Gut versteckt ist halb gefunden: Mit Geocaching wird Spazierengehen auch in Falkensee richtig spannend!
Spazierengehen ist langweilig? So ein Quatsch! Die ganze Familie hat unterwegs richtig viel Spaß, sobald die Geocaching-App auf dem Smartphone installiert ist. Sie weist den Weg zu kleinen Schätzen, die am Wegesrand versteckt sind. Auch in Falkensee finden sich viele der für ungeübte Augen gut verborgenen Minischatztruhen. Allein bei einem Rundgang um den Neuen See lassen sich fünf Geocaches heben. Man muss nur ein Auge für gute Verstecke haben.
Die kostenlose Geocaching-App gibt die Richtung vor. Noch 200 Meter, noch 100, noch 10. Wir stehen mitten auf dem Weg, der in Falkensee um den Neuen See herumführt, und sehen nichts anderes als die reine Natur. Doch irgendwo im Umkreis von wenigen Metern muss ein Geocaching-Schatz verborgen sein. Dieser Cache trägt den Namen „Die kleine Birke“. Toll. Wir schauen in ein kleines Birkenwäldchen hinein.
Nach langem Suchen kommt uns ein Holzscheit am Fuß einer Birke etwas fehlplatziert vor. Wir heben es an – und tatsächlich: Direkt darunter liegt der gesuchte Cache in Form eines bunten Röhrchens. Es lässt sich aufschrauben und gewährt Zugriff auf ein kleines Logbuch, in das man sich mit Namen und Datum eintragen darf – wenn man denn einen Stift mit dabeihat. Noch wichtiger ist es, den Fund auch in der mobilen App (www.geocaching.com) zu vermerken. Dann bekommt nämlich der Besitzer, der den Schatz versteckt hat, sofort eine E-Mail und weiß: Aha, da hat wieder jemand mein Versteck gefunden!
Geocaching gibt es bereits seit Jahrzehnten. Die mobile Schatzsuche hat weltweit viele Freunde und Unterstützer: Egal, wo man sich aufhält, der nächste Schatz ist nie weiter als ein paar Schritte entfernt. Allein für Falkensee sind mehrere Dutzend Fundstellen vermerkt.
Wer einmal Blut geleckt hat, bezahlt bei Geocaching.com einen Monatsbeitrag und schaltet damit auch die komplexeren Caches frei. Da gibt es etwa echte Schatzdosen, bei denen man sich zur Belohnung ein Geschenk herausnehmen darf. Oder Mystery-Caches, die ein Rätsel stellen, das gelöst werden muss. Multi-Caches bauen aufeinander auf: Jeder Cache gibt einen Hinweis, wo der nächste zu finden ist, bis am Ende der Hauptschatz gehoben wird.
Von den fünf Caches der einfachsten Schwierigkeitsstufe, die am Neuen See versteckt sind, haben wir am Ende nur zwei gefunden. Wer vor Ort scheitert, kann manchmal in der App einen hilfreichen Hinweis freischalten. Oder er findet in den Kommentaren der Community einen Tipp, der weiterhilft. Mit der Zeit entwickelt man aber selbst ein Auge für passende Verstecke. Klar, sie müssen so beschaffen sein, dass ein Zufallsfund fast unmöglich ist und Regen oder Sturm den Cache nicht zerstören können. Außerdem müssen die Entdecker des Caches in der Lage sein, den Schatz nach dem Eintrag ins Logbuch so neu zu verstecken, dass er für den nächsten Suchenden unverändert bereitsteht.
Man muss natürlich den Mut aufbringen, sich in peinliche Situationen zu begeben. Wer mit suchendem Blick durch das Unterholz streift, wirkt leicht wie jemand, der eine Toilettenpause einlegen möchte. Da wiederum ist der Schatzsucher im Vorteil, der gleich die ganze Familie mitgebracht hat: Gemeinsam ist jeder Schatz schneller gefunden. Und es wirkt auch nicht mehr ganz so befremdlich, wenn gleich mehrere Personen im Gestrüpp unterwegs sind, um jedes Astloch und jeden Fuchsbau im Erdreich zu inspizieren.
Wer dem Geocaching verfällt, hat viel zu tun. Weltweit gab es im Juli 2026 3,47 Millionen Geocaches in 191 Ländern. (ϑ Text/Foto: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 245 (8/2026).
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