Wer kommt nach Bodo Oehme? In Schönwalde-Glien steht nun eine Stichwahl um den Bürgermeisterposten an!
Bodo Oehme ist seit 1993 Bürgermeister in Schönwalde-Glien. Nun endet seine Amtszeit vorzeitig: Der CDU-Mann und Freund der klaren Worte wechselt in den vorzeitigen Ruhestand, am 30. November ist seine Amtszeit vorbei. Aber wer wird ihn beerben, wer wird Bürgermeister anstelle des Bürgermeisters? Vier Kandidaten mühten sich im lokalen Wahlkampf um Stimmen. Am 20. September entschied der Bürger an der Wahlurne. Klar ist nach diesem Tag: Es wird am 11. Oktober eine Stichwahl geben.
Mehr als drei Jahrzehnte lang gab Bodo Oehme die Richtung in Schönwalde-Glien vor. Als Bürgermeister prägte er die Gemeinde, eckte mit seiner sehr direkten Art aber auch gern einmal an.
Nun lief es im letzten Jahr nicht mehr ganz so rund, sogar ein Bürgerentscheid zu seiner Abwahl wurde von den politischen Gegnern ins Gespräch gebracht. Die Konsequenz: Bodo Oehme zieht sich vor der Zeit aus dem Amt zurück und wechselt in den vorzeitigen Ruhestand.
Das macht den Weg frei für einen Nachfolger. Vier Kandidaten warfen ihren Hut in die Arena. Über alle vier Bürgermeister in spe konnte man vortrefflich diskutieren.
Marlen Hank (unterstützt durch die CDU) war schon einmal stellvertretende Bürgermeisterin im Ort, hatte aber ihren Posten aufgegeben, ohne Gründe zu nennen. Yvonne Hartley versammelte neben ihrer Partei, der SPD, auch die Grünen, die Linke, die Freien Wähler und die BfS Bürger für Schönwalde-Glien hinter sich. Sie hatte den „Abwahlantrag“ gegen Bodo Oehme mitinitiiert, aber auch den Bürgerbus von Schönwalde-Glien mit ins Leben gerufen. Sven Kraatz (der sich vor seiner Kandidatur noch der CDU zugehörig fühlte) bringt als Vorsitzender der Gemeindevertretung ein profundes Wissen über die Vorgänge in der Stadtpolitik mit sich, hat aber nicht so sehr vom „Einer-von-uns“-Effekt profitieren können wie seinerzeit Heiko Richter in Falkensee. Steffen Gierke war vielen Schönwaldern vor der Wahl gar nicht bekannt: Fluch oder Segen?
8.811 Wahlberechtigte hatten sich vor dem 20. September viele Gedanken gemacht. 66,4 Prozent dieser Schönwalder machten sich tatsächlich auf den Weg zur Wahlurne und gaben ihre Stimme ab, um ihren Bürgermeister zu wählen. Das vorläufige Ergebnis nach 18 Uhr war eine echte Überraschung:
Yvonne Hartley (SPD) – 44,5 %
Sven Kraatz (parteilos) – 21,1 %
Steffen Gierke (parteilos) – 17,5 %
Marlen Hank (unterstützt durch die CDU) – 16,9 %
Dass Marlen Hank die Wahl so deutlich verloren geben musste, lag vielleicht auch darin begründet, dass sie als einzige Kandidatin eben nicht in Schönwalde-Glien wohnt.
Steffen Gierke holte als Politikneuling mit 17,5 Prozent ein mehr als beachtliches Ergebnis. Nahezu jede fünfte Stimme ging an ihn.
Yvonne Hartley gewann die Wahl als strahlende Siegerin. Mit ihren 44,5 Prozent kratzte sie sogar knapp an der absoluten Mehrheit. Sven Kraatz musste sicherlich auch CDU-Stimmen abgeben, die am Ende lieber bei Marlen Hank landeten.
Nun kommt es am 11. Oktober zu einer sicherlich sehr spannenden Stichwahl zwischen Yvonne Hartley und Sven Kraatz. Einer der beiden wird am Ende Verwaltungschef von Schönwalde-Glien werden – und die Geschicke des Ortes für die kommenden acht Jahre lenken.
Marlen Hank gab sich auf ihrer Wahlfeier im Kreativ in Schönwalde-Dorf derweil vor ihren Unterstützern enttäuscht: „Es ist, wie es ist.“ (ϑ Text/Foto: CS)
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