Frischer Zander aus der Havel: Fischversteigerung auf dem 33. Ketziner Fischerfest!
Ketzin liegt direkt an der Havel. Der Fluss prägt den Ort schon immer. Nicht umsonst findet sich im Wappen der havelländischen Stadt ein „Knüttespun“. Das ist eine Garnnadel, mit der man früher Fischernetze geknüpft hat. Die lange Fischertradition schlägt sich auch heute noch im Ketziner Fischerfest nieder. Auch bei der 33. Neuauflage fand am Sonntag der traditionelle Ketziner Fischerzug statt. Fischer Lutz Schröder holte 400 Meter Netze aus der Havel ein. Der schuppige Fang wurde noch an Ort und Stelle versteigert.
Darauf freut sich jedes Jahr der ganze Ort: Zum Ketziner Fischerfest gehört ganz selbstverständlich auch der Ketziner Fischerzug mit dazu. Er findet traditionell immer am Sonntag statt – an der Slip-Anlage am Havel-Ufer, an der sonst Boote angelandet werden.
Um 13:30 Uhr am 16. August fanden sich schnell die ersten Schaulustigen ein, nur wenig später war an der Slip-Anlage kein einziger Sitz- oder Stehplatz mehr frei. Die gut 200 Zuschauer verfolgten gespannt, wie der Fischer Lutz Schröder mit dem Boot vorfuhr, um die Fischerkönigin Joane Brömme an Bord zu nehmen. Sie sollte den Fischern bei ihrem aktuellen Fang ganz besonders viel Glück bringen.
Anschließend konnten alle Zaungäste dabei zusehen, wie die Fischer an die 400 Meter Netz in der Havel ausbrachten. Zwei Netzkähne zogen das Netz in Richtung Slip-Anlage. Die Fischer holten die Fangnetze ganz langsam ein. Zum Schluss mussten vier Mann mit anpacken, um den Fang an Land zu holen.
Verantwortlich für die Live-Vorführung war einmal mehr Lutz Schröder, dessen Fischereibetrieb (www.plauer-fisch.de) seit 1577 und somit seit 14 Generationen in Familienbesitz ist. Die Familie, die ihren Fischfang im Hofladen und auch auf Märkten verkauft, hat ihr Fangrevier u.a. auch in der Havel vor Ketzin.
Am Ende glitzerte es silbern im eingeholten Netz. Was hatten die Fischer wohl in diesem Jahr aus der Havel geholt? Die kleinen Fische wanderten gleich wieder ins Wasser, die größeren wurden begutachtet und gleich vor Ort fachgerecht getötet. Auf den Erfolg wurde angestoßen – mit hochprozentigem alkoholischen „Fangwasser“. Auch Ketzins Bürgermeisterin Katrin Mußhoff konnte sich diesem Brauch nicht entziehen.
Der Fang wurde anschließend gleich versteigert. Udo Feist brauchte als Moderator nicht lange, um etwa einen 3-Kilo-Zander und einen 7-Kilo-Wels zu Geld zu machen. Auch mehrere Tüten Aal wurden versteigert. Udo Feist: „Für alle, die einen Fisch ersteigert haben, ist das Fischerfest damit eigentlich sofort vorbei. Der Fisch muss schnell in die Kühlung, sonst verdirbt er bei den sommerlichen Temperaturen.“
Das eingenommene Geld ist nicht allein für die Fischer da. Lutz Schröder versprach: „300 Euro gehen an die Ketziner Jugendfeuerwehr.“ (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 246 (9/2026).
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