Gemeinschaftsunterkunft kommt weg: Die Containeranlage in Falkensee wird abgebaut!
Von den Krisenherden dieser Welt drängten lange Zeit viele Flüchtlinge nach Deutschland. Auch der Landkreis Havelland hat die Aufgabe erhalten, pro Jahr ein gewisses Kontingent an Menschen aus anderen Ländern aufzunehmen und zu versorgen. Aus diesem Grund wurde im Dezember 2024 eine Containeranlage an der Spandauer Straße eröffnet. 400 Personen hätten vor Ort Platz finden können, in der Spitze wohnten aber nur 88 Menschen in den Containern. Da die Gemeinschaftsunterkunft seit September 2025 nicht mehr genutzt wird, wird sie nun vorzeitig abgebaut. Die Kosten: knapp acht Millionen Euro.
„Die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe, die dem Landkreis zur Erfüllung nach Weisung durch das Land übertragen wurde“, erklärt der Landkreis Havelland.
Um dem hohen Andrang von Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen, gerecht zu werden, hat der Landkreis Ende 2024 beschlossen, zusätzliche Kapazitäten auf der grünen Wiese zu schaffen. Im Dezember 2024 wurde deswegen eine Containeranlage direkt neben der Shell-Tankstelle an der Spandauer Straße errichtet. Sie hätte maximal 6,5 Jahre genutzt werden können.
Tatsächlich wohnten aber nur im Mai 2025 einmal bis zu 88 Personen in der Gemeinschaftsunterkunft: Der politische Wandel in Deutschland hatte zur Folge, dass plötzlich viel weniger Flüchtlinge ins Land kamen. Kurzum: Die neue Gemeinschaftsunterkunft wurde immer seltener genutzt, für den August 2025 wurden nur noch sieben Bewohner ausgewiesen. Seitdem steht die Anlage komplett leer – kein Jahr nach dem Start. Landrat Roger Lewandowski: „Ein Rückgang der Zuwanderung war zum Zeitpunkt der Planung der Gemeinschaftsunterkunft in Falkensee, Spandauer Straße, nicht zu erwarten.“
Nun wird die Containeranlage bis zum 19. August 2026 (wenn alles klappt) demontiert, um unnötige Folgekosten etwa für den Wachschutz einzusparen. Die gesamte Anlage vor Ort wird zurückgebaut. Eine anderweitige Nutzung als Hort oder zur Unterbringung von Studenten ist gesetzlich nicht umsetzbar.
Die AfD-Fraktion hat im März 2026 eine Anfrage an den Landkreis gestellt und um eine genaue Kostenanalyse gebeten. Die Antworten der Kreisverwaltung sind im Ratsinformationssystem nachzulesen.
Demnach hat der Containerbau in Falkensee für Geflüchtete knapp acht Millionen Euro gekostet. Etwa 1,4 Millionen Euro entfallen auf die Errichtung des Wohnheims. Allein die Lieferung und Aufstellung der länglichen Container kostete über eine halbe Million Euro. Satte 4,35 Millionen Euro wurden bei monatlichen Kosten von 180.000 Euro Kosten allein für die Miete der Container fällig: Hier betrug die Mietzeit genau zwei Jahre.
155.000 Euro kamen für die Ausstattung der Container mit Betten und Tischen hinzu. Je nach Auslastung der Container kostete das Personal vor Ort zwischen 29.000 und 44.000 Euro im Monat. Bis zu 78.000 Euro im Monat berechnete der Wachschutz. Gas und Strom machten noch einmal bis zu 13.000 Euro im Monat aus.
In der Kostennote von knapp acht Millionen Euro ist noch nicht die Pacht für das Grundstück enthalten. Hier wurde mit dem Verpächter Stillschweigen vereinbart.
Ende August wird nichts mehr davon zeugen, dass mitten auf dem temporär umgenutzten Feld bis zu 400 Menschen hätten wohnen können. (ϑ Text/Foto: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 245 (8/2026).
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