Funker treten in Falkensee zum globalen Wettbewerb an: Fieldday der Funkamateure aus Spandau!
Hört uns jemand? Falkensee suchte am 5. und 6. September Funkkontakt in alle Herren Länder. Funkamateure aus Spandau hatten einen „Fieldday“ ausgerufen und eine mobile Sendestation am Alten Fischerweg errichtet. Ziel war es im Rahmen eines weltumspannenden Wettbewerbs, binnen 24 Stunden so viele globale Funkkontakte wie nur möglich herzustellen. Das klappte gut. Die Funker nahmen Verbindung zu Stationen in Japan, Indonesien und im Ural auf.
Jens Engelmann (53) wohnt in Falkensee. Sein Verein, für den er sich in seiner Freizeit engagiert, sitzt aber in Spandau. Es ist der Ortsverband D06 Berlin Spandau. Der wiederum ist dem Deutscher Amateur-Radio-Club e.V. (www.darc.de) angegliedert. Ziel des Vereins ist es, den Amateurfunk zu fördern. Das scheint auch in Zeichen des Internets noch immer ein großes Thema zu sein: Der DARC gliedert sich in 24 Distrikte und 960 Ortsverbände.
Der Verein nimmt regelmäßig an nationalen und internationalen Funkwettbewerben teil. Jens Engelmann, der Elektrotechnik studiert und in diesem Fachgebiet auch promoviert hat, begeistert sich schon lange für den Amateurfunk: „Im Rahmen eines sogenannten Fielddays haben wir am 5. und 6. September an einem internationalen Wettbewerb teilgenommen. Falkensee war der perfekte Ort für diese Outdoor-Erfahrung. Die Aufgabe war es nämlich, auf dem freien Feld und fern von jeder verfügbaren Stromverbindung eine mobile Sendestation zu errichten, um anschließend 24 Stunden lang so viele Funkverbindungen wie nur möglich herzustellen und zu protokollieren. An diesem Wettbewerb haben sich Amateurfunker aus der ganzen Welt beteiligt.“
Die Amateurfunker durften den Grünzug am Alten Fischweg benutzen – dort, wo früher immer das Falkenseer Osterfeuer stattgefunden hat. Zum Ortsverband Spandau gehören etwa 80 Mitglieder im Alter zwischen 16 und 93 Jahren. Am Wettbewerb nahm ein knappes Dutzend Funker teil. Sie übernachteten zum Teil sogar vor Ort. Der Wettbewerb startete am Samstag um 15 Uhr nach der Aufbauphase. Das bedeutete: Es wurde die ganze Nacht durchgefunkt.
In Falkensee wurden nicht nur Übernachtungsmöglichkeiten eingerichtet und Zelte für die Funkstationen aufgebaut. Ein Generator sorgte außerdem für den benötigten Strom. Außerdem kamen zwei große mobile Sendeantennen zum Einsatz.
Jens Engelmann: „Zunächst einmal: Um überhaupt funken zu dürfen, muss man zunächst bei der Bundesnetzagentur eine Prüfung ablegen. Dabei gibt es drei Lizenzklassen, A, N und E genannt. A ist die höchste, da darf man mit bis zu 750 Watt Leistung funken – und zwar auf allen Frequenzbändern, die dem Amateurfunk zugewiesen sind. Aufgestellt haben wir eine Kurzwellenantenne – als Vertikalantenne, auch Groundplane genannt. Sie ist bis zu 15 Meter hoch. Hinzu kam eine UKW-Antenne. Mit der UKW-Antenne sind wir im europäischen Raum unterwegs, da kommen wir bis nach Kroatien und Ungarn. Das ist schon ziemlich weit, da wir nur mit 100 Watt gesendet haben. Bis nach Afrika kommen wir damit nicht. Wenn die Wetterbedingungen stimmen, können wir dafür aber mit der Kurzwellenantenne die ganze Welt erreichen. Beim Fieldday konnten wir Verbindungen bis in den Ural aufbauen. Gefunkt haben wir auch nach Jordanien, nach Japan und bis ins tiefe Russland hinein.“
Beim Funkwettbewerb wird die ganze Welt in kleine Schachbrettfelder eingeteilt. Je mehr Stationen man in verschiedenen Schachbrettfeldern erreicht, umso mehr Punkte gibt es. Jens Engelmann: „Kommt eine Funkverbindung mit einer anderen Funkstation zustande, tauscht man untereinander den Locator aus – und protokolliert das. Aus diesen Daten kann man sofort die Distanz berechnen. Dafür bekommen wir weitere Punkte. Um möglichst viele entfernte Stationen zu erreichen und viele Punkte einzuheimsen, kommt es gar nicht erst groß zu Gesprächen über Funk. Es reicht aus, wenn man nachweislich den Kontakt hergestellt hat. Wenn wir die Leute auf der Gegenseite aber kennen, wechseln wir natürlich trotzdem ein paar nette Worte. Amateurfunker fühlen sich als Wegbereiter der Völkerverständigung. Wir sind unpolitisch und sehen unsere Aufgabe darin, die Menschen über Funk zusammenzubringen.“
Tatsächlich liefen am Wochenende des 5. und 6. Septembers sogar gleich zwei getrennte Wettbewerbe – einer auf Kurzwelle, einer auf UKW.
Jens Engelmann: „Ich denke, dass bei jedem Wettbewerb etwa 1.000 Stationen mitgemacht haben. Wir haben allein auf Kurzwelle über 200 Verbindungen geschafft. Es dauert nun allerdings Tage bis Wochen, bis alle Stationen ihre Protokolle eingereicht haben und ein Gewinner feststeht. Wir hatten keine optimalen Wetterbedingungen, es gab Regen und Sturm, das reduziert die Qualität der Verbindungen und damit unsere Chancen. Zum Glück hat es uns aber keine Antenne umgeworfen und zerstört, das ist in der Vergangenheit schon passiert. Ein Problem war dieses Mal, dass zeitgleich der All-Asian-Contest nur für asiatische Funkstationen lief. Da war dort der Wille, mit uns zu funken, nicht sehr ausgeprägt.“ (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 247 (10/2026).
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