Mehr Platz für die Feuerwehr: Schönwalde-Glien bekommt ein neues Depot im Dorf!
Was gehört in jeden noch so kleinen Ortsteil im Havelland? Eine Kirche und eine Feuerwehrstation. Im Dorf von Schönwalde ist das alte Feuerwehrhaus viel zu klein geworden, es platzt aus allen Nähten. Aus diesem Grund nimmt die Gemeinde Schönwalde-Glien 3,6 Millionen Euro in die Hand und baut ein neues und modernes Feuerwehrdepot. Auf dem Areal sollen nach und nach auch noch eine Kita, Unterkünfte für Wohnungslose und ein Bolzplatz entstehen. Am 25. August wurde der erste Spatenstich feierlich zelebriert – mit Innenminister Dr. Jan Redmann.
Die alte Feuerwehrwache steht mitten im Dorf von Schönwalde-Glien, nur einen Steinwurf von der kleinen Kirche entfernt. An diesem traditionellen Standort ist es aus Platzgründen leider nicht möglich, zu expandieren und einen größeren Neubau zu planen. Deswegen wird das dringend benötigte neue Feuerwehrdepot an einer ganz neuen Stelle errichtet – auf einer bislang noch nie bebauten Freifläche am Rand des Dorfes, direkt an der Kreuzung Bötzower Straße und Bötzower Landstraße.
Vor Ort werden nun rund 3,6 Millionen Euro investiert, um auf einer rund 6.700 Quadratmeter großen Fläche ein modernes Feuerwehrdepot mit einer Grundfläche von 850 Quadratmetern zu bauen – und zwar auf der Basis modernster Standards. Den Löwenanteil der Summe stemmt die Gemeinde. 800.000 Euro schießt das Land Brandenburg dazu. Dieses Geld kommt aus der Feuerwehrinfrastruktur-Richtlinie des Ministeriums des Inneren und für Kommunales.
Für das neue Bauprojekt, das Bodo Oehme als „eins der wichtigsten Infrastrukturprogramme der Gemeinde Schönwalde-Glien im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes“ bezeichnet, fand am 25. August der offizielle erste Spatenstich statt. Zu diesem Anlass reiste auch Brandenburgs Innenminister Dr. Jan Redmann an, der ebenfalls einen der Spaten in die Hände gedrückt bekam.
Dorothee Katzur ist die Ortswehrführerin der Freiwilligen Feuerwehr Schönwalde-Dorf. Sie fasste noch einmal eindrucksvoll zusammen, warum das neue Feuerwehrdepot so dringend nötig ist: „Im kommenden Jahr feiert unsere Ortsfeuerwehr ihr 100-jähriges Bestehen. Unser Gebäude musste in den letzten Jahren immer wieder mitwachsen. Es sind neue Fahrzeuge dazugekommen und unsere Mannschaft mit unserer aktiven Einsatzeinheit sowie der Alters- und Ehrenabteilung ist immer weiter gewachsen. Spätestens seit der Gründung der Jugendfeuerwehr im Jahr 2019 platzt unser altes Gebäude aus allen Nähten. Die Kinder und Jugendlichen aus unserer Jugendfeuerwehr hinterlegen ihre Einsatzuniform in der Küche. Seit dem letzten Jahr haben wir einen Mannschaftstransportwagen. Weil wir das nicht mehr mit im Gebäude unterstellen können, steht das Fahrzeug auch im Kalten draußen. Viele Standards für den Feuerwehrdienst können wir im aktuellen Gerätehaus gar nicht mehr erfüllen. Männer und Frauen ziehen nebeneinander ihre Einsatzkleidung an und aus. Nach einem schweißtreibenden Einsatz mit möglichem Kontakt zu Giftstoffen steht auch nur eine einzige Dusche zur Verfügung.“
Dabei hat die Ortswehrführerin auch einen Blick auf den Nachwuchs: „Wir wollen neue Kameraden und Kameradinnen für die Feuerwehr gewinnen und sie nicht abschrecken. Der Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus ist daher wirklich ein großer Tag für uns.“
Bürgermeister Bodo Oehme bedankte sich an dieser Stelle noch einmal bei der Freiwilligen Feuerwehr für die vielen Einsätze bei Bränden, Verkehrsunfällen und nicht zuletzt auch bei zwei Stürmen. Er haderte aber auch mit den Kosten. Die Bereitstellung der Feuerwehr sei eine „Pflichtaufgabe nach Weisung“: „Dann muss uns die Regierung nach dem Konnexitätsprinzip aber auch die Mittel geben, die nötig sind, um diese Aufgaben zu erfüllen.“
Der Ausbau des Feuerwehrdepots mit zeitgemäßen Funktionsräumen und einem Schulungsraum für die interne Weiterbildung sieht Bodo Oehme aber ebenfalls als notwendig an: „Mit den neuen Wohngebieten und der geplanten Entwicklung des Baugebietes Erlenbruch werden künftig noch deutlich mehr Menschen in Schönwalde-Dorf leben.“
Michael Koch ist Dezernent im Landkreis Havelland und hier auch für den Katastrophenschutz zuständig. Er lobte die gute Zusammenarbeit und brachte Zahlen mit: „Im Landkreis Havelland haben wir über 94 Ortswehren der Freiwilligen Feuerwehr mit über 2.000 aktiven Kameradinnen und Kameraden, die hier ihren Dienst tun und sich gegenseitig unterstützen.“
Interessant war zu erfahren, dass auf der 21.476 Quadratmeter großen Brache in Zukunft weitere Bauvorhaben geplant sind. Am „Gemeinbedarfsstandort“ sollen zusätzliche Einrichtungen für soziale und sportliche Zwecke entstehen. Angedacht sind eine Kindertagesstätte, eine Unterkunft für Wohnungslose und ein Bolzplatz für Kinder und Jugendliche.“ (ϑ Text/Fotos: CS / Visualisierungen: SEW Architekten und Ingenieure)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 246 (9/2026).
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