Badminton in Brieselang: Über hundert Mitglieder sind bereits an Bord!
Badminton ist ein schneller Rückschlagsport, der mit Schläger und Federball gespielt wird. Ziel ist es, den Federball so über das Netz zu schlagen, dass die Gegenseite ihn nicht regelgerecht zurückspielen kann. Präzision, Reaktionsvermögen und schnelle Beinarbeit entscheiden hier darüber, wer den Punkt macht. Im Verein Badminton Brieselang e.V. widmen sich bereits über einhundert Mitglieder der explosiven Variante des klassischen Garten-Federballs.
Badminton kann man in Falkensee im SV Falkensee-Finkenkrug e.V. spielen und in Dallgow-Döberitz im SV Dallgow 47 e.V. Wie sieht es aber in den anderen Orten im Havelland aus? Nicht ganz so rosig.
In Brieselang gibt es zum Glück einen Verein, der sich ausschließlich um diese schnelle Sportart kümmert. Der „Badminton Brieselang e.V.“ (www.badminton-brieselang.de) wurde 2004 gegründet, inzwischen gibt es 103 aktive Mitglieder, die Montag bis Donnerstag zum Training erscheinen dürfen. Acht wöchentliche Trainingsstunden stehen den Vereinsmitgliedern somit zur Verfügung, die im Jahr nur 60 Euro Beitrag bezahlen (ermäßigt 30 Euro für Schüler und Rentner). Mitglied werden darf jeder, der einen Badmintonschläger in der Hand halten kann, das Mindesteintrittsalter wurde auf 15 Jahre festgelegt.
Vereinsschatzmeister Dirk Borchert (68): „Wer sich noch nicht ganz sicher ist, ob Badminton die geeignete Sportart ist, darf bis zu dreimal zu einem Schnuppertermin antreten und dabei die Vereinsmitglieder kennenlernen.“
Thomas Schmidt (46) ist der stellvertretende Vorsitzende im Verein. Er erklärt: „Wir haben uns 2004 aus dem SV Brieselang ausgegründet. Damals waren wir im SV nur zwölf Spieler. Wir hatten als Pendler eine Fahrgemeinschaft nach Berlin und haben in der Bahn festgestellt, dass wir alle gern Badminton spielen und mehr wollen. So ist unser eigener Verein entstanden.“
Patrick Hinzmann (53) kümmert sich um die Mitgliederbetreuung: „Wir wachsen stetig, fast wöchentlich kommen neue Spieler hinzu. Das kommt uns sehr gelegen. Wir möchten unsere Jugendarbeit intensivieren, wir würden gern irgendwann in eine große Halle umziehen, und wir möchten im Schuljahr 2026/27 eine Schul-AG Badminton an der Hans-Klakow-Gesamtschule und an der Robinson-Grundschule anbieten. Nach den Sommerferien soll es bereits losgehen. Wir haben noch viel vor. Dass es uns gibt, freut übrigens auch die Badminton-Spieler in Wustermark und in Nauen, weil es dort keine Vereine gibt, die diese Sportart anbieten.“ Und auch keine Halle wie in Seeburg, in der man ein Badmintonfeld auch ohne Vereinsmitgliedschaft buchen kann.
Die Badminton-Spieler sind am Montag von 19 bis 21 Uhr in der Hans-Klakow-Gesamtschule anzutreffen, am Dienstag von 20 bis 22 Uhr und am Mittwoch von 19 bis 21 Uhr in der Zeebr@-Grundschule und am Donnerstag von 19:30 bis 22 Uhr wieder in der Gesamtschule.
Patrick Hinzmann: „Die meisten unserer Spielerinnen und Spieler sind zwischen 40 und 80 Jahre alt, wobei zurzeit auch immer wieder neue Mitglieder zu uns stoßen, die deutlich jünger sind. Wir bleiben zurzeit noch unter uns, nehmen also nicht an einem Ligawettbewerb statt. Wir veranstalten aber unser eigenes internes Vereinsturnier, das einmal im Jahr stattfindet. Das ist ein reines Spaßturnier. Da wird vor jedem Spiel neu ausgelost, wer zusammen in einem Doppel spielt. Es soll niemand traurig nach Hause gehen.“
Wie läuft so ein Trainingsabend im Verein eigentlich ab? In der Zeebr@-Grundschule wird die Sporthalle etwa am Dienstag mit einem Vorhang in zwei Hälften geteilt, sodass die parallel trainierenden Volleyballer ihre Seite nutzen können und die Badminton-Spieler eben die andere.
Thomas Schmidt: „Wer zuerst da ist, hilft beim Aufbauen. Wir schaffen es, drei Badminton-Felder in der halben Halle zu stellen. Schläger bringen die Spieler selbst mit, Bälle haben wir. Wir trainieren nicht im bekannten Sinn, wir machen nicht einmal ein gemeinsames Aufwärmen. Wir starten sofort mit den Spielen. Die einzelnen Spieler finden sich spontan zusammen und spielen dann meist ein Match bis 21 Punkte. Die neuen Spieler lernen dabei von den erfahrenen Badminton-Leuten – und schauen sich die Körperhaltung, die Schlägerbewegung, das Timing und den einen oder anderen Trick ab. Wir spielen in der Regel nur Doppel. Ob ein Team dann Vorne-hinten spielt oder sich jeder Spieler um seine Feldseite kümmert, spricht man untereinander ab.“
Dirk Borchert: „Wir alten Hasen haben schon unsere eigene Aufwärmroutine. Wir starten eben nicht sofort mit einem Spiel, sondern schlagen erst einmal ein paar lange und kurze Bälle hin und her, um in den Rhythmus zu kommen. Das handhabt aber jeder, wie er das gern möchte.“
Zwölf Badminton-Freunde können auf den drei Feldern gleichzeitig spielen. Oft sind aber zwanzig und mehr Spieler an einem Abend vor Ort. Wer gerade nicht den Schläger schwingt, wartet geduldig auf die nächste Runde. Da es immer genug zu erzählen gibt und die Spielerinnen und Spieler sich untereinander auch freundschaftlich verbunden fühlen, langweilt sich aber niemand. Zwei Trainingsstunden sind recht lang: Zum Ende hin sind viele Spieler bereits außer Puste, sodass es immer einfacher wird, sich eine Spielzeit zu sichern, weil eben nicht mehr so viele Gegner aufs Feld drängen.
Im Verein geht es sehr harmonisch zu. Die Spieler machen als Verein auch beim Stadtradeln mit und stellen ein Team für das Brieselanger Drachenbootrennen im Juli.
Andreas Kolbe (64) ist der Präsident im Verein – und seit etwa 15 Jahren dabei: „Ich bin zum Badminton gekommen, weil man sich in dieser Sportart ganz hervorragend auspowern kann, es aber auch eine Teamsportart ist. Wir haben hier eine tolle Truppe, die gern zusammen Spaß hat.“ (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 244 (7/2026).
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