Wo Technik auf Genuss trifft: 2. Tech’n’Taste von Gastroshark in der Falkenseer Stadthalle!
Was gibt es Neues in der Gastro-Szene? Am 11. September lud die Falkenseer Firma Gastroshark Interessierte bereits zum zweiten Mal in die Falkenseer Stadthalle ein. Die Ausstellung Tech’n’Taste brachte einmal mehr Profis aus der Technikwelt mit kreativen Köpfen aus der Genussszene zusammen. Die Besucher staunten über vollautomatische Cocktailmaschinen, nachwachsende Microgreens und superschnelle Pizzaöfen.
Marco Liesegang (52) hat in Falkensee die Firma Gastroshark (www.gastroshark.de) gegründet, die inzwischen 18 Mitarbeiter hat. Er erklärt: „Wir sind Fachhändler für Großküchentechnik und Gastronomiebedarf, Kassensysteme, Hotelbedarf und Serviceroboter.“
Bei Gastroshark kaufen Hotels, Gaststätten, Kitas und Großküchen aus ganz Deutschland ein, wenn sie einen besonderen Kühlschrank, ein Waffeleisen, einen Servierwagen, einen Glühweinerhitzer oder aber einen Geschirrspüler benötigen.
Die im Online-Katalog vorgestellten Geräte und Maschinen unterscheiden sich grundlegend von den Produkten, die der normalsterbliche Privatanwender im Handel vorfindet. Marco Liesegang: „Ein Geschirrspüler für die Großküche muss einfach größer, schneller und leistungsstärker sein, um im Ernstfall auch rund um die Uhr das anfallende Geschirr aus einem Restaurant reinigen zu können.“
Mitunter fehlen aber ganz einfach das Wissen und die Vorstellungskraft, um zu erahnen, welche Innovationen sich die Hersteller in den letzten Monaten schon wieder neu ausgedacht haben. So kamen die Gastroshark-Profis auf die Idee, eine eigene Veranstaltung auf die Beine zu stellen, bei der sich die verschiedenen Firmen mit ihren Innovationen vorstellen können.
So wurde im letzten Jahr die Tech’n’Taste geboren. Erste Hardware-Produzenten und Genussmittel-Manufakturen stellten sich im Foyer der Stadthalle sowohl potenziellen Kunden aus der Gastronomie als auch neugierigen Privatleuten vor, die einfach nur Interesse fürs Kochen, Braten und Backen mitbrachten.
Die erste Tech’n’Taste war ein voller Erfolg. Marco Liesegang: „Für die zweite Auflage am 11. September haben wir uns aus dem Foyer verabschiedet und sind in die große Veranstaltungshalle umgezogen. Hier haben sich in diesem Jahr bereits 46 Aussteller beteiligt. Es gab tolle Produkte zu sehen, es wurden viele Gespräche geführt, die Stimmung war super und alle Aussteller waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Unsere Vorgabe ‚wo Technik auf Genuss trifft‘ hat sehr gut funktioniert. Es haben uns viele Entscheider besucht, die am Ende auch zu Kunden werden und Produkte über unseren Großhandel bestellen. In erster Linie war die Veranstaltung aber ein gelungenes Cometogether, bei dem man viele Kooperationspartner persönlich kennenlernt, die man vielleicht vorher nur per E-Mail oder über ein Telefonat kannte. Wir verstehen uns auch nicht als Messe, sondern eher als Branchenevent.“
Geschickt eingefädelt: Das Orgateam hat immer wieder einzelne Gerätehersteller neben einen Aussteller aus der Genusswelt platziert. Marco Liesegang: „So konnte der Waffelteighersteller seine Waffeln gleich auf dem Waffeleisen eines Herstellers zubereiten – und beide konnten so ihre Produkte präsentieren.“
Bei der Tech’n’Taste war auch der bekannte Fernsehkoch Achim Müller von Kabel Eins mit vor Ort. Marco Liesegang: „Er hat zwei Stunden lang einen Rundgang durch die Halle gemacht und jeden Aussteller kurz vorgestellt und zu seinen Produkten befragt. Das wurde live auf unserem YouTube-Kanal gestreamt. Dort kann man sich das Video auch immer noch anschauen.“
Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, selbst einen Rundgang durch die Halle zu starten. Die Firma Cocktailfox aus Ehra-Lessien (www.cocktailfox.de) hatte so etwa eine kompakte Cocktailmaschine mit dabei, die per Knopfdruck leckere Getränke mit oder ohne Alkohol in ein Glas ausgab. Ein gutes Dutzend Flaschen wurde hier kopfüber in das Gerät gestellt, um per Knopfdruck die gewünschte „Mische“ herstellen zu können. Tom Lindemann erklärte: „Die mobile Cocktailmaschine bringt die wichtigsten Rezepte bereits mit und stellt den gewünschten Cocktail per Knopfdruck her. Werden zusätzliche Arbeitsschritte benötigt, steht das auf dem Display. Sind einzelne Flaschen leer, zeigt das Gerät automatisch an, welche Cocktails sich nun nicht mehr zubereiten lassen. Der Cocktailfox ist sehr einfach zu bedienen. Und er hat sich meist in einem Jahr komplett amortisiert.“ In der Gastronomie lassen sich so professionell zubereitete Cocktails ausgeben, ohne dass die bedienende Person auch nur die leiseste Ahnung von der Materie haben muss.
Dr. John Pietzsch von Berlin Oats (www.berlinoats.com) hatte keine Maschine dabei, sondern etwas zum Knabbern. Sein Knuspermüsli gibt es wahlweise mit sechs Gewürzen (Zimt, Kardamom, Nelken etc.) oder mit japanischem Matcha-Grüntee: „Unser Granola besteht aus knusprig gebackenen Vollkornhaferflocken. Das lässt sich pur snacken oder mit einem Joghurt kombinieren. Auch mit Schokolade und Früchten schmeckt das super. Wir verkaufen das Müsli in Feinkostläden, wollen aber auch die Hotellerie beliefern, damit es auf dem Frühstücksbüffet etwas mehr Abwechslung gibt. Auch Eisläden haben unser Granola bereits als Topping entdeckt.“
Lecker ging es auch bei Anja Juhr aus Glienicke/Nordbahn zu, die sich auf der Tech’n’Taste als Miss Macaron (www.miss-macaron.de) vorstellte. Die französischen Mandelgebäcke gab es am Stand zum Probieren in Geschmacksrichtungen wie Vanille, Pina Colada, Pistazie oder Erdbeere. Anja Juhr: „Uns gibt es seit 2018. Wir haben bereits Rezepte für über 50 Macaron-Sorten entwickelt. Eine wirklich ausgefallene Besonderheit ist sicherlich die Sorte Lakritze. Im letzten Jahr haben wir unsere Kunden übrigens zu einer Reise um die Welt eingeladen und zu vielen Ländern eine eigene Sorte aufgelegt. Passend zu Kanada gab es etwa einen Macaron mit Ahornsirup. Wir verkaufen unsere Macarons über einen Online-Shop, beliefern zwei, drei Feinkostläden und haben auch einige Firmendirektkunden.“
Für den Durst war Leopold Bonin von PENG aus Berlin (www.peng-drink.de) zuständig. Er erklärte: „Wir wollten bei den alkoholfreien Erfrischungsgetränken für eine Alternative sorgen. Unser PENG ist echt erfrischend, weil die Getränke komplett ungesüßt sind. Es gibt uns in drei Sorten – Zitrone, Orange und schwarze Johannisbeere. Alle drei Sorten bieten wir wahlweise mit und ohne Koffein an. Wir sind ein kleines Startup aus Neukölln und bereits seit einigen Jahren am Markt – mit allen Höhen und Tiefen. Wir merken aber, dass wir zunehmend einen Nerv treffen und immer mehr Leute genau das suchen, was wir ihnen bieten. PENG bekommt man vor allem in Berlin und Umgebung. Wir müssen uns hier eine Fanbase aufbauen.“
Deutlich mehr auf die Gastronomiebetriebe ausgerichtet ist die Firma ponix (www.ponix-greens.de) aus Berlin, die kleine Regale zum Vertical Farming direkt an die Restaurants vermieten möchte. Die Gastronomie kann sich in diesen beleuchteten Regalen Microgreens heranziehen. Das sind äußerst dekorative Keimlinge von verschiedenen Pflanzen, die sehr geschmacksintensiv sind und viele Nährstoffe enthalten. Mit den ponix-Regalen soll die Gastronomie die Hälfte ihrer Microgreens-Kosten einsparen können. Gründer David Neumann: „Es dauert sieben Tage, bis die Saaten aus unseren Saatpads so aufgegangen sind, dass man sie ernten kann. Die Regale lassen sich so bestücken, dass die Gastro jeden Tag erntefähige Microgreens vorfindet. Wir verwenden Microgreens vom Radieschen, vom Brokkoli und vom Rotkohl.“
Zum Thema Genuss passte auch das Produkt Tempeh von peaceful delicious (www.peacefuldelicious.de) aus Beeskow. Betriebsleiter Andreas Nowy: „Wir sind ein schnell wachsendes Unternehmen aus Brandenburg mit 36 Mitarbeitern. Wir bieten fermentierte Hülsenfrüchte in verschiedenen Geschmacksrichtungen an. Wir verwenden Schwarze Bohnen, Sojabohnen, Kichererbsen und Kidneybohnen.“ Ziel war es für das Unternehmen, vegane Proteinpower mit Geschmack zu vereinen. Fündig wurde man in einer jahrhundertealten indonesischen Tradition: Tempeh. Auf der Homepage finden sich Rezepte, die zeigen, was man mit dem Bohneneiweiß in der Küche alles anstellen kann. Wie wäre es etwa mit einer Wirsingroulade mit Tempeh-Füllung?
Zu wenig Technik? Am Ende präsentierte Maik Löwenberg von UNOX (wwww.unox.com) aus Büren noch seine Kombidämpfer, Speedöfen und Warmhaltegeräte. Interessant war hier etwa der Speed Compact Eco, der sich z.B. in Bars, Cafés oder Bäckereien einsetzen lässt, um innerhalb von zwei Minuten eine Pizza servierfähig auszubacken.
Marco Liesegang zeigte sich am Ende der Veranstaltung sehr zufrieden: „Wir haben unsere Kundschaft erreicht, wir hatten viele Gastrointeressierte vor Ort, die Aussteller waren zufrieden. Wir sind uns alle einig – die Tech’n’Taste wird es auch im nächsten Jahr wieder in der Stadthalle geben. Wir suchen bereits nach einem neuen Termin im September.“ (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 247 (10/2026).
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