Kino-Filmkritik: Disclosure Day
Steven Spielberg: Was hat dieser Mann für Filme gedreht. Es gab seichte Unterhaltung mit Kawummeffekt wie „Der weiße Hai“, „Jäger des verlorenen Schatzes“ oder „Jurassic Park“, aber auch ernsthafte Filme mit historischem Bezug, etwa „Die Farbe Lila“, „Schindlers Liste“ und „Amistad“. Ohne großes Tam-Tam ist nun der Film „Disclosure Day – der Tag der Wahrheit“ erschienen; ein für Spielberg mit zweieinhalb Stunden überraschend langer Streifen.
Schon früh war klar, dass es in „Disclosure Day“ um den Kontakt mit Außerirdischen geht. Der Film wirkt nach den Filmen „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ und „E.T. – Der Außerirdische“ wie der Abschluss einer nie geplanten Trilogie.
Früh im Film stoßen wir auf den Whistleblower Dr. Daniel Kellner (Josh O’Connor), der ein übernatürliches Gespür für Zahlen und mathematische Formeln hat. Er hat Videoaufnahmen und ein geheimnisvolles Artefakt bei sich, das er der geheimen Nichtregierungsorganisation WARDEX gestohlen hat. Was auf den Videos zu sehen ist, soll nun die ganze Welt erfahren.
Die WARDEX-Schergen um den abgeklärten Leiter Noah Scanlon (Colin Firth) sieht das ganz anders: Ohne Rücksicht auf Verluste und Kosten werden Agenten losgeschickt, um den Spion einzufangen, bevor er Schaden anrichten kann. Über weite Abschnitte präsentiert sich „Disclosure Day“ somit als rasant schnell inszenierte Fang-mich-doch-Agentenjagd.
Hinzu kommt Margaret Fairchild (Emily Blunt). Die Wettermoderatorin kann plötzlich in fremden Sprachen sprechen und schaut den Menschen direkt in die Seele.
Die Geschehnisse bringen Daniel und Margaret zusammen. Sie müssen am Ende entscheiden: Ist die Welt bereit zu erfahren, ob es außerirdisches Leben nun tatsächlich gibt oder eher nicht?
Die große Frage ist natürlich: Hat es Steven Spielberg noch drauf? Kann er die TikTok-Generation noch fesseln? Zünden seine genialen Ideen für lange nachwirkende Szenen noch immer?
Tatsächlich ist „Disclosure Day“ unglaublich spannend. Man darf nicht einmal wegsehen, ständig passiert etwas. Bei vielen Szenen muss man den Hut ziehen, weil Spielberg sie unglaublich gut inszeniert. Zum Ende hin fehlt allerdings der große Wumms, der Zuschauer bleibt etwas ratlos zurück. (CS / Verleih: Universal Pictures)
Wertung: ♠♠♠♠/♠ (4 von 5)
FSK: 12 – Dauer: 145 Minuten
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=zEeZ4za5Rtc
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 244 (7/2026).
Kennen Sie schon unsere Gratis-App?
Apple – https://unserhavelland.de/appapple
Android – https://unserhavelland.de/appandroid
Anzeige




