33. Ketziner Fischerfest: Großer Festumzug durch die Ketziner Altstadt!
Ketzin ist eine alte Fischerstadt direkt an der Havel. Das Fischen hat Tradition im kleinen Ort; die alten Bräuche wollen auch weiterhin gefeiert werden. Jedes Jahr findet deswegen das große Fischerfest in Ketzin statt. Es sorgt für Unterhaltung und jede Menge Trubel im Ort – und das gleich drei ganze Tage lang. Neben dem Kutterrudern und dem Ketziner Fischzug ist der traditionelle Festumzug durch die Altstadt das größte Highlight vom ganzen Fest.
Das Ketziner Fischerfest findet seit dem Jahr 2004 einmal im Jahr statt, davor wurde es nur alle vier Jahre gefeiert. 2024 fiel das Fischerfest einmal überraschend aus, seit 2025 gibt es mit der Cottbusser Brauhaus GmbH aber einen neuen Veranstalter, der sich im Schulterschluss mit der Stadt Ketzin/Havel um die Organisation und die Durchführung des Festes kümmert.
Das Fischerfest (www.fischerfest-ketzin.de) wird immer am dritten Wochenende im August in den Terminkalender der Region geschrieben. In diesem Jahr fiel das 33. Ketziner Fischerfest auf den 14. bis 16. August.
Traditionell geht es am Freitag los mit der Ernennung der neuen Fischerkönigin, mit dem Salutschießen der Plauer Schützengilde von 1875 und mit einem großen Höhenfeuerwerk.
Am Samstag organisiert der Seesportclub Ketzin e.V. immer das beliebte Kutterrudern auf der Havel. Und rund um die Havelpromenade gibt es einen umfassenden Budenzauber, einen Rummel mit Fahrgeschäften, ein Riesenrad und zahlreiche musikalische Auftritte auf der großen Bühne am Festplatz, etwa vom Shanty Chor der Wasserschutzpolizei Land Brandenburg e.V.
Sonntags geht es weiter mit dem großen Bühnenprogramm. Eine Besonderheit an diesem Tag ist der Ketziner Fischerzug samt einer sich anschließenden Fischversteigerung.
Um 11 Uhr kommt es am Sonntag zum Höhepunkt des Ketziner Fischerfestes – der große Festumzug durch die Altstadt steht an. Zu dieser Uhrzeit stehen die Zuschauer und Anwohner bereits dicht an dicht an der Straße und warten darauf, dass sich der Zug endlich in Bewegung setzt.
Auch in diesem Jahr bogen die ersten Wagen pünktlich vom Mühlenweg aus in die Nauener Straße ein. Bernd Lück, der ehemalige Bürgermeister von Ketzin und inzwischen Ehrenbürger der Stadt, führte den Umzug zu Fuß mit der geschwenkten Ketzin-Fahne an. Die Kolonne zog im Schritttempo durch den Ort, passierte die Rathausstraße und das Ketziner Rathaus, um dann bis zum Markt zu gelangen.
Die Teilnehmer des Festumzugs hatten sich zu thematischen „Bildern“ zusammengefunden. Mehrere festlich geschmückte und mit reichlich Schaumstofffischen verschönerte Boote rollten samt Neptun und Meerjungfrauen durch den Ort. Die Fächerfrauen, die Linedance-Ladies und die Seniorensportgruppe Ketzin/Havel waren zu Fuß unterwegs, während die motorisierten Schrauber der „Ostblechschmiede“ auf ihren noch erhaltenen DDR-Motorrädern knatternd die Parade abschlossen.
Tolle Verkleidungen gab es zu sehen. Ein kompletter Zirkus samt Clowns und Muskelmännern unterhielt die Massen, die Beatles fanden spontan wieder zusammen, die drei Musketiere zückten den Degen und sogar eine lebendige Ketchupflasche war im Festumzug auszumachen.
Die Kinder freuten sich: Aus vielen Händen wurden Süßigkeiten aus dem Umzug heraus in die Menge geworfen. Wenn man einen Festumzug auf dem Fischerfest hat, braucht man nicht bis zum Fasching warten.
Ketzins Bürgermeisterin Katrin Mußhoff fuhr stilecht in einem rollenden Boot mit. An ihrer Seite – die wiedergewählte Fischerkönigin Joane Brömme.
Bürgermeisterin Katrin Mußhoff hatte sichtlich Spaß daran, beim Festumzug mitzufahren. Das Lob für die Organisation gab sie allerdings umgehend weiter: „Der Festumzug wird seit vielen Jahren von Birgit Behr organisiert, sie macht das ganz toll. Das ganze Jahr über spricht sie bereits Vereine, Institutionen, Firmen und Privatleute an, ob sie nicht vielleicht beim Umzug mitmachen möchten. In diesem Jahr fand das Fischerfest ja auch mitten in den großen Ferien statt, da waren viele leider verreist. Sie hat es aber trotzdem geschafft, einen großen Zug auf die Beine zu stellen. Das Motto vom Umzug lautete in diesem Jahr übrigens: ‚Ketzin – Bühne frei‘.“
Am Markt hatte man eine kleine Bühne aufgestellt. Hier hielt Moderator Udo Feist den Festumzug an, um die einzelnen Bilder für das Publikum vorzustellen. Birgit Behr war mit dem Mikrofon mittendrin und nicht nur dabei: Sie befragte die Teilnehmer, wie sie denn auf ihre Kostümideen gekommen sind und was sie darstellen sollten.
Nachdem der Umzug sein Ziel erreicht und alles erneut wunderbar geklappt hatte, fiel der Cheforganisatorin auch spürbar ein großer Stein vom Herzen. Birgit Behr, die übrigens nicht in der Stadtverwaltung angestellt ist und den Umzug auf rein privater Ebene seit 2011 ehrenamtlich auf die Beine stellt: „In diesem Jahr hatten wir etwa 15, 16 Bilder beim Festumzug. Weit über 250 Teilnehmer sind die Parade mitgelaufen. Es sind sonst eigentlich immer noch mehr, aber durch die Sommerferien fehlten uns zum Beispiel die Kitakinder.“
Für alle Außenstehenden lief der Umzug wie ein gut geöltes Uhrwerk ab. Ist alles gut gegangen? Birgit Behr: „Im Vorfeld bin ich immer ein wenig aufgeregt, es kommt ja immer etwas dazwischen. Es läuft nie so, wie man das geplant hat. Ich gebe immer mein Bestes.“
Das hat man gesehen. Es war eine schöne Parade mit tollen Kostümen, fröhlichen Teilnehmern und einem sehenswerten Abschlussbild aller Teilnehmer vor der Hauptbühne.
Katrin Mußhoff ist froh, dass es nach der Pause 2024 mit einem neuen Veranstalter wieder weitergeht mit dem Fischerfest: „Wir haben mit dem Veranstalter einen Konzessionsvertrag über vier Jahre. In diesem Jahr fand das Fischerfest zum zweiten Mal unter der Leitung der Cottbusser Brauhaus GmbH statt. Wir sind im Nachgang sehr zufrieden. Man merkt es ja, alle Besucher waren zufrieden, die Stimmung war sehr positiv. Wir hatten eine wirklich schöne Atmosphäre auf dem ganzen Gelände. Wir hatten auch wieder viele Zuschauer beim Umzug, das Fischerfest ist uns wieder gut gelungen.“ (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 246 (9/2026).
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