Setz dich doch in Finkenkrug: Zwei neue Holzbänke stehen in Falkensee!
„Von Bank zu Bank im Havelland“: Das ist bislang das erfolgreichste Projekt, das mit den Geldern des Havelländer Demografie-Forums finanziert wurde. Über 75 rustikale Holzbänke, häufig mit einem ortstypischen Aussehen versehen, stehen an den verschiedensten Orten im Havelland und laden zum Verweilen und zum freundlichen Miteinander mit anderen Menschen ein. Dank der Bemühungen des Falkenseer Vereins care4democracy konnten am 10. Juli zwei neue Bänke in Finkenkrug und Waldheim eingeweiht werden.
Das Havelland ist nicht einfach nur ein weiterer Landkreis in Brandenburg, sondern für viele Menschen die Heimat und einer der schönsten Flecken Erde auf diesem Globus.
Das Demografie-Forum (www.havelland.de/demografie/) wurde im Juni 2021 gegründet, um aktiv daran mitzuwirken, ein „zukunftsorientiertes und attraktives Havelland für seine Bewohner zu gestalten“ – und „um Gelegenheiten zu schaffen, Jung und Alt zusammenzubringen“.
Die Kommunen des Landkreises Havelland, die Havelland Kliniken und der Landkreis selbst sind damals auf Schloss Ribbeck mit einem Handschlag ein freiwilliges Bündnis eingegangen, um diesen hehren Gedanken in die Tat umzusetzen.
Ziel ist es, regionale Projekte mit maximal 5.000 Euro vollständig zu finanzieren, die den Bewohnern des Havellandes zugute kommen. Zu diesem Zweck stellen die drei Partner aus dem Demografie-Forum Geld zur Verfügung.
Dahinter steht allerdings ein besonderer Gedanke, wie Sabine Kosakow-Kutscher, Demografie-Referentin des Landkreises, erklärt: „Mindestens drei Kommunen, Ortsteile oder Quartiere sollten sich für ein Projektthema zusammenfinden und dieses gemeinsam bearbeiten.“
Eines der ersten und noch immer erfolgreichsten Gemeinschaftsprojekte aus dem Demografie-Forum nennt sich „Von Bank zu Bank im Havelland“ und entstand 2022 unter der Federführung von gleich neun Kommunen. Ziel dieses Großprojekts ist es, hölzerne Sitzgelegenheiten in der Region aufzustellen, damit Anwohner, Touristen und Ausflügler die Möglichkeit bekommen, im öffentlichen Raum zu picknicken, sich zu treffen, spontane Begegnungen zu erleben oder sogar kleinere Veranstaltungen zu organisieren.
Wunderschöne Holzbänke wurden in den letzten Jahren aufgestellt – als „Einladung, das Havelland neu zu entdecken“. So steht in Grünefeld die „Bank der Rocklegenden“ in Würdigung der lokalen Band „The Sugar Beats“. In Pausin findet man am Anger die Storchenbank. Eine Birnenbank steht in Ribbeck. Und in Seeburg gibt es eine Bücherrundbank.
Tatsächlich sind auf diese Weise bereits 75 Bänke im Havelland in Handarbeit gefertigt und an ihre Bestimmungsorte gebracht worden. Aus den ursprünglich neun Kommunen, die sich an „Von Bank zu Bank im Havelland“ beteiligt haben, sind längst deutlich mehr geworden.
Nun gibt es zwei neue Bänke in Falkensee. Der Verein care4democracy e.V. (www.care4democracy.de) hat sich für die beiden Bänke stark gemacht. Eine große Tafel mit hölzernen Sitzbänken für etwa ein Dutzend Personen steht nun am Bahnhof Finkenkrug auf der Waldseite etwas verborgen auf einer kleinen Lichtung – nur einen Steinwurf vom P&R-Parkplatz entfernt. Die zweite Bank, aus einer alten Eiche gefertigt, befindet sich 1,3 Kilometer entfernt in Waldheim, und zwar „An der Rehwiese“. Silvia Schaak vom Verein: „Das Kopfende ist so gestaltet, dass hier auch ein Rollstuhlfahrer an den Tisch heranfahren kann.“
Die Frage ist nun: Warum bemüht sich ein Falkenseer Verein, der sich eigentlich vorrangig für die Erhaltung und Wertschätzung unserer Demokratie einsetzt, um die Gelder, die nötig sind, um zwei neue Holztische und Bänke mitten in der Natur aufzustellen? Silvia Schaak: „Mit den Bänken möchten wir neue Begegnungs- und Austauschorte schaffen – ganz im Sinne von ‚Demokratie braucht Begegnung‘.“
Am 10. Juli wurden die frisch aufgestellten Bänke an die Öffentlichkeit übergeben. Landrat Roger Lewandowski zeigte sich einmal mehr begeistert von den vielen Möglichkeiten, die die Bänke bieten: „Hier treffen sich Menschen, tauschen sich aus und genießen die Gemeinschaft. An den bereits aufgestellten Bänken fanden schon Lesungen statt, es wurde Musik gemacht. So kommt man ins Gespräch und sieht, dass es sich lohnt, sich in der Gemeinschaft zu engagieren.“
Hans-Peter Pohl sagte als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung Falkensee: „Mir gefällt die Verknüpfung des Projekts mit dem Demokratieverein. Begegnung findet eben auch unter Menschen statt, die sich politisch austauschen.“
Ursprünglich hätte zumindest eine der beiden Bänke im Havelländer Weg stehen soll. Doch der einzig gute Platz wäre nicht von Dauer gewesen: Sobald der Ausbau der Straße endlich startet, hätte die Bank wieder weichen müssen, weil der Platz benötigt wird. Die Bänke hätten außerdem bereits im letzten Jahr stehen können. Aber dann kam der große Sturm, und das Grünflächenamt der Stadt Falkensee hatte viel zu viel zu tun, um noch dabei helfen zu können, einen neuen Standort für die Bänke zu finden.
Der Verein care4democracy e.V. hat im letzten Jahr den Franz-Bobzien-Preis gewonnen, der von der Stadt Oranienburg und der Gedenkstätte Sachsenhausen für Demokratieprojekte verliehen wird. Das Preisgeld wurde nun in die Anfertigung von drei Pulttafeln investiert, die sich ganz der Falkenseer Dichterin Gertrud Kolmar widmen. Diese Tafeln stehen neben den beiden Bänken und laden beim Verweilen dazu ein, die Dichterin und ihr Werk kennenzulernen. (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 245 (8/2026).
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