Kino-Filmkritik: Glennkill
Das ist doch mal eine echte Überraschung im Kino. „Glennkill: Ein Schafskrimi“ ist kein Film wie jeder andere. Und er dürfte echte Krimifreunde aufs Humorvollste an ihre Kinosessel fesseln. Schäfer George (Hugh Jackman) ist ein Einzelgänger, ein netter Sonderling, der alleine in seinem umgebauten Wohnwagen mitten auf einer Wiese lebt. Sein ganzes Dasein gilt nur seinen Schafen. Seine Tiere liebt er so sehr, dass jedes Schaf einen Namen bekommen hat. Und jeden Abend vor dem Schlafengehen liest George seinen Schafen ein paar Seiten aus einem Krimi vor.
Der große Schock: Eines Morgens liegt George tot im Gras. Wurde er ermordet? Zum Glück sind die Schafe von George keine normalen Schafe. Sie können denken (jedenfalls ein bisschen) und sogar sprechen (wenn gerade kein Mensch zuhört). Und Lily ist ganz bestimmt das schlaueste Schaf der Welt. Immerhin wusste sie bei jedem Krimibuch schon viele Seiten vor dem Ende, wer der Mörder ist.
Aber im wahren Leben ist eben alles ein wenig komplizierter – und der Mörder offenbart sich leider doch nicht so schnell wie in den Krimis. Doch Lily und ihre Freunde nehmen all ihren Mut zusammen und machen sich auf die Suche nach Spuren, nach möglichen Tätern, nach Alibis und nach dem Grund, warum George in letzter Sekunde ein neues Testament aufgesetzt hat. Was haben der Schäfer von der Wiese nebenan, der Metzger aus dem Ort und diverse andere Nebenfiguren mit dem Fall zu tun? Die Schafe brauchen jedenfalls dringend einen Verbündeten – und beginnen damit, den Dorfpolizisten Tom Derry (Nicholas Braun) mit Informationen zu füttern.
„Glennkill: Ein Schafskrimi“ basiert auf dem kultigen Bestseller-Roman von Leonie Swann (2005), der übrigens in Irland spielt. Das Drehbuch stammt von Craig Mazin.
„Glennkill: Ein Schafskrimi“ ist ein wunderbar beschaulicher Film, der sich viel Zeit für seine Geschichte nimmt, ohne dabei auch nur für eine Sekunde zu langweilen. Die Schafe, von denen jedes Tier seinen ganz eigenen Charakter hat, sind natürlich nicht echt, sondern komplett im Rechner entstanden. Sie wirken aber realistisch genug, dass man sie ganz schnell ins Herz schließt und erbittert mitfiebert, ob die knuddeligen Vierbeiner am Ende wohl den Fall lösen oder vielleicht doch beim Metzger landen.
Der Schafskrimi ist zwar ab sechs Jahren freigegeben, aber dennoch kein Kinderfilm. Dafür ist er doch zu sehr Krimi und an einigen Stellen trotz aller Niedlichkeit zum Fürchten. Er ist ein perfekter Streifen für alle Jugendlichen und Erwachsenen, die genug von lauten und viel zu schnell geschnittenen Actionfilmen haben, die am Ende keinen rechten Sinn ergeben, wenn man über sie nachdenkt. Hier bekommt man einen gemütlichen Cosy-Who-dunnit-Krimi präsentiert, der genüsslich seine Verdächtigen und seine Spuren in Szene setzt, auf dass der Zuschauer zusammen mit den irre komischen Schafen überlegen darf, wer denn wohl nun der Mörder ist. Megaklasse. (CS / Verleih: Sony Pictures)
Wertung: ♠♠♠♠♠ (5 von 5)
FSK: 6 – Dauer: 110 Minuten
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Ylu6xVTHAlk
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 242 (5/2026).
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