Kino-Filmkritik: The Mandalorian and Grogu
Mit „Star Wars“ sind ganze Generationen aufgewachsen. Seitdem George Lucas die Kontrolle aber an Disney übergeben hat, haben die Geschichten im Weltall nicht mehr dieses kultige Momentum, das die Filme um Luke Skywalker früher ausgezeichnet hat. Sieben Jahre hat es nach „Episode 9 – Der Aufstieg Skywalkers“ gedauert, bis endlich wieder ein richtiger „Star-Wars“-Film in die Kinos kommt. „The Mandalorian & Grogu“ erzählt die Geschichte des Mandalorian-Kriegers Din Djarin (Pedro Pascal) und seines Mündels Grogu weiter.
Grogu ist ein kindlicher Yoda – und ein echter Fanmagnet, seitdem das ungleiche Duo auf dem Streamingdienst Disney+ eine eigene Serie bekommen hat.
Din und Grogu sind also wieder da. Sie lassen sich von Colonel Ward (Sigourney Weaver) anheuern, um die letzten imperialen Warlords aufzuspüren, die sich nach dem Fall des Galaktischen Imperiums auf fernen Planeten versteckt halten. Im Film führt Din und Grogus Weg direkt auf den Planeten der Hutts. Wir alle erinnern uns an Jabba the Hutt. Seine Verwandten sind auf keinen Fall liebenswerter als das Original.
Der dreizehnte Film im Star-Wars-Kanon wurde von Jon Favreau zum Teil geschrieben, vor allem aber komplett als Regisseur verantwortet. Die Erwartungen liegen schwer auf Favreaus Schultern. Er muss das alte Star-Wars-Feeling wieder wachkitzeln, das die Fans so sehr vermissen.
Jon Favreau nähert sich den Fans an, indem er seinen ganzen Film so inszeniert, als hätte George Lucas ihn Ende der Siebzigerjahre gedreht. Die Bilder sind erstaunlich verwaschen und unscharf, manchmal werden die Motive wie von einem diffusen Nebel verdeckt. Selbst die Raumschiffe mit ihren großen Knöpfen wirken erstaunlich retro. Und bei den Monstern merkt man, dass sie entweder aus dem Animationsrechner kommen oder aber in ganz alter Technik handgefertigt sind.
Beim Filmegucken denkt man gleich an mehreren Stellen: Hey, der Film ist von 2026, das könnte man doch durchaus auch einmal sehen. Star Wars war schon immer dreckig und nie so klinisch sauber wie Star Trek. Aber man könnte den Dreck doch auch in HD zeigen. Nur in den Zooms auf einzelne Gesichter wird das Bild plötzlich kurz scharf. Schade.
„The Mandalorian & Grogu“ wird die Fangemeinde ganz böse in zwei Lager teilen. Die eine Hälfte wird den Film lieben, weil er sich von den Bildern her so anfühlt wie früher. Weil er für mächtig Action und Krawall und Bumms auf dem Bildschirm sorgt. Und weil der Mandalorian einfach cool ist und Grogu zum Niederknien niedlich.
Die andere Hälfte wird enttäuscht aus dem Kino wanken. Denn die Geschichte, die hier in zwei Stunden erzählt wird, ist für die Fortschreibung der Star-Wars-Saga völlig unbedeutend. Ob es den Film nun gibt oder nicht, wird die große Geschichte in einer fernen Galaxie höchstens um eine Fußnote voranbringen. Das ist leider so, als hätte man nur eine weitere Folge in einer Serie gesehen. Für einen Kinofilm ist das zu wenig. Auch wenn man dafür im Kino das Vergnügen hat, Martin Scorsese in einer Sonderrolle als außerirdischer Imbisskoch zu sehen.
Erschwerend kommt dazu, dass der Mandalorian natürlich ständig seinen Helm auf der Rübe hat. So sieht man sein Gesicht nicht – und in der Folge keine einzige Gefühlsregung. Grogu ist letztlich auch nur eine mechanisch bewegte Puppe wie aus dem Muppet-Kosmos – mit einer doch sehr beschränkten Mimik. Tja, da fehlt es echt an menschlichen Figuren, mit denen man mitfiebern kann und denen die Todesangst auch einmal ins Gesicht geschrieben steht.
Vielleicht wird es ja im Mai 2027 besser, wenn „Star Wars: Starfighter“ mit Ryan Gosling folgen soll. (CS / Verleih: Disney)
Wertung: ♠♠♠/♠♠ (3 von 5)
FSK: 12 – Dauer: 132 Minuten
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=OrvEkEwrDU4
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 243 (6/2026).
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