Touchdown im Flag Football: 3. Heimturnier der Wustermark Wolves!
Wustermark setzt Trends. Die Jugendlichen unter 16 Jahren haben hier die Möglichkeit, beim „Flag Football“ über den Rasen zu flitzen, um den Ball möglichst unbehelligt vom Gegner in die Touchdown-Zone zu tragen. Die andere Mannschaft darf den Läufer nicht brutal „tackeln“. Stattdessen wird der Spieler gestoppt, sobald man ihm ein rotes Band von der Hüfte zieht – die „Flag“. Beim großen Heimturnier der „Wustermark Wolves“ am 5. Juli standen spannende Spiele gegen die „Spandau Bulldogs“, die „Cottbus Crayfish“ und die „Heilstätter Wölfe“ an.
Im Havelland gibt es unzählige Sportarten, in denen sich Kinder und Jugendliche gern in ihrer Freizeit ausprobieren können. Ganz egal, ob Hockey, Fußball, Einradfahren, Volleyball oder Karate – es findet sich leicht ein passendes Angebot.
Schwieriger wird es mit dem Freizeitspaß, wenn es etwa um die klassischen amerikanischen Sportarten geht – wie z.B. Baseball, Basketball oder American Football. In Wustermark hat nun immerhin eine Variante des American Football eine Heimat gefunden. Aus einem Schulprojekt heraus wurde der Verein „Wustermark Wolves“ (www.wustermark-wolves.com) gegründet, der sich ganz und gar für die Sportart „Flag Football“ entschieden hat.
Diese Variante von „American Football“ wird nach den klassischen Regeln gespielt, verzichtet aber auf einen mitunter schmerzhaften Vollkontakt wie beim großen Vorbild. Stattdessen tragen alle Spieler auf dem Feld zwei rote Fahnen (im Amerikanischen „flags“) an der Hüfte, die man mit einem schnellen Griff abziehen kann. So kann man auf Helme und die sonstige Schutzkleidung verzichten; nur ein Mundschutz ist vorgeschrieben.
Das angreifende Team hat immer vier Versuche, um den Ball über die Mittellinie zu bringen. Ein Lauf mit dem Ball wird aber immer dann abgebrochen, wenn es dem Gegner gelingt, dem Läufer die Fahne von der Hüfte zu ziehen. Dann startet an genau dieser Stelle der nächste Versuch. Wird auf diese Weise die Mittellinie erreicht, gibt es vier weitere Versuche, um in die Touchdown-Zone zu gelangen.
Claudia Lagenstein (46) ist die Mutter von einem Quarterback der „Wustermark Wolves“ und zugleich die erste Vorsitzende im Verein: „Uns gibt es seit Dezember 2023. Wir haben jetzt etwa 30 Mitglieder im Verein, Jungs ebenso wie Mädchen. Es gibt bei uns die Minis ab 10 Jahren und unsere U16-Mannschaft. Die U16 spielt seit 2024 in der U16-Liga von Berlin-Brandenburg. Wir überlegen zurzeit, ob wir auch noch eine Erwachsenenmannschaft aufbauen, aber dafür fehlen uns die Trainer.“
„Flag Football“ wird ab 2028 zur olympischen Disziplin. Gute Spiele konnten Football-Freunde aber schon am 5. Juli sehen, denn da stand das alljährliche Heimturnier der „Wustermark Wolves“ auf dem Sportplatz von Falkenrehde an.
Claudia Lagenstein: „In der U16-Liga von Berlin und Brandenburg spielen 14 Teams in zwei Gruppen. Der Ligaobmann legt fest, welche vier Teams an einem Heimturniertag gegeneinander antreten. Am 5. Juli bekam unsere Mannschaft es so mit den ‚Spandau Bulldogs‘, den ‚Cottbus Crayfish‘ und den ‚Heilstätter Wölfen‘ zu tun. Die Bulldogs sind gute Freunde von uns, das ist wie Familie. Sie waren für uns aber auch tatsächlich die stärksten Gegner auf dem Platz.“
Auf dem Rasenplatz vom FSV Falke 95 hatte man zwei Felder abgesteckt, sodass alle vier Mannschaften gleichzeitig spielen konnten. Die Idee beim Heimturnier war es, dass jedes Team gegen alle drei anderen Teams antritt.
Claudia Lagenstein: „Beim Spiel stellt jede Mannschaft fünf Spieler für den Angriff und fünf für die Verteidigung. Bei uns spielen Jungen und Mädchen gemischt zusammen. Eine Partie dauert zweimal 20 Minuten, danach steht das Ergebnis fest. Für jeden Touchdown am Ende des Spielfeldes gibt es sechs Punkte. Ein bis zwei Zusatzpunkte kommen hinzu, wenn die Spieler mit dem Ball fünf oder zehn Yards bis zur Touchdown-Zone überwunden haben.“
Es hat sich gelohnt, das Heimturnier zu besuchen. Das Cheerleading-Team „Flames“ von „Lok Elstal“ eröffnete das Turnier mit einem stimmungsvollen Auftritt, anschließend ging es schnell mit den Spielen los. Auf die Zuschauer wartete ein großes Angebot mit Currywurst, Rostbratwürsten im Brötchen und einem umfangreichen Kuchenbuffet der backenden Eltern.
Am Ende gewannen die „Spandau Bulldogs“ das Heimturnier, die „Wustermark Wolves“ wurden Zweite.
Claudia Lagenstein: „Über die Saison spielen wir vier Turniere. Ende September gibt es einen Summer Bowl, und anschließend steht auch der Gewinner der Saison fest. Schade ist, dass drei Spieler von uns dieses Jahr 16 Jahre alt werden und dann nicht mehr in der U16-Liga mitspielen dürfen.“
Die „Wustermark Wolves“ trainieren immer am Montag in der Grundschulsporthalle in Wustermark, am Donnerstag in der neuen Sporthalle in Elstal und am Mittwoch draußen auf dem Platz in Falkenrehde.
Die „Wolves“ sind aus dem Stand heraus sehr erfolgreich. Claudia Lagenstein: „Svea, unsere Nummer 15, und John, unsere Nummer 29, sind in das ‚Big East Team‘ aufgenommen worden. Das ist die Kadermannschaft für Berlin-Brandenburg, die dann gegen die anderen Bundesländer antritt. Da sind wir natürlich sehr stolz.“ (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 245 (8/2026).
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