Wird Hellweg noch gerettet? Interessent für Falkenseer Standort gefunden!
Seit Monaten läuft eine Insolvenzwelle durch ganz Deutschland. Viele Unternehmen mit klingenden Namen geben auf: Hohe Betriebskosten und eine zu geringe Nachfrage sorgen für Verluste, die sich nicht mehr auffangen lassen. Nun hat es auch die 1971 gegründete Baumarktkette Hellweg erwischt: Im Juni 2026 musste das Unternehmen einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Essen stellen. Nun steht fest: Zumindest für den Standort Falkensee gibt es eine „Fortführungslösung“.
In vielen Falkenseer Häusern steckt ganz viel Hellweg drin. Die Hauseigentümer haben im Baumarkt vor Ort gern Werkzeug, Wandfarbe, Leuchtmittel, Schrauben oder Fliesen für ihre Renovierungen eingekauft. Das war einmal. Seit Mitte des Jahres ist bekannt, dass die Firma HELLWEG Die Profi-Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG insolvent ist. Die 68 Hellweg-Baumärkte in Deutschland haben zwar weiterhin geöffnet. Sie geben aber keine Gutscheine mehr aus und bestellen, so erzählte es ein Mitarbeiter vor Ort, auch keine neue Ware mehr nach. Die Gehälter der Mitarbeiter sind mit Hilfe des staatlichen Insolvenzüberbrückungsgeldes noch bis einschließlich November gesichert.
Viele Havelländer fragen sich: Wie geht es denn nun weiter mit „unserem“ Hellweg an der Spandauer Straße? Gibt es Hoffnung?
Zunächst zeichnete sich ab, dass sich kein Investor finden würde, der das vollständige Filialnetz übernehmen möchte. Die Folge: Hellweg wird zerschlagen. Aus diesem Grund steht bereits fest, dass die beiden Hellweg-Zentralen in Dortmund und Garching mit insgesamt 340 Mitarbeitern geschlossen werden müssen.
Aber wie sieht es mit den einzelnen Filialen aus? Eine Pressemeldung von Hellweg verkündete Ende August, dass „für eine Reihe von Filialen Investoren gefunden werden konnten. Diese übernehmen die jeweiligen Standorte einschließlich der dort beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“
Zurzeit stehen die Filialen Beckum, Berlin-Tiergarten, Berlin-Yorckstraße, Brandenburg, Dahlwitz-Hoppegarten, Dorsten, Dortmund-Hacheney, Dortmund-Kley, Essen-Borbeck, Essen-Rellinghausen, FALKENSEE, Halberstadt, Iserlohn, Mechernich, Münster-Gievenbeck, Potsdam, Schmalkalden und Steinfurt auf der Liste der Standorte, für die sich eine „Fortführungslösung“ abzeichnet.
Wer übernimmt diese 18 Standorte? Man weiß es noch nicht. In der Pressemeldung steht: „Die jeweiligen Erwerber werden zu gegebener Zeit selbst über ihre Planungen für die übernommenen Standorte und die weiteren Schritte informieren.“
Was passiert mit den anderen Standorten? Für sie sieht es nicht gut aus. Zu dem Thema äußert sich der Co-Sanierungsgeschäftsführer Karl-Friedrich Curtze in der Pressemitteilung: „Da nicht absehbar ist, für welche der verbliebenen Filialen noch eine Fortführungslösung gefunden werden kann, musste den dort beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorsorglich gekündigt werden.“
Die nicht von den Investoren übernommenen Filialen werden bis Ende November 2026 geschlossen. Der Geschäftsbetrieb läuft dort bis dahin aber noch im Rahmen des laufenden Abverkaufs weiter.
Hellweg nennt „Lieferkettenengpässe, geopolitische Unsicherheiten, eine allgemeine Konsumzurückhaltung, steigende Mieten sowie inflationsbedingte Kostensteigerungen“ als Gründe für die eigene Insolvenz auf. (ϑ Text/Foto: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 247 (10/2026).
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