Kino-Filmkritik: Todsicheres Erbe
Glen Powell ist in Hollywood zurzeit der angesagte Schauspieler der Stunde. Nachdem er 2022 in Tom Cruise „Top Gun: Maverick“ zu sehen war, konnte er 2024 in „Twisters“ überzeugen. Außerdem durfte er Ende 2025 die Hauptrolle in der Stephen King Verfilmung „The Running Man“ spielen. Nebenbei brachte er seine eigene Streamingserie „Chad Powers“ an den Start, die bereits um eine zweite Staffel verlängert wurde.
Und die cineastische Reise geht weiter. Im April kommt „How to Make a Killing“ ins Kino. Im Deutschen trägt der Streifen den Untertitel „Todsicheres Erbe“. Regisseur John Patton Ford („Emily the Criminal“) legt hier einen leichtfüßigen Thriller vor, der mit viel schwarzem Humor und viel Freude am inszenierten Drama bestens zu unterhalten weiß.
Mary Redfellow war einst die Lieblingstochter des alten Redfellow-Familienoberhauptes Whitelaw Redfellow (Ed Harris) – mit einem Schönheitsfehler: Sie wurde aus Versehen schwanger. Im traditionsreichen Haus der Redfellows gibt es in dieser Situation nur zwei Möglichkeiten: Entweder lässt sie das Kind wegmachen oder sie wird verstoßen. Mary entscheidet sich für das Kind, wird davongejagt und zieht ihren Sohn Becket (Glen Powell) ganz alleine groß. Sie kann ihren Sohn zwar gute Manieren und das richtige Auftreten beibringen, aber – Geld kann sie ihm nicht mit auf den Weg geben. Vor ihrem Tod nimmt sie ihrem Sohn aber das Versprechen ab, sich um sein Familienerbe zu bemühen.
Doch wie soll Becket an sein Erbe kommen? Zumal niemand weiß, dass es ihn gibt. Becket beginnt, mit viel Charme und Einfallsreichtum einen besonders perfiden Plan umzusetzen – er bringt einfach die sieben Verwandten, die zwischen ihm und seinem Erbe stehen, der Reihe nach um.
Es macht viel subversive Freude, Becket dabei zuzusehen, wie er sich mit großem Einfallsreichstum durch seine Familie mordet. Der überkandidelte Klüngel, der den Standesdünkel mit der Muttermilch aufgesogen hat, verdient es aber auch durch die Bank, ins Jenseits gemeuchelt zu werden. Und überhaupt geht es um satte 28 Milliarden Euro.
Becket muss aber auch ganz schön tricksen, um nicht aufzufliegen. Er verliebt sich außerdem in die Freundin eines „verstorbenen“ Verwandten, wird vom FBI gejagt und bekommt es dann auch noch mit einer geheimnisvollen Frau aus der eigenen Vergangenheit zu tun. Bis das Wort ENDE über die Leinwand flimmert, wird der Zuschauer auf jeden Fall durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt.
Es gibt ja so Genrefilme, bei denen hat man bereits so viele Variationen gesehen, dass man nicht mehr wirklich überrascht werden kann. „Todsicheres Erbe“ ist da wohltuend anders. Es ist kein klassischer Mörder-Thriller, sondern eine leichtfüßig und abwechslungsreich erzählte Familien-Dystopie, in der Ed Harris als skrupelloses Oberhaupt am Ende des Films noch einen ganz besonderen Auftritt hat.
Der Film hat übrigens nichts mit dem gleichnamigen französischen Fim aus dem Jahr 2024 zu tun. Dies ist eine britische Produktion. Im Kino startet der Film ab dem 9. April 2026 durch. (CS / Verleih: Studiocanal)
Unsere Wertung: ♠♠♠♠/♠
FSK: offen – Dauer: 105 Minuten
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=XVjh_BJeuv8
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 240 (3/2026).
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