1. TSV BoxOpen Air: Länderkampf im Amateurboxen auf dem Selgros-Parkplatz!
Das sieht man auch nicht alle Tage. Am 12. September verwandelte sich der Selgros-Parkplatz in Falkensee in eine Open-Air-Boxarena. Die Boxer vom TSV Falkensee hatten vor Ort ihren großen Boxring aufgebaut und zum sportlichen Ländervergleich Niedersachsen gegen Brandenburg eingeladen. Bei 13 spannenden Kämpfen sahen die über 300 Zuschauer für kleines Geld solides Boxen nach olympischen Regeln.
Der TSV Falkensee verfolgt bereits seit Monaten die Idee, ein Box-Event in der Gartenstadt zu organisieren, um den eigenen Amateursportlern die Möglichkeit zu geben, die erlernten Box-Skills in einem echten Kampf um Sieg oder Niederlage auf die Probe zu stellen.
Christian Schmidt ist der Bereichsleiter Boxen im TSV: „Am 12. September standen 13 Kämpfe auf unserer Fightcard. Wir haben für unser Open-Air-Event auf dem Selgros-Parkplatz gezielt das Bundesland Niedersachsen zu einem Kräftemessen im Ring herausgefordert. Christian Unger und sein Vater aus Niedersachsen sind alte Freunde von mir, die ich seinerzeit beim Bund kennengelernt habe, als ich dort als Supervisor für die deutschen Militärmeisterschaften angefragt wurde. Sie fanden die Idee eines freundschaftlichen Kräftemessens im Boxring sehr gut – und waren sofort bereit, uns besuchen zu kommen.“
Birgit Faber ist der Geschäftsführende Vorstand vom TSV Falkensee. Sie war den ganzen Abend vor Ort mit dabei und schaute sich alle Kämpfe an: „Ich bin total aufgeregt. Das Boxen ist noch eine ganz neue Sportart bei uns in Falkensee. Dass es sich dieser Bereich zutraut, ein so großes Open-Air-Event zu stemmen, ist schon etwas Besonderes.“
Falkensees Bürgermeister Heiko Richter zückte ebenfalls seinen Hut: „Erst vor einem Jahr haben wir das Box Gym vom TSV eröffnet. Und jetzt sehen wir bereits einen bundeslandübergreifenden Wettbewerb. Ich bin mir sicher, dass dies nicht die letzte Veranstaltung der Boxer vom TSV sein wird.“
Christian Unger ist Boxtrainer aus dem Kampfsportcenter Rinteln in Niedersachsen: „Wir haben uns sehr über die Einladung aus Falkensee gefreut. Wir sind mit 45 Leuten angereist, 13 von ihnen boxen aus der roten Ecke. Sie alle gehören dem Landesverband Niedersachsen an.“
Die Boxer aus Niedersachsen wurden von zwei Vereinen gestellt. Die Brandenburg-Boxer aus der blauen Ecke kamen von befreundeten Boxvereinen aus Velten, Hennigsdorf, Germendorf und Frankfurt/Oder. Christian Schmidt: „Auch mein Berliner Heimatverein hatte uns Boxer geschickt, um die Fightcard aufzufüllen. Der TSV hat noch nicht so viele Wettkämpfer, um so eine Veranstaltung bestreiten zu können. Für uns sind Ela Genardukae, Ole Kröhl und Denis Nareski angetreten. Wir hatten leider auch einige Ausfälle wegen Krankheit, Erkältungen machen gerade wieder die Runde.“
Eins muss man dem TSV Falkensee wirklich zugute halten: Sie haben das 1. TSV BoxOpenAir wirklich zu einem großen Event gemacht. Der große Boxring, der sonst im TSV Box Gym im ersten Stock steht, wurde extra abgebaut, mit einem Transportunternehmen auf den Selgros-Parkplatz gefahren und dort wieder aufgebaut. Das Areal unter dem schützenden Parkplatzdach war eingezäunt, für die zahlenden Besucher gab es 200 Sitzplätze und 100 Stehplätze. Die improvisierte Boxarena war am Ende komplett ausverkauft. Für das Catering sorgte der TSV.
Um 16:30 Uhr war Einlass, um 17 Uhr wurden die Eröffnungsreden gehalten und anschließend ging es auch schon los mit den Kämpfen im Ringgeviert. Viele Boxer bestritten an diesem Abend ihren allerersten offiziellen Kampf. Sie waren entsprechend aufgeregt und ließen die Fäuste mitunter noch zu unkontrolliert fliegen. Mit zunehmendem Alter der Boxer kam immer mehr Strategie in die Kämpfe hinein – und die Treffer wurden wirkungsvoller. Ringärztin Laureen Mai musste das eine oder andere Mal zum Wattestäbchen und zum Adrenalinfläschchen greifen, um eine blutende Nase trockenzulegen. Drei Kämpfe wurden vom Ringrichter vor der Zeit abgebrochen, um den unterlegenen Boxer zu schützen.
Wie wurde vor Ort gekämpft? Christian Schmidt: „Wir sind Amateure, wir boxen nach den olympischen Regeln. Bei den Schülern ging ein Kampf über drei Runden, die jeweils eine Minute lang waren. Die etwas älteren Kadetten boxten bereits anderthalb Minuten pro Runde, die Junioren zwei Minuten. Bei den Jugendlichen und den Erwachsenen waren es drei Minuten. Alle Boxer unter 18 Jahren trugen einen Helm zum Schutz vor Schlägen. Nur in der Startgruppe Elite, das sind die Erwachsenen, fiel der Helm weg.“
Gegen 20 Uhr kam es zum Hauptkampf der Elite-Boxer. Gaith Altawill aus Germendorf trat gegen Albany Weiss aus Niedersachsen an. Leider lief der Brandenburger Boxer mitten in einen Schwinger aus der roten Ecke hinein. Damit war der Kampf für ihn sofort vorbei.
Nach 13 zum Teil sehr sehenswerten Kämpfen stand das Ergebnis des Länderwettkampfes fest. Christian Schmidt: „Die rote und die blaue Ecke haben jeweils 19 Punkte erzielt – unentschieden.“
Einen echten Sieger gab es also auch nach mehreren Stunden Boxen im Länderwettkampf nicht. Da gab es am Ende des Abends natürlich nur noch eins – eine Gegeneinladung. Christian Unger, Cheftrainer der roten Ecke: „Gern würden wir das Brandenburger Team im kommenden Jahr bei uns in Niedersachsen begrüßen – für einen Rückkampf, der dann vielleicht die Entscheidung bringt.“ (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 247 (10/2026).
Kennen Sie schon unsere Gratis-App?
Apple – https://unserhavelland.de/appapple
Android – https://unserhavelland.de/appandroid
Anzeige






























































