Mehr Gewerbe in Schönwalde-Glien gewünscht: Kommt ein Gewerbegebiet Perwenitz II?
Die Gemeinde Schönwalde-Glien würde gern ein neues Gewerbegebiet „Perwenitz II“ ausweisen – am liebsten auf einer 37 Hektar großen Brachfläche direkt neben dem bereits bestehenden Gewerbegebiet in Perwenitz – kurz vor den Toren des MAFZ und mit Anbindung an die A10. Dagegen hat allerdings die Obere Naturschutzbehörde etwas: Das Gelände wird als Landschaftsschutzgebiet geführt. Am 5. August war Landrat Roger Lewandowski zu Besuch in Schönwalde-Glien. Bürgermeister Bodo Oehme bat um Unterstützung.
In Schönwalde-Glien leben rund 11.000 Menschen. In der Gemeinde sind auch einige große Firmen ansässig, die vor allem in den drei Gewerbegebieten Perwenitz, Wansdorf und Erlenbruch ihrer Tätigkeit nachgehen.
Die verfügbaren Flächen sind belegt. Am Standort Perwenitz sind u.a. die Wurstwarenfertigung Wilhelm Brandenburg, der Schienenfahrzeughersteller Stadler, das PS Karosserie- und Lackierzentrum und Meyer Erdbau präsent.
Gern würde Schönwalde-Glien in Perwenitz ein weiteres Gewerbe- und Industriegebiet ausweisen, das den Namen „Perwenitz II“ erhalten soll. Erste Überlegungen zielen darauf ab, es südlich angrenzend direkt neben dem ersten Gewerbegebiet anzusiedeln. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die hier bereits ansässigen Firmen könnten sich vergrößern. Und die A10 verläuft direkt vor der eigenen Haustür und verspricht eine optimale Anbindung an die Verkehrsadern Deutschlands.
Bürgermeister Bodo Oehme: „Uns steht vor Ort eine Fläche von 37 Hektar zur Verfügung, die direkt an die A10 angrenzt. Wir haben bereits eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, ein B-Planverfahren aufgesetzt und die erste Stufe im Beteiligungsverfahren absolviert.“
Da das Plangebiet aber mitten im Landschaftsschutzgebiet liegt, muss das Brandenburger MLEUV zustimmen, also das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. Dabei ginge es dann um eine „Aufhebung des bestehenden Normenkonflikts“ und ein „Zustimmungsverfahren gemäß dem Brandenburgischen Naturschutzausführungsgesetz“.
Bodo Oehme: „Leider haben wir einen vernichtenden Schlag von der Oberen Naturschutzbehörde bekommen.“ Die Behörde schlug vor, stattdessen lieber Flächen zu suchen, die eben nicht in einem Landschaftsschutzgebiet liegen.
Bodo Oehme gab zu bedenken, dass sich die Gemeinde vor allem aus den Lohnsteueranteilen der Bewohner finanziert – mit einem kleinen Bonus über die Gewerbesteuer. Da die Kommunen in Brandenburg per se immer größere Probleme damit haben, sich auskömmlich zu finanzieren, wäre ein Mehr an Gewerbesteuereinnahmen sehr willkommen. Jörg Meyer, ehemaliger Ortsvorsteher von Perwenitz: „Wir müssen uns langsam einmal überlegen, wovon wir in Zukunft leben möchten.“
Am 5. August war Landrat Roger Lewandowski im Rahmen seiner Ortsbesuche in Schönwalde-Glien zu Gast – und schaute sich die karge Wiesenfläche an der A10 an, die sich nach den Vorstellungen von Bodo Oehme in ein Gewerbegebiet verwandeln soll. Lewandowski: „Wir werben ja dafür, dass die Gemeinden neue Gewerbegebiete ausweisen. Weil wir vom Landkreis selbst keine mehr haben und weil die Firmen noch immer nach Flächen suchen. Es ist wirklich nicht einfach, geeignete Flächen zu finden, weil tatsächlich der größte Teil unseres Landkreises als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist. Wir unterstützen die Kommunen sehr gerne. Aber zuständig ist nun einmal das Ministerium.“
Landrat Roger Lewandowski sicherte immerhin zu, das Thema noch einmal bei einem Termin mit der Wirtschaftsministerin anzusprechen. Viel Hoffnung sah er allerdings nicht für das Gewerbegebiet „Perwenitz II“. (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 246 (9/2026).
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