Kino-Filmkritik: Paris Murder Mystery
Jeder echte Kinofreund weiß, dass Jodie Foster in ihrer Karriere bereits zwei Mal den Oscar gewinnen konnte. Was aber sicherlich die wenigsten wissen: Jodie Foster spricht auch fließend und akzentfrei französisch. Das kann sie im Original von „Paris Murder Mystery“ unter Beweis stellen. Der Film der deutschen Regisseurin Rebecca Zlotowski spielt nicht nur in Paris, sondern wird auch komplett auf Französisch gesprochen.
Von diesem kleinen Vergnügen, Jodie Foster französisch sprechen zu hören, wird natürlich in der deutschen Synchronisation nichts mehr übrig bleiben.
In „Paris Murder Mystery“ spielt Jodie Foster die Psychologin Lilian Steiner, die in Paris praktiziert und tagein tagaus die gleichen Patienten auf ihre Liege bittet. Sie hört selbst schon gar nicht mehr richtig hin, nimmt sie doch zur Sicherheit alle Gespräche auf Minidisc auf.
Als ihre junge Patientin Paula (Virginie Efira) unerwartet stirbt, wirft das die Psychologin völlig aus der Bahn. Kein Wunder, waren es doch die von ihr verschriebenen Tropfen, die Paula am Ende das Leben gekostet haben. Das seltsame Verhalten von Paulas Ehemann Simon (Mathieu Amalric) und seiner Tochter Valérie (Luàna Bajrami) wecken in Lilian den Verdacht, dass es am Ende doch kein Selbstmord war, der Paulas Leben beendet hat. Zusammen mit ihrem Ex-Mann Gabriel (Daniel Auteuil) beginnt die Psychologin mit ersten Ermittlungen.
Grau wie ein Regentag in Paris plätschert auch der Film „Paris Murder Mystery“ dahin. Jodie Fosters Lilian ist komplett introvertiert, verhärmt, abweisend. Man hat sie einfach nicht gern, man fiebert auch nicht mit ihr mit.
Regisseurin Rebecca Zlotowski weiß leider nicht so recht, ob sie eine Murder Mystery Geschichte oder eine Familienaufarbeitung inszenieren möchte. Zwischendrin geht es auch noch darum, dass sich alle Akteure in einem früheren Leben gekannt haben – befremdlich!
Nach einer Stunde schaut man auf die Uhr, nach anderthalb ist das Drama vorbei: Als ob man einem Wasserhahn beim Tropfen zusieht. „Paris Murder Mystery“ fehlt der Schwung, der Film wirkt wie eine bedeutungsschwangere Sonntagmorgen-Kinomatinee für Intellektuelle. Im Kino startet der Film am 16. April. (CS / Verleih: Studiocanal)
Unsere Wertung: ♠/♠♠♠♠ (1 von 5)
FSK: 12 erwartet – Dauer: 103 Minuten
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=pFye7m7MkC0
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 241 (4/2026).
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