Kunststoff in Form bringen: Kunststoffverarbeitung GmbH aus Falkensee startet Projekt 25!
Die Kunststoffverarbeitung GmbH mit Standort im Falkenseer Gewerbegebiet Süd produziert Kunststoffartikel aller Art – mit der Hilfe einer Vielzahl verschiedener Spritzgussmaschinen. Nun hat das Familienunternehmen noch einmal drei Millionen Euro in die Hand genommen, um unter dem Codewort „Projekt 25“ in die Zukunft zu investieren. Angeschafft wurden zwei neue Spritzgussmaschinen, die das Fertigungsspektrum nach oben hin deutlich erweitern und es auf 1.400 bis 2.800 Tonnen Schließkraft bringen. Am 13. Juni wurden die beiden Maschinen feierlich eingeweiht.
All die kleinen und großen Dinge, die uns im Alltag täglich begegnen, müssen irgendwo und irgendwann einmal hergestellt worden sein.
Etwa von der Kunststoffverarbeitung GmbH (www.kvgmbh.com). Sie hat ihren Sitz in Falkensee. Hier wurde sie 1979 gegründet und 2009 von Christo und Uwe Scheel übernommen. Die Familie Scheel ist dem Standort Falkensee treu geblieben und hat 2014 große Flächen im Gewerbegebiet Süd übernommen.
Christo Scheel: „Damals gab es viele verlockende Angebote aus Berlin und Brandenburg. Für uns war aber klar: Unser Unternehmen, unsere Mitarbeiter und deren Familien sind in Falkensee verwurzelt. Wir bleiben hier und ziehen nicht um.“
Im Gewerbegebiet ist ein Werk entstanden, das nach dem Umzug 2017 in Betrieb genommen wurde. Inzwischen arbeiten 46 Mitarbeiter in dem Industrieunternehmen, das 23 Spritzgussmaschinen mit einer Schließkraft ab 35 Tonnen zum Einsatz bringt. Im Spritzgussverfahren wird Kunststoff plastifiziert und anschließend unter hohem Druck in eine vorbereitete Metallform gespritzt, die im Fachjargon auch „Werkzeug“ genannt wird. Auf diese Weise können komplexe und präzise Kunststoffteile schnell und kostengünstig hergestellt werden.
Die Kunststoffverarbeitung GmbH bietet ihren Kunden die Auftragsfertigung von Spritzgussteilen aus einer Hand an. Von der Idee über die Produktion eines neuen „Werkzeugs“ bis hin zur Serienfertigung und Konfektionierung werden alle Arbeitsschritte sorgfältig umgesetzt.
Christo Scheel ist der Geschäftsführer vor Ort. Er sagt: „Wir haben Kunden aus der Elektro- und Elektronikindustrie, aus dem Maschinen- und Anlagenbau, aus dem Bereich der Logistik, aus der Spielzeugfertigung, aus der Entsorgung, aus dem Rüstungsumfeld, aus der Chemie und der Pharmaindustrie sowie aus der Produktion von Haushaltsartikeln aller Art. Wir können alle thermoplastischen Kunststoffe verarbeiten und dabei Produkte mit einem Gewicht ab 100 Milligramm herstellen.“
Stillstand kann sich keine Branche leisten, und so hat das Unternehmen noch einmal drei Millionen Euro in die Hand genommen, um 2025 das „Projekt 25“ anzustoßen. Das Ergebnis konnten Falkensees Bürgermeister Heiko Richter und weitere geladene Gäste am 13. Juni vor Ort besichtigen.
Angeschafft wurden zwei neue Spritzgussmaschinen mit erheblich mehr Schließkraft, die es dem Unternehmen in der Chemnitzer Straße 7 ab sofort erlauben, in Zukunft noch größere und komplexere Aufträge anzunehmen.
Die erste Maschine bringt es auf 1.400 Tonnen Schließkraft. Sie kann Produkte mit einem Zielgewicht von bis zu sechs Kilo umsetzen. Die Maschine bringt es auf 2.100 bar Spritzdruck.
Die zweite Maschine ermöglicht sogar eine Schließkraft von 2.800 Tonnen und schafft es, Produkte zu erzeugen, die bis zu 25 Kilo schwer sind. Sie ist mit einem 6-Achs-Roboter ausgestattet, um größtmögliche Flexibilität in der Fertigung zu ermöglichen. 2.800 Tonnen Schließkraft entsprechen übrigens dem Gewicht von etwa 17 Blauwalen.
Christo Scheel: „Vor dem Projekt 25 hatten unsere größten Maschinen nur eine Schließkraft von 750 Tonnen. Mit den neuen Anlagen können wir Kunststoffteile lückenlos von klein bis groß aus einer Hand anbieten und ein breiteres Spektrum an Kundenanforderungen abdecken.“
Zum Projekt 25 gehören aber auch noch weitere Investitionen. Christo Scheel: „Wir sind in den letzten Jahren immer wieder an die Grenzen unserer Lagerkapazitäten gestoßen. Deswegen bauen wir nun auch noch eine neue Lagerhalle mit etwa eintausend Quadratmetern zusätzlicher Lagerfläche. Ausgestattet mit einer modernen Heizung schaffen wir so optimale Lagerbedingungen für unsere Werkzeuge und für weitere Projekte. Außerdem werden wir im laufenden Jahr noch einmal 500.000 Euro in die Hand nehmen und in eine moderne Photovoltaikanlage investieren. Damit möchten wir unseren Beitrag zu einer nachhaltigen und unabhängigen Fertigung hier in Deutschland leisten. Mit einer Leistung von bis zu 500 Kilowatt und rund eintausend Solarpaneelen werden wir zukünftig etwa 20 Prozent des von uns benötigten Stroms selbst erzeugen können.“
Das Unternehmen hat sich bereits weitere Flächen um das bestehende Werk herum sichern können. So ließe sich in der Zukunft sogar noch eine zweite Fertigungshalle auf dem Areal errichten.
Bis es so weit ist, findet auf dem brachliegenden Gelände übrigens immer die jährliche „SLUBL Beach Party Falkensee“ statt – so auch am 13. Juni. Die Gäste der Projekt-25-Einweihungsfeier konnten nahtlos zum Technospektakel hinüberwechseln. (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 244 (7/2026).
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