Kino-Filmkritik: Vaiana
Im Dezember 2016 durfte man sich in Deutschland in die polynesischen Gefilde träumen: Disney brachte den tropischen Animationsfilm „Vaiana“ ins Kino. Im Film lernen wir die mutige Häuptlingstochter Vaiana von der Insel Motunui kennen, die später einmal die Verantwortung für ihr ganzes Volk übernehmen soll. Als eine geheimnisvolle Krankheit alle Pflanzen verdorren lässt, segelt sie ganz allein (naja, ein beklopptes Huhn ist noch mit dabei) über das Meer, um den Halbgott Maui zu suchen.
Er soll das Herz der Göttin Te Fiti gestohlen haben. Erst wenn es zurück auf die Insel gebracht wird, findet die Natur zu ihrem Gleichgewicht zurück.
Zehn Jahre später legt Disney das bunte Meeresdrama noch einmal komplett neu auf – dieses Mal aber als Realfilm. Thomas Kail inszeniert das Abenteuer mit realen Darstellern. Catherine Lagaʻaia spielt die Vaiana. Megastar Dwayne Johnson, der bereits im Animationsfilm den Halbgott Maui gesprochen hat, verkörpert ihn nun auch noch selbst und hat mit seinem wallendem Lockenhaar sichtlich Spaß an der Rolle.
Der Realfilm weicht kaum vom Original ab, sondern ist nahezu Szene für Szene gleich aufgebaut. Da die Kulissen aber auch im Echtfilm nahezu komplett aus dem Computer stammen, fehlt beim Zuschauer das Gefühl, dass „Vaiana“ in der realen Welt stattfindet. Wie sagte ein Kritiker recht böse: Der Realfilm wirkt so, als hätte man eine KI darum gebeten, aus dem Animationsfilm kurzerhand eine echte Verfilmung zu machen.
Der Film vermag jedoch nicht recht zu zünden. Wenn es selbst im großen Kino 1 des Berliner Zoo-Palasts bei den Actionszenen nicht laut kracht und scheppert, sondern nur leise rummst, kommt keine Dramatik auf. Insbesondere Vaiana steht in den Actionszenen oft völlig unbeteiligt im Weg, ihr fehlt jede Körperspannung.
Das komplett aus der CGI-Hölle stammende Huhn entpuppt sich als größter Nervfaktor des Films. Gerettet wird der Streifen vor allem von Dwayne Johnson, der seine Rolle herrlich selbstironisch anlegt, ganz allein für den Humor in „Vaiana“ verantwortlich ist und mit einer Freude aufspielt, die ansteckend ist.
Die preisgekrönten Lieder und die Musik des Originals wurden eins zu eins übernommen. (CS / Verleih: Disney)
Wertung: ♠♠♠/♠♠ (3 von 5)
FSK: 6 – Dauer: 116 Minuten
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=OyQPNSxZRIE
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 245 (8/2026).
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