Neueröffnung in Falkensee: „Nachhaltig – Secondhand Mode“: Zweite Chance für Ausrangiertes!
Ein Blick in den Kleiderschrank zeigt: Vieles wird nur noch selten getragen, anderes gar nicht mehr. Beim Aussortieren stellt sich die Frage: Wohin mit den ausrangierten Sachen, die eigentlich noch viel zu gut zum Wegwerfen sind? Im Juli hat der Second-Hand-Laden „Nachhaltig“ im Falkenseer Falkenmarkt eröffnet. Melanie Linstädt präsentiert auf knapp hundert Quadratmetern Kleidungsstücke, Schuhe und Accessoires, die bei ihr die Chance auf ein zweites Leben bekommen.
Melanie Linstädt (56) setzt ganz auf Nachhaltigkeit. Kleidung, die der eine nicht mehr gern anzieht, trifft bei dem anderen genau den Geschmack. Gut erhaltene Kleidung sollte weitergetragen werden, anstatt ungenutzt im Schrank zu liegen.
Wer eine echte Alternative zum Altkleidercontainer sucht, bringt seine ausrangierten Hosen, Pullis und T-Shirts ins neue Lädchen von Melanie Linstädt, das den passenden Namen „Nachhaltig“ trägt. Vor Ort im Falkenseer Falkenmarkt bekommt man aber kein Geld für seine Sachspende, es wird auch keine Kommissionsware angenommen.
Die abgegebenen Anziehsachen werden sorgfältig geprüft, sortiert und bei Bedarf aufbereitet. Manches wird gewaschen, anderes gebügelt, bevor es seinen Platz im Laden findet. Hinter jedem Kleidungsstück, das später ordentlich auf dem Bügel hängt, steckt also viel Zeit.
Das Angebot bei „Nachhaltig“ ist vielfältig: Es gibt Damen-, Herren- und Kinderbekleidung sowie Schuhe. Gerade bei den Kindersachen ist die Auswahl sehr groß, auch vollständig ungetragene Stücke lassen sich finden. Viele Eltern kennen das Problem: Was man den Kindern im Sommer kauft, passt im Winter, ist im Frühling aber schon zu klein.
Das Angebot überrascht. Bei den Erwachsenen findet sich auch schon einmal ein Pailletten-Jumpsuit für die nächste Mottoparty. Hinzu kommen Taschen, Gürtel, Hüte, Caps und Schmuck. Und in einem kleinen Schnickschnackregal gibt es sogar einige Dekostücke zu entdecken.
Gerade diese Mischung macht den Reiz des kleinen Geschäfts aus. Man weiß vorher nie so genau, was einen erwartet.
Was Melanie Linstädt von den Spendern erhält, verkauft sie im eigenen Laden. Bei der Preisgestaltung verlässt sich die Second-Hand-Geschäftsfrau auf ihr Bauchgefühl: „Die meisten Spender bringen uns wirklich gute Kleidung. Teilweise sind die Sachen sogar noch neu und es hängen die Etiketten dran.“
Kleidung mit Flecken, starken Gebrauchsspuren oder anderen Mängeln gelangt nicht mehr in den Verkauf (Di-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-16 Uhr). Sie landen stattdessen in einer Kiste mit dem Schild „zum Verschenken“. Auch hier ist die Nachfrage vorhanden. Melanie Linstädt (Tel.: 03322-8401374): „Eine Kundin nimmt gern alte Jeans mit, um daraus Taschen zu nähen. Und so manche Mutti freut sich über Kinderkleidung mit kleinen Schönheitsfehlern, damit die Kinder darin basteln oder in der Kita toben können.“ (✪ Text: Sandy Kolbuch/cs / Fotos: SK)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 246 (9/2026).
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