Kino-Filmkritik: The Furious
Der chinesische Martial-Arts-Knaller „The Furious“ ist genau das Richtige für alle Kinofreunde, die einen richtig schlechten Tag hatten und ganz dringend einen beinharten Action-Film brauchen, in dem die Fäuste nur so fliegen und unfassbar viele böse Buben ordentlich etwas auf die Nase bekommen. Die Story kommt einem allerdings sattsam bekannt vor – sie erinnert deutlich an Liam Neeson und seinen großen Actionfilm von 2008: „96 Hours – Taken“.
Der stumme Handwerker Wang Wei (Xie Miao) muss miterleben, wie skrupellose Gangmitglieder seine kleine Tochter Rainy (Enyou Yang) entführen. Sie ist nicht das einzige Kind, das in der namenlosen und sehr heruntergekommenen Großstadt entführt wird. Die eigene Fantasie malt sich nur zu akribisch aus, was die Gangster mit den Kindern vorhaben.
Da die örtliche Polizei keine Hilfe ist, nimmt Wang Wei die Verfolgung der Gang und das Ausräuchern der gesamten Organisation selbst in die Hand. Dabei trifft er auf den investigativen Journalisten Navin (Joe Taslim), der seine verschollene Frau sucht. Gemeinsam nehmen sie die Fährte auf – und bekommen es mit einer Übermacht an tödlichen Killern zu tun.
Was schade ist: Die Hintergrundgeschichte und auch die Dialoge sind bestenfalls zweitklassig, das hätte man deutlich besser machen können. Regisseur Kenji Tanigaki („City of Darkness“) scheint es egal zu sein. Er fokussiert all seine Energie auf die niemals endenden Kampfszenen, die exzellent und unfassbar schnell choreografiert sind. Die Kämpfer nutzen keine Pistolen wie in „John Wick“, sondern verwenden als Waffen nur das, was gerade zur Hand ist: einen Hammer, Whiskyflaschen oder schlichte Holzpaletten. Wenn sich hier die Action auf der Leinwand entfaltet, weiß man gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Hier geht es zwei Stunden lang so richtig rund. Dabei ist „The Furious“ nichts für schwache Nerven. Die Freigabe „ab 18 Jahren“ kommt nicht von ungefähr.
Am meisten Spaß macht es, den Hünen Brian Le beim Kämpfen zu beobachten. Wie der bullige Stiernacken seinen ganz eigenen Kampfstil entwickelt und dabei mitunter seinen Kopf zum Rammen einsetzt, ist sensationell.
Der Film kommt am 18. Juni ins Kino. (CS / Verleih: Capelight Pictures)
Wertung: ♠♠♠♠/♠ (4 von 5)
FSK: 18 – Dauer: 113 Minuten
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=rbbnmn8ci28
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 243 (6/2026).
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