Kino-Filmkritik: Whistle
„Whistle“ heißt der neue Horror-Schocker von „The-Nun“-Regisseur Corin Hardy. Und der Name ist hier Programm. Es geht um eine aztekische Pfeife in der Form eines gruseligen Schädels. Die frisch auf die Pellington High gewechselte Chrys Willet (Dafne Keen) findet das gruselige Relikt in ihrem Spind. Der fiese Lehrer Mr. Craven (sehr gut: Nick Frost in einem gut gemachten Cameo) nimmt Chrys die antik und wertvoll wirkende Pfeife aber wieder weg und versucht, sie online zu Geld zu machen.
Als er probeweise in sie hineinbläst und ein schaurig-schrilles Pfeiffen zu hören ist, beschwört er auf diese Weise seinen eigenen Tod herauf – und stirbt auf grauenhafte Weise.
Ganz egal, ob Teenager mit einem verwunschenen Ouija-Brett spielen, die falsche Telefonnummer wählen oder ein magisches Wort murmeln: Man könnte ein eigenes Horror-Genre aus dieser Grundidee stricken. Es geht immer wieder darum, dass Teenager aus Versehen eine dämonische Macht heraufbeschwören, die sie dann nach und nach um die Ecke bringt, bis in letzter Sekunde ein (vermeintliches) Gegenmittel gefunden wird.
Exakt nach diesem Muster geht auch „Whistle“ vor. Chrys und ihr Cousin Rel Taylor (Sky Yang) finden Anschluss an eine kleine Clique – und es kommt, wie es kommen muss. Die Highschool-Schönheit Grace (Ali Skovbye) bläst in die Pfeife – und beschwört damit den Tod über alle Anwesenden herauf. Und schon darf man sich als Zuschauer voller Vorfreude die Hände reiben, denn zunächst gibt es viele „Jump Scares“ und am Ende ein permanentes Gemetzel.
Die Besonderheit bei „Whistle“: Jeder bekommt den Tod, der ihn später im Leben tatsächlich einmal ereilt hätte. Das sorgt rein visuell für Abwechslung auf der Leinwand – und schraubt den Spannungsfaktor ordentlich nach oben.
„Whistle“, das auf einem Drehbuch von Owen Egerton basiert, erzählt seine Geschichte schnörkellos, mit einem guten Tempo und ohne Längen – und zeigt dabei viel Sympathie für seine Figuren, die den ganzen Kosmos der bekannten High-School-Stereotypen abdecken. Als Hassfigur überzeugt Percy Hynes White als fieser Jugendpfarrer Noah Haggerty, der ohne Skrupel Drogen an seine Gemeindekinder vertickt.
Der Film kommt am 7. Mai ins Kino. (CS / Verleih: Leonine)
Unsere Wertung: ♠♠♠/♠♠ (3 von 5)
FSK: 16 – Dauer: 110 Minuten
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=a8HSw7yDn7Y
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 241 (4/2026).
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