Wohnen im Olympischen Dorf: Baufortschritt in der Luz-Long-Anlage!
Wohnen im Olympischen Dorf in Elstal – die terraplan Baudenkmalsanierungsgesellschaft macht es möglich. Von 2018 bis 2022 hat sie im ersten Bauabschnitt das „Speisehaus der Nationen“ und weitere historische Gebäude in neuen Wohnraum verwandelt – und so die „G.O.L.D. Gartenstadt Olympisches Dorf von 1936“ zum Leben erweckt. Nun ist der zweite Bauabschnitt an der Reihe – die alten Blockbauten der sowjetischen Armee werden aufwendig saniert, um weitere Wohnungen in der Luz-Long-Anlage vermieten zu können. Am 3. Juli wurde vor Ort ein Baustellenfest gefeiert, um den Baufortschritt in den Blöcken Luz 3 bis Luz 6 zu würdigen.
1936 fanden die Olympischen Spiele in Berlin statt. Während die Teilnehmer unter Hitlers Augen in der Hauptstadt sportliche Erfolge feierten, schliefen zumindest die männlichen Athleten aus aller Herren Länder im Olympischen Dorf in Elstal.
Lange Jahre standen die extra für den historischen Anlass errichteten Gebäude leer. Sie verfielen nach und nach und galten fast schon als Lost Place. Immerhin fanden regelmäßig historisch fundierte Führungen vor Ort statt, auch die amerikanische TV-Serie „Homeland“ wurde hier in Teilen gedreht.
Von 2018 bis 2022 gab die terraplan Baudenkmalsanierungsgesellschaft mbH aus Nürnberg dem Gelände ein komplett neues Gesicht. Die Vision sah in Elstal die „G.O.L.D. Gartenstadt Olympisches Dorf von 1936“ (www.gold1936.berlin) entstehen.
Im ersten Bauabschnitt wurden das „Speisehaus der Nationen“, das Haus Central, der Innere Ring und der Grüne Ring unter Wahrung des Denkmalschutzes komplett saniert. In den Gebäuden entstanden auf diese Weise 365 neue Wohnungen, die in der Regel an Investoren verkauft wurden, die die Wohnungen anschließend an Dritte vermieten. Im ersten Bauabschnitt wurden sogar einige Häuser neu errichtet, um die Lücken zu schließen.
Damit ist es aber nicht getan. Auf dem weitläufigen Gelände finden sich mehrere Plattenbauten, die 1967 von der DDR errichtet und später von der sowjetischen Armee genutzt wurden. Viele Soldaten und auch Offiziere haben in den rechteckig-monotonen Plattenbauten gewohnt.
Zehn Plattenbauten gab es einmal, zwei wurden abgerissen, die acht übrigen werden saniert, umgebaut und mit einem aufgesetzten Staffelgeschoss versehen, um auf diese Weise noch einmal 300 zusätzliche Wohnungen für die Menschen zu gewinnen, die gern im Havelland leben möchten. Traditionell errichtet terraplan Wohnungen in unterschiedlichen Größen, sodass am Ende Singles, Paare, Familien und auch Senioren einziehen werden, sodass ein lebendiges und altersmäßig und soziologisch gut durchgemischtes Quartier entsteht.
Diese im zweiten Bauabschnitt neu angefassten Ex-Plattenbauten werden als Luz-Long-Anlage bezeichnet. In dieser Luz-Long-Anlage entstehen noch einmal 301 Wohnungen. Die meisten von ihnen wurden bereits verkauft, obwohl sie ja noch gar nicht alle fertiggestellt sind. Mit dem Abschluss der kompletten Arbeiten wird laut terraplan Anfang 2028 gerechnet.
Wie ist der aktuelle Stand? Die Gebäude Luz 1 und Luz 2 sind fertig übergeben und bereits nahezu vollständig vermietet. Das gilt auch für einen ersten Zwischenbau mit sozial geförderten Wohnungen.
Luz 3 und 4 stehen kurz vor der Abnahme. Hier hat die Vermietung bereits Fahrt aufgenommen, mit einem ersten Einzug der neuen Mieter wird für September 2026 gerechnet.
Mitten im Ausbau befinden sich gerade die Blockbauten Luz 5 und Luz 6. Sie sollen Ende des Jahres bezugsfertig sein, mit dem Einzug der ersten Mieter wird Anfang 2027 gerechnet.
Luz 7 und 8 befinden sich gerade mitten in den Rohbauarbeiten. Der Innenausbau wird sich bis Ende des Jahres hinziehen, mit einer Fertigstellung kann Ende 2027 gerechnet werden. Die Vermietung startet dann Anfang 2028.
Die neuen Mieter können bereits das neue Parkhaus benutzen, das Platz für 259 Fahrzeuge bietet.
Am 3. Juli hat terraplan zu einem Baustellenfest eingeladen, um mit 150 Gästen den Baufortschritt von Luz 3 bis Luz 6 angemessen zu feiern.
„Was einst nur in den Plänen stand, steht jetzt vor uns“, sagte Erik Roßnagel als Geschäftsführer von terraplan in seiner Ansprache. „Hier, im Olympischen Dorf, entsteht das, was wir uns vorgenommen haben: ein Quartier, das Geschichte bewahrt und Zukunft baut.“
Für die Gemeinde Wustermark sprach Enrico Lindhorst (CDU) als Vorsitzender der Gemeindevertretung ein paar Worte, Bürgermeister Holger Schreiber war wegen Krankheit verhindert.
Eine gute Idee: terraplan hatte Moshe Rozen mit dem Catering für die Gäste beauftragt – und somit eine sehr lokale Lösung gefunden. Moshe Rozen betreibt seit Kurzem eine Zweigstelle seines Nauener „Café Mediterrano“ in der Luz-Long-Anlage – und bietet so einen ersten Treffpunkt mit Kaffee und Kuchen für die neuen Bewohner der Anlage. (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 245 (8/2026).
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