AltersTraumaZentrum Nauen: Komplettversorgung für Senioren!
Das AltersTraumaZentrum (ATZ) der Havelland Kliniken an den beiden Standorten Nauen und Rathenow ist eine hochspezialisierte Einrichtung für die Versorgung älterer Patienten. Es kombiniert die Expertise aus Unfallchirurgie und Altersmedizin (Geriatrie), um nach Stürzen oder Knochenbrüchen eine bestmögliche Genesung zu gewährleisten. Im ATZ bleiben die Patienten immer auf ihrer Station – und werden hier von vielen Ärzten und Therapeuten versorgt. (ANZEIGE)
Mit steigendem Lebensalter wächst das Risiko, dass es bei einem plötzlichen Sturz auch zu Verletzungen, Bänderrissen und Knochenbrüchen kommt. Gerade bei Menschen ab dem 70. Lebensjahr reicht es nicht mehr aus, die Brüche einfach nur operativ zu richten. Oft nehmen die Senioren einen Klinikaufenthalt als eine echte Belastung wahr. Außerdem vertragen sie eine Narkose nicht mehr so gut, sodass es nach einem operativen Eingriff zu Orientierungsstörungen oder einem Delir kommen kann.
Kurzum: Gerade die Senioren benötigen im Krankenhaus eine Versorgung, die gleich mehrere medizinische und therapeutische Disziplinen und Fachrichtungen mit einschließt.
An den Havelland Kliniken wurde deswegen vor einigen Jahren das AltersTraumaZentrum Rathenow gegründet, das nach den strengen Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zertifiziert ist und 14 Behandlungsplätze anbietet. Mitte Februar 2026 ist nun auch das AltersTraumaZentrum am Standort Nauen hinzugekommen – mit noch einmal acht weiteren Plätzen. Die Nachfrage ist sehr hoch: Die verfügbaren Plätze sind eigentlich ständig belegt. Deswegen wird bereits darüber nachgedacht, die beiden AltersTraumaZentren (www.havelland-kliniken.de/alterstraumazentrum/) um weitere Plätze zu erweitern.
Die Klinik für Orthopädie und Traumatologie unter der Leitung von Chefarzt Andreas Pappas kümmert sich federführend um die ATZ und stellt zunächst die unfallchirurgische Versorgung sicher. Hinzu kommt die altersgerechte Behandlung der Patienten durch die Klinik für Geriatrie, die in den Havelland Kliniken von Chefarzt Max-Alfred Schaudig geführt wird.
Max-Alfred Schaudig: „Wir arbeiten interdisziplinär zusammen und sind als Vertreter der Geriatrie beratend mit an Bord. Wir besprechen zusammen die einzelnen Fälle und führen auch die Visiten der Patienten gemeinsam durch.“
Hinzu kommen speziell geschultes Pflegepersonal, verschiedene Therapeuten und der Sozialdienst. Oberstes Ziel ist es stets, die Selbstständigkeit der Patienten zu erhalten bzw. wiederherzustellen, damit sie zügig in ihre häusliche Umgebung zurückkehren können.
Tim Kelp ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie: „Am Standort Nauen haben wir seit Februar eine eigene unfallchirurgische Station für Endoprothetik und traumatologische Patienten – das ist die Station 8. Eingebettet in diese Station sind die alterstraumatologischen Betten. Hier können wir älteren Patienten, die etwa gerade eine neue Endoprothese erhalten haben, ein Rundum-Sorglos-Paket mit einer direkten Anschlussbehandlung bieten. Unsere Patienten kommen aus der Unfallchirurgie zu uns, aber auch aus dem orthopädischen Pool – etwa, wenn sie geplant eine neue Hüfte, ein neues Kniegelenk, eine neue Schulter oder ein neues Ellenbogengelenk bekommen haben.“
Eine echte Besonderheit im AltersTraumaZentrum ist, dass die Patienten in ihrem Bett und auf ihrer Station bleiben, auch wenn die orthopädische in die geriatrische Behandlung übergeht. So bleibt die Umgebung die gleiche, was für viele ältere Menschen sehr beruhigend ist.
Tim Kelp: „Oft ist es ja im orthopädischen Alltag so, dass ein Patient nach einem chirurgischen Eingriff nur wenige Tage bei uns bleibt und dann an anderer Stelle weiterversorgt wird. Wir haben jetzt im ATZ die Möglichkeit, die Patienten länger zu betreuen und so auch ihren weiteren Verlauf viel besser mitzubekommen.“
Max-Alfred Schaudig: „Die Patienten, die in das ATZ aufgenommen werden, werden von uns noch bei der Aufnahme geriatrisch gesehen. Wir können vor einer Operation eine Delirprävention durchführen, sodass die Senioren bei und nach der Operation gut betreut werden und nicht delirant werden, also an einem vorübergehenden Verwirrtheitszustand nach der Narkose leiden. Wichtig ist auch, dass gerade diese Patienten nicht von Station zu Station geschoben werden, sondern immer an einem Ort bleiben, wo sie die Umgebung und auch das Personal kennen.“
Die Geriatrie kümmert sich nach der Operation um eine Komplexbehandlung der ATZ-Patienten. Sozialarbeiter, das Entlassungsmanagement, Psychologen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und bei Bedarf auch Logopäden sind in dieser Zeit direkt am Patienten dran und kümmern sich darum, dass die Senioren nach in der Regel 14 Tagen wieder in ihren Alltag entlassen werden können. Mitunter schließt sich auch eine orthopädische Reha an – etwa direkt in der Tagesklinik im Krankenhaus, die auf der gleichen Etage liegt.
Max-Alfred Schaudig: „Das Charmante an unserer Versorgungskette ist: Unsere Therapeuten machen die Senioren fit für den Alltag in den eigenen vier Wänden. Wenn sie etwa sechs Wochen lang das Bein nicht belasten dürfen, zeigen wir den Senioren, wie sie zu Hause zurechtkommen, wie sie alleine auf die Toilette gehen, wie sie Treppen steigen oder wie sie mit einem Gehbock laufen können. Viele unserer Patienten wohnen in der Nähe des Krankenhauses. Sie können mit unserem Entlassungsmanagement und dem Sozialdienst das Poststationäre organisieren. Da geht es etwa darum, ob die Patienten auch zu Hause noch eine Hauskrankenpflege oder eine ambulante Physiotherapie benötigen.“
Kann jeder Patient ins AltersTraumaZentrum aufgenommen werden?
Sabrina Wörl, Leitende Oberärztin der Geriatrie: „Wir beraten bei jedem einzelnen Fall, ob es passt. Perfekt für das ATZ sind Senioren, die motiviert sind und die auch ein Verständnis für die Anweisungen der Therapeuten aufbringen. Patienten mit multimorbiden Leiden, die zu einer entsprechenden Zusammenarbeit nicht mehr in der Lage sind, würden wir eher nebenan in der Geriatrie behandeln. Und natürlich ist es so, dass wir auch tatsächlich einen freien Platz im ATZ haben müssen.“
Im AltersTraumaZentrum stellt sich das ganze Team auch Fragen, die für eine Behandlung im Krankenhaus eher unüblich sind. Sabrina Wörl: „Wir wollen wissen: Warum ist ein Patient überhaupt erst gestürzt? War es Schwindel, war es eine Herzrhythmusstörung, lag es vielleicht an der fehlenden Gangsicherheit? Oder vielleicht ist die eigene Wohnung voller Stolperfallen, sodass sie seniorengerecht umgebaut werden müsste? Wenn wir diese Ursachen abgeklärt haben, schauen wir, ob sich die Problemlagen abstellen lassen, damit es nicht noch einmal zu einem Sturz kommt. Darüber hinaus schauen wir, ob nicht vielleicht ein Pflegegrad beantragt werden sollte, ob weiterführende Unterstützung nötig ist oder ob ein Rollstuhl empfehlenswert wäre.“
Tim Kelp: „Wir führen auch eine Knochendichtemessung durch. Liegt eine Osteoporose vor, kann auch ein leichter Sturz schon zu einem Knochenbruch führen. Das ATZ in Rathenow ist ja bereits zertifiziert. In Nauen streben wir eine Zertifizierung im nächsten Jahr an.“
Die Komplettbehandlung im ATZ kommt bei den Patienten gut an. Die Zufriedenheit ist hier von Anfang an besonders hoch. (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 245 (8/2026).
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