Kino-Filmkritik: Super Mario Galaxy
Er ist klein, rundlich gebaut, trägt Schnauzbart, rote Latzhose und die obligatorische Mütze – und hat damit längst mehr Wiedererkennungswert als so mancher Hollywood-Star: Klempner Mario. Seit Nintendo ihn 1985 als Ikone in die (Videospiel)Welt setzte, begeistert der italienische Pixelheld zusammen mit seinem Bruder Luigi hüpfend Generationen von Spielern.
Vom simplen Jump’n’Run-Helden zum Leinwandhelden! Denn es blieb nicht nur bei den Spielen. Neben unzähligen Cameos in den verschiedensten Spielen gelang Mario mit der „Super Mario Brothers Super Show“ auch der Sprung auf den Bildschirm sowie auf die große Kinoleinwand. Die erste Realverfilmung von 1993 war leider ein Flop. Ganz anders der Animationsfilm von 2023, der das Franchise bunt und verspielt als modernes 3D-Abenteuer ins Kino brachte. Und genau dort setzt der neue Super Mario Galaxy Film an.
Mario und sein Bruder Luigi haben sich inzwischen fernab von Brooklyn im Pilzkönigreich eingerichtet – inklusive Planetenhopping per grüner Röhre. Ihr Alltag ist geprägt von Notrufen und stets verstopften Leitungen.
In der sogenannten Brutzelebene sorgt eine blockierte Röhre für Chaos – das die Brüder klären sollen. Die Verstopfung entpuppt sich als ein feststeckender Yoshi, den die Klempner kurzerhand als Haustier bei sich aufnehmen. Währenddessen fristet Bösewicht Bowser – im Vorfilm durch einen magischen Pilz geschrumpft und seiner Mächte beraubt – ein fragwürdiges Dasein im Miniaturschloss. Mit Malerei, Gesang und dem Schnitt von Bonsaibäumen versucht er sein Aggressionsproblem zu bewältigen und jegliche Wünsche nach der Weltherrschaft zu verdrängen. Und doch brodelt es ihm…
Im Pilzkönigreich laufen derweil die Vorbereitungen für den Geburtstag von Prinzessin Peach, als plötzlich ein kleiner Luma (Stern) auftaucht und das Sicherheitssystem des Reiches durchbricht. Seine Botschaft: Prinzessin Rosalina wurde von einer gigantischen Roboterspinne entführt. Peach lässt sich nicht lange bitten, um der Prinzessin, mit der sie sich sonderbar verbunden fühlt, zu Hilfe zu eilen.
Es folgt der klassische Mario-Trip: Die Charaktere durchlaufen einen rasanten Planetenwechsel, treffen neue Verbündete und auf vertraute Gesichter. Derweil bekommt der Bösewicht unerwartet Hilfe von seinem Sohn Bowser Jr., der das Königreich angreift, seinen Vater befreien will, und es obendrein schafft, dessen Größenwahn zu toppen, um die Herrschaft der Galaxie in Angriff zu nehmen.
Während Mario, Luigi und Yoshi sich nun in spektakulären Kämpfen mit Bowser und Co. messen, versuchen Peach und Toad parallel, Rosalina zu retten. Die gesamte Galaxie versinkt im knallbunten Chaos, das nun gelichtet werden muss.
Der Film kombiniert moderne 3D-Animation (der Film ist auch in 2D verfügbar) mit einem liebevollen Retro-Look, der als Hommage an die Wurzeln der Reihe verstanden wird. Überall verstecken sich kleine Anspielungen auf die zahlreichen Videospiele in Form von Sounds, Leveldesigns und Figuren. Das ältere Publikum freut es – ein Dauergrinsen ist allen gewiss, die in den 90ern mit Mario aufgewachsen sind. Und die Kids? Die bekommen ein knallbuntes, rasantes Abenteuer serviert, das keine Sekunde still steht. Die Story ist nicht spektakulär und folgt bekannten Mustern. Die Überraschungen halten sich in Grenzen und viele Sequenzen zum Ende hin waren erahnbar. Der „Super Mario Galaxy Film“ erfindet das Universum des Franchise nicht neu. Aber das ist auch nicht notwendig. Der Film will unterhalten. Und das tut er, mit ordentlich Tempo, Humor, Nostalgie und einer großen Portion Chaos. Das neuste Abenteuer der Klempnerbrüder ist ein spaßiger, visuell beeindruckender Familienfilm, der weiß, was er kann und der mit Bezügen zum Videospieluniversum funktioniert: Wenn Mario losspringt, fragt am Ende keiner mehr nach der Logik, sondern erfreut sich an den Kindheitserinnerungen, die plötzlich wieder zum Greifen nahe sind. (Sandy Kolbuch / Verleih: Universal Pictures)
Wertung: ♠♠♠♠/♠ (4 von 5)
FSK: 6 – Dauer: 98 Minuten
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=8B8A3gRJZb4
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 242 (5/2026).
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