Kleine Idee, große Wirkung: Der neue Tauschschrank vor der alten Schule in Berge ist ein Treffpunkt für alle!
Was für eine schöne Idee: In Berge steht seit dem 9. September ein Tauschschrank. Hier können die Bewohner des Nauener Ortsteils all das einstellen, was ausrangiert wurde, aber noch zu gut zum Wegwerfen ist. Der nächste Besucher freut sich vielleicht über einen zünftigen Bierkrug aus Bayern oder über eine alte Backform. Bereits zum Start war der Tauschschrank gut gefüllt. Ortsvorsteherin Jana Meger möchte mit dem Tauschschrank aber auch das Miteinander fördern.
Bücherschränke gibt es schon so einige im ganzen Havelland. Oft werden ausrangierte Telefonzellen verwendet, um ausgelesenen Büchern die Chance auf einen neuen Besitzer einzuräumen.
Der Nauener Ortsteil Berge hat nun aber etwas, was so im östlichen Havelland noch einmalig ist – hier steht seit dem 9. September ein hölzerner Tauschschrank vor der alten Schule gleich unterhalb der Dorfkirche Peter und Paul. Hier können die Anwohner aus Berge all das einstellen, was sie nicht mehr brauchen – was aber vielleicht noch einen Nachbarn begeistern könnte. Das können Kuscheltiere, bunte Tassen, kuriose Flaschenöffner, Vasen oder Dekogedöns sein. Wie heißt es so schön auf einem Schild: „Was du nicht mehr brauchst, freut das Nachbarhaus“.
Zur Eröffnung um 16 Uhr waren bereits mehrere Dutzend Nachbarn aus Berge mit dabei, um den Tauschschrank gebührend zu feiern und sofort umfassend zu befüllen.
Jana Meger (48) ist die Ortsvorsteherin von Berge. Sie sagte bei der Einweihungsrede vor der Dorfgemeinschaft: „Tauschen ist nachhaltig und dörflich. Unser Tauschschrank soll aber auch ein Ort zum Treffen und zum Reden sein, eben ein Ort, an dem man sich untereinander austauschen kann. Deswegen steht vor unserem Tauschschrank eine Bank, damit man sich beim Reden auch einmal hinsetzen kann.“
Der Tauschschrank steht ganz bewusst vor der alten Schule. Jana Meger: „Die alte Schule ist unser Gemeindehaus, unser Herz von Berge. Hier finden das Jahr über viele Veranstaltungen statt, das ist unser Dorfleben für 600 Einwohner. Nun möchten politische Kräfte in Nauen, dass unser Gemeindehaus wirtschaftlich betrieben wird. Das ist natürlich gar nicht möglich, so eine Einrichtung ist immer ein Zuschussprojekt. Wir haben deswegen in Berge große Angst, dass unsere alte Schule geschlossen wird und so verfällt wie das Theater der Freundschaft in der Kernstadt. Mit dem Tauschschrank bekommt die alte Schule, die schon Generationen von Berger Kindern begleitet hat, eine neue, lebendige Aufgabe als Ort der Begegnung.“
Die Sorge ist da, dass die alte Schule verkauft oder abgerissen wird. Der Tauschschrank soll deswegen aufzeigen, wie wichtig der Ort für Berge ist. Schließlich trifft sich auch der Heimatverein in dem Haus. Und eine Band probt hier.
Jana Meger: „Es gibt aber zum Glück auch etwas Licht am Ende des Tunnels. Auf der letzten Stadtverordnetenversammlung haben wir zu unserer Freude Gelder bewilligt bekommen, um die Heizung und die Elektrik in der alten Schule zu ertüchtigen.“
Um den Tauschschrank kümmert sich Jana Meger ab sofort selbst: „Es gibt in der Straße auch einen Bücherschrank und ein Wetterhäuschen. Da schaue ich eh schon zwei bis drei Mal in der Woche nach dem Rechten. Das mache ich nun auch mit unserem Tauschschrank. Geht etwas kaputt oder wird überhaupt gar nicht getauscht, entferne ich es.“ (ϑ Text/Foto: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 247 (10/2026).
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