Kutterrudern auf der Havel: 26. Ketziner Havelfest vom Seesportclub Ketzin e.V. mit Wettbewerb!
Der Seesportclub Ketzin e.V. lädt seit vielen Jahren zum „Ketziner Havelfest“ auf dem eigenen Wassersportgelände direkt an der Havel ein. Inzwischen findet das Fest sogar im Rahmen des „Ketziner Fischerfestes“ statt. Am 15. August war es wieder einmal so weit: Der große Kutterrudern-Wettkampf stand an. Ein Dutzend Mannschaften aus der Region ging im schweren Kutter an den Start. Wer war wohl der Schnellste?
Das dreitägige „Ketziner Fischerfest“ reiht eine sehenswerte Attraktion an die andere. Eine davon – das große Kutterrudern direkt auf der Havel.
Ausrichter für den Wettbewerb ist der Seesportclub Ketzin e.V. (www.seesportclub-ketzin.de), der es in diesem Jahr im Rahmen des selbst organisierten „Ketziner Havelfestes“ bereits zum 26. Mal ausgerichtet hat. Am 15. August ging es bereits morgens um neun Uhr in der eigenen Marina direkt an der Havel los: Die beiden Kutter des Vereins wurden zu Wasser gelassen, die ersten Teams schnappten sich die Ruder und der Schlagmann stimmte lautstark den Rhythmus an.
Für den Seesportclub Ketzin e.V. ist das Rudern auf der Havel ganz alltäglich. Im Verein gibt es über einhundert Mitglieder, über 30 von ihnen sind im Leistungssport aktiv – und treten auch bei Deutschen Meisterschaften und anderen großen Wettbewerben an.
Wilfried Luth ist der erste Vorsitzende im Verein an der Havelpromenade. Er erklärt: „Beim traditionellen Kutterrudern, das wir einmal im Jahr veranstalten, stellen wir selbst keine Mannschaft, das wäre nicht fair. Wir verstärken mit unseren Leuten aber die anderen Teams, sodass eigentlich in jeder Mannschaft jemand aus unserem Verein mit an Bord ist. Für das 26. Kutterrudern hatten sich in diesem Jahr zwölf Mannschaften angemeldet. An den Start sind vier reine Männerteams gegangen. Hinzu kamen sieben Mixed-Mannschaften mit jeweils fünf Frauen und fünf Männern an den Rudern. Eine reine Frauenmannschaft gab es auch. Leider nur eine, die zweite hat kurzfristig abgesagt.“
Die teilnehmenden Teams kamen aus dem ganzen Bundesland. Da gab es etwa die „Havel Haie“, die „Pyranhas“, die „Havelknechte“, die „Stichlinge“, den „Marineclub Rheinsberg“ und die „Dorsche“. Alle Teams hatten sich einheitliche T-Shirts machen lassen und trumpften mit beeindruckenden Logos auf.
Wilfried Luth: „Viele Teams sind bereits alte Bekannte, die in jedem Jahr mit an den Start gehen. In diesem Jahr haben wir die ‚Havelvikinger‘ vermisst, die sich sonst immer mit den Dorschen einen packenden Wettkampf um den Pokal geliefert haben. Unser Wettbewerb geht über eine Strecke von 200 Metern, dann kommt eine Wende und es geht 200 Meter wieder zurück bis zum Start. Jedes Team bestreitet zwei Rennen, wobei beim zweiten Lauf der Kutter getauscht wird. Die beiden Boote sind jeweils über tausend Kilo schwer. Das ist schon Schwerstarbeit, sie in Bewegung zu bringen.“
Ganz neu am Start war in diesem Jahr das Team „Havelmüllis“. Die Besonderheit: Das ganze Team arbeitet für die HAW, also für die „Havelländische Abfallwirtschaft“. HAW-Mitarbeiterin Yvonne Ritzau lebt selbst in Ketzin/Havel und war als Schlagfrau für den Rudertakt ihres Mixed-Teams verantwortlich: „Wir sind eine reine Freizeitmannschaft, die meisten von uns sind echte Frischlinge im Boot. Einige von uns hatten nur acht Mal Training bis zum großen Wettbewerb. Das größte Problem für alle Teams ist übrigens die Wende nach 200 Metern. Man verlangsamt die Fahrt, fährt um die Boje herum und versucht dann, über eine Tonne Boot wieder in Fahrt zu bekommen. Für die Ruderer, die Wettbewerbe gewohnt sind, sind die 2 x 400 auch eine eher ungewohnte Strecke. Normalerweise geht ein Rennen über 5.000 Meter.“
Am 15. August zeigte das Thermometer schon vor dem Mittag weit über 30 Grad. Sonne und Hitze – ist das gut beim Paddeln? Mario Gehrke, ebenfalls aus Ketzin/Havel und mit im Team der „Havelmüllis“: „Nein, wir hätten es gern zehn Grad kälter gehabt. Auf dem Wasser gab es auch kaum einen erfrischenden Luftzug. Da hatte man mit der heißen Luft ganz schön zu kämpfen.“
In den einzelnen Teams entdeckten die Zuschauer durchaus einige „Promis“ aus dem Havelland. Für die „Havelknechte“ trat etwa Sandy Schulz an, Ortsvorsteherin von Tremmen: „Ich bin bestimmt schon seit fünf Jahren mit beim Kutterrudern dabei. Rudern ist ein toller Ausgleichssport. Das tut meinem Rücken richtig gut.“
Bei den „Havelhechten“ gingen Maurice Henrihar („MHG Garten- und Gebäudeservice“) und Dominik Richter („Baumrichter“) an den Start. Dominic Richter: „Wir sind das zweite Jahr beim Kutterrudern mit dabei. Und wir sagen: Aus Spaß wird langsam Ernst. Wir trainieren regelmäßig und sind in kurzer Zeit ein tolles Team geworden.“ (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 246 (9/2026).
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