Live-Musik auf dem Stadtevent: 11 Musikstationen bei der 19. Kulturrallye in Falkensee!
Das „Falkenseer Stadtevent“ ist eine jährlich stattfindende Kulturrallye mit Livemusik gleich an mehreren Orten in der Stadt. Es folgt dem Motto „Musik für Demokratie, Frieden und Völkerverständigung“. Organisatoren sind das „Bündnis gegen Rechts Falkensee“, die „Lokale Agenda 21“ und das „Jugendforum Falkensee“. Die 19. Kulturrallye schickte in diesem Jahr die Noten am 19. September in den Himmel; sie startete am „Haus am Anger“ beim Jugendforum. Musiziert wurde dieses Mal gleich an elf Orten.
Kurz vor 18 Uhr öffnete sich das Tor zum Innenhof am „Haus am Anger“. Das 19. Stadtevent in Falkensee stand an und viele Leute aus der Region hatten richtig Lust auf abwechslungsreiche Live-Musik an elf verschiedenen Orten in der ganzen Stadt.
Am Eingang hatten sich ehrenamtliche Helfer von der „Lokalen Agenda 21“ positioniert, die das Event im Schulterschluss mit dem „Bündnis gegen Rechts Falkensee“ und dem „Jugendforum“ organisiert haben. Sie gaben ein leuchtend gelbes Bändchen gegen fünf Euro Spende aus. Das berechtigte dazu, den ganzen Abend über die verschiedenen Spielstätten zu besuchen. Wer keine fünf Euro hatte, durfte auch weniger Geld geben, das wurde nicht hinterfragt. Auf den Bändchen war das Credo der Veranstaltung bereits vorgegeben: „Musik für Toleranz und Demokratie.“
Ulrike Cornel vom „Bündnis gegen Rechts“ (www.bgr-falkensee.de), das im Juni auch schon ein Demokratie-Picknick im Museumsgarten organisiert hatte, erklärte: „Mit dem Stadtevent möchten wir die Demokratie feiern. Es soll darum gehen, sich internationale Musik anzuhören und gleichzeitig darüber informiert zu werden, dass in Falkensee bereits Menschen aus 123 Nationen wohnen. 3.200 Menschen leben hier aus diesen Nationen, mit denen wir gern feiern möchten und ein Miteinander anstreben.“
Auch in diesem Jahr war wieder ein reger Ansturm auf die gelben Spendenbändchen zu beobachten.
Ulrike Cornel: „Das ist eigentlich in jedem Jahr seit dem Start im Jahr 2006 so. Nur das Wetter sorgt in manchen Jahren dafür, dass weniger Besucher kommen. Wir sind froh, dass wir in diesem Jahr elf Spielstätten hatten, darunter zwei Kirchen, den Weltladen und die Stadtbibliothek. An jedem Ort gab es immer eine halbe Stunde lang Programm, dann eine kurze Pause, anschließend ging es weiter. In der Pause schlendern viele Gäste zur nächsten Spielstätte. Ein gedrucktes Programmheft hat den Leuten den Weg gewiesen, auch online konnte man das vorbereitete Programm aufrufen.“
Das Jugendforum hatte im Hof vom „Haus am Anger“ eine große Outdoor-Bühne aufgebaut. Hier haben den Abend über verschiedene junge Bands performt. Bevor es losging mit der Musik, die nächtens noch weithin zu hören war, holte das Bläserensemble „Krass der Wind“ die Leute zusammen. Dr. Heinrich Reinke vom „Bündnis gegen Rechts“ hielt auf der Bühne einen extra für den Abend gedruckten gelben Bierdeckel hoch, der anschließend verteilt wurde: „Politische Teilhabe ist extrem wichtig. Wenn man aber teilhaben möchte am politischen Geschehen in dieser Stadt, muss man auch wissen: Wie macht man das, wo findet man Informationen? Deswegen haben wir eine kleine Seite ins Internet gestellt, die man über den QR-Code auf dem Bierdeckel erreichen kann. Dort erklären wir: Was ist eine Stadtverordnetenversammlung? Was ist ein Stadtverordneter? Was ist ein Hauptausschuss? Wo finde ich wichtige Anträge und Dokumente?“
Hans-Peter Pohl sprach als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung auch noch ein paar Worte. Er hob die finanzielle Unterstützung für das Event durch das Bundesprogramm „Demokratie Leben!“, den Landkreis Havelland und die Stadt Falkensee hervor: „Freuen wir uns frei nach dem Motto ‚Falkensee – eine Stadt mit über 100 Nationalitäten‘ auf einen lebendigen Austausch der Falkenseerinnen und Falkenseer. Es soll dazu beitragen, dass Vielfalt, Weltoffenheit, Toleranz und demokratische Teilhabe gelebt werden können. Feiern wir den 19. Stadtevent im 20. Jubiläumsjahr ganz besonders auch als ein Fest für Frieden und Demokratie.“
Damit waren aber auch erst einmal genug der politischen Worte gewechselt. Auf die Besucher wartete nun ein musikalisch abwechslungsreicher Abend.
Im Regenbogencafé in der B89 spielte „Rag Doll“ Musik der Stilrichtungen Ragtime, Boogie Woogie, Harlem Stride und Barrelhouse. In der Seegefelder Kirche wechselten sich der A-cappella-Chor „17 singende Personen“ mit dem „SoleLuna Quartett“ ab, das Weltmusik vom Tango über Klezmer bis hin zu Bossa Nova spielte. In der Galerie Ostermann am Gutspark, in der es sehr gemütlich war, konnte man das berlinerisch-italienische Quartett „… e la luna?“ hören, die das Liedgut der Canzone Italiana zum Besten brachten – in einem sehr jazzigen Sound. In der Stadtbibliothek trat derweil das Improtheater „Gorillas“ auf, das seit 1997 in Berlin unterwegs ist.
Auch im Weltladen war etwas los. Das Paar „Duebaci“ hatte sich für den Abend den Multiinstrumentalisten Johannes Koch mit dazu geholt. In der Katholischen Kirchengemeinde St. Konrad spielte „Israel Isy Binta“ aus dem Kongo mit der Gitarre in der Hand Reggae, Pop, Funk und Blues. Im Konzertsaal „Gleis 5“ am Bahnhof fand eine „FalkenSession“ statt. „FalkenSession“ ist ein Bandprojekt der Musik- und Kunstschule Havelland, in dem professionelle Musiker mit jungen, aufstrebenden Talenten zusammen auf der Bühne stehen. Mit einer Gitarre, einer Ukulele und zwei Stimmen machten derweil „Görschwind“ in der Galerie Schneeweiß Stimmung. Unterstützt wurden sie auch von Geige, Schlagzeug, Bass und Klavier. Das Instrumentarium war zwingend nötig, um stimmungsvoll Bluegrass, Country, Folk und Pop zu spielen.
Ein wenig weiter musste man fahren, um den griechischen Gitarristen „Nikolas Tsiachris“ zu hören, der Flamenco im Bürgerhaus Finkenkrug spielte. In der Kirche Neufinkenkrug spielte „JBC Radio“ – und zwar Jamaican Roots, Ska, Reggae und Rocksteady.
Um so viel Livemusik zu hören, muss man jetzt wieder ein Jahr lang warten. (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 247 (10/2026).
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