem Hund bei der Segnung mit dabei.
Eine Besonderheit ist die enge Verbindung des Leonhardi-Ritts mit der Heidekönigin, die stets an dem Tag gekürt wird, an dem auch der gemeinsame Ausritt stattfindet. Die Heidekönigin tritt seit 2018 im Auftrag der Gemeinde Dallgow-Döberitz, des Regionalparks Osthavelland-Spandau e.V. und der Heinz Sielmann Stiftung an, um auf charmante Weise Werbung für die Döberitzer Heide mit all ihren Besonderheiten und Möglichkeiten zu machen. Bei der Krönung der neuen Königin waren Dallgows Bürgermeister Sven Richter (www.dallgow.de) und Bodo Oehme als Vorsitzender des Regionalpark Osthavelland-Spandau (www.osthavelland-spandau.de) mit dabei.
Die scheidende Heidekönigin Diana Beyer-Stadelmeier hatte ihr Amt und die Krone von 2024 bis 2026 inne – und viel Spaß bei ihrer repräsentativen Arbeit. Sie sagte: „Ich hatte etwa einmal im Monat eine Veranstaltung, bei der ich als Heidekönigin aufgetreten bin oder mit vor Ort war. Ich habe viele nette Leute kennengelernt, es sind neue Freundschaften entstanden und ich war an vielen Orten, die ich noch gar nicht kannte oder die ich erstmals seit Jahren wieder neu besucht habe. Besonders schön fand ich die Grüne Woche in Berlin und den Sommerempfang des Landrats im Garten von Schloss Ribbeck. Tatsächlich haben wir verschiedenen Königinnen inzwischen sogar einen eigenen WhatsApp-Chat, über den wir in Kontakt bleiben.“
Diana Beyer-Stadelmeier setzte ihrer Nachfolgerin selbst die Krone auf und hängte ihr die Schärpe um.
Die neue Heidekönigin für die Jahre 2026 bis 2028 ist nun Beatrice Eimer Meyer (35). Sie erzählte: „Ich bin in Mainz geboren und in Rüsselsheim aufgewachsen. Seit zwei Jahren wohne ich in Dallgow-Döberitz und bin hier im Havelland auch persönlich total angekommen. Noch mit dem Umzugswagen vor der Tür bin ich in die Heide gelaufen und habe mir gedacht: Hier bin ich zu Hause. Ich arbeite inzwischen als Personalreferentin in Elstal. Mit dem Fahrrad brauche ich von Dallgow-Döberitz genau 18 Minuten bis zur Arbeit.“
Wie kam die neue Heidekönigin auf die Idee, sich für ihr Ehrenamt zu bewerben?
Beatrice Eimer Meyer: „Ich bin privat mit Diana befreundet und habe mitbekommen, was sie als Heidekönigin so alles tut. Ich liebe unsere Döberitzer Heide. Sie sollte noch viel mehr Menschen bekannt gemacht werden. Ich finde es wichtig, dass die Leute die Heide für sich entdecken und sie auch nutzen – natürlich immer mit großem Respekt vor der Natur. Insofern bin ich gern eine Botschafterin für die Döberitzer Heide. Ich denke, der erste große Auftritt wird für mich die Grüne Woche sein. Die anderen Königinnen aus der Region geben mir viele Tipps und nehmen mich bereits unter ihre Fittiche. Das sind alles ganz tolle Frauen und ich freue mich sehr auf die gemeinsame Zeit mit ihnen.“
Sven Richter hatte als Bürgermeister von Dallgow-Döberitz viel Freude an der Krönungszeremonie: „Ich finde es total klasse, dass wir auch in diesem Jahr wieder eine neue Heidekönigin krönen konnten. Das wird langsam zu einer Tradition, die regelmäßig fortgeführt wird. Die Heidekönigin hilft uns dabei, unsere Döberitzer Heide bekannter und populärer zu machen, damit dieses einzigartige Naturschutzrefugium von noch mehr Menschen besucht und entdeckt werden kann.“
Die Döberitzer Heide gehört zu den bedeutendsten Naturlandschaften im westlichen Berliner Umland. Über viele Jahrzehnte wurde das Gebiet rein militärisch genutzt und diente zunächst dem Deutschen Kaiserreich, später der Wehrmacht, der Roten Armee und schließlich der Bundeswehr als Truppenübungsplatz. Nach dem Ende der militärischen Nutzung entwickelte sich auf den offenen Sandflächen, Heiden, Wäldern und Feuchtgebieten ein außergewöhnlich artenreicher Lebensraum. Heute schützt die Heinz Sielmann Stiftung große Teile des rund 3.650 Hektar umfassenden Areals und entwickelt die Landschaft gezielt weiter.
Besonders bekannt ist die Döberitzer Heide für ihre großen Pflanzenfresser: Wisente, Przewalski-Pferde und Rothirsche sorgen durch ihre Beweidung dafür, dass offene und halboffene Landschaften erhalten bleiben. Davon profitieren zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten, darunter Wiedehopf, Seeadler, Fischotter, Zauneidechse und verschiedene Orchideenarten. Auch für Insekten bietet die Heide mit ihren warmen, nährstoffarmen Sandflächen und blühenden Heidebereichen wertvolle Rückzugsräume.
Für Spaziergänger und Wanderer ist die Döberitzer Heide ein attraktives Naherholungsgebiet. Rund 55 Kilometer Wald- und Wanderwege führen durch die abwechslungsreiche Landschaft, ergänzt durch Rastplätze und Aussichtspunkte. Ein Aussichtsturm ermöglicht den Blick über die Heide, während das Natur-Erlebniszentrum in Elstal als Ausgangspunkt für Wanderungen, Führungen und weitere Naturangebote dient. (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 248 (11/2026).
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