Neue BI möchte Bäume in Finkenkrug schützen: Ausbau der Rudolf-Breitscheid-Straße geplant!
Während noch darüber gestritten wird, wie der Ausbau des Havelländer Wegs aussehen könnte, macht die Stadt Falkensee die nächste Baustelle auf. Die Rudolf-Breitscheid-Straße in Finkenkrug soll grundhaft erneuert werden. Die vier im Bauausschuss vorgestellten Varianten gehen aber mit einem Verlust der Baumallee einher. Eine neu gegründete „BI Rudolf-Breitscheid-Straße“ sieht das „grüne Herz von Finkenkrug“ in Gefahr.
Falkensee wächst. Es wird viel gebaut, neue Menschen ziehen in die Gartenstadt. Damit der Verkehr nicht überall stockt, müssen viele marode Straßen grundhaft erneuert werden. Die Rudolf-Breitscheid-Straße, die den Bahnhof Finkenkrug mit Dallgow-Döberitz verbindet, ist ebenfalls in keinem guten Zustand. Sie gilt aber als Hauptverkehrsader und soll entsprechend erneuert und ausgebaut werden.
Auf dem Bauausschuss am 27. April hat das Planungsbüro Asphalta vier mögliche Varianten für den grundhaften Ausbau der Straße mit Fuß- und Radwegen aufgezeigt.
Juliane Kühnemund, Stadtverordnete der Grünen und Mitglied im Bauausschuss, zeigte sich anschließend schockiert: „Ich hatte mit erheblichen Eingriffen gerechnet, weil viele der Bäume sehr dicht an der Fahrbahn stehen. Aber dass in der favorisierten Variante nahezu der gesamte Baumbestand verschwinden soll und der Straßenraum weitgehend ohne Grün neu gestaltet wird, hat selbst mich überrascht.“
In der Variante mit beidseitig geplanten Geh- und Radfahrwegen müssten bis auf sechs sämtliche Bäume in der grünen Allee weichen, in der viele stattliche Eichen und Linden stehen: Die Rede ist hier von 174 Baumfällungen.
Zuletzt wurde in Falkensee immer wieder um jeden Baum gekämpft. Dass der Kettensäge jetzt so viele Bäume zum Opfer fallen sollen, überrascht. Prompt hat sich vor Ort die neue „BI Rudolf-Breitscheid-Straße“ (info@bi-rbs.de) gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern der Bürgerinitiative gehören neben einzelnen Bürgern auch die Bürgerinitiative Schönes Falkensee e.V., der Bürgerverein Finkenkrug e.V., der NABU Osthavelland e.V., die Baumschutzgruppe Finkenkrug der Lokalen Agenda 21, die BUND-Ortsgruppe Falkensee und der ADFC Osthavelland/Falkensee.
Die BI schreibt: „Wir sind sehr besorgt, dass durch eine Umsetzung der bisherigen Vorplanungen der Stadt ein irreversibler Schaden am grünen Charakter Finkenkrugs entsteht.“ Sie fordert: „Den Alleecharakter der Rudolf-Breitscheid-Straße bewahren – den Ausbau behutsam gestalten.“ Eine Idee der BI zum Erhalt der Bäume ist es, den Radverkehr auf die gut ausgebauten Nebenstraßen umzulenken.
Die vehemente Gegenwehr hat zumindest das schon einmal gebracht: Am 20. Juni gab es einen Ortsbesuch des Bauausschusses, von weiteren Stadtverordneten und von Mitgliedern der BI, um sich die Gegebenheiten vor Ort anzusehen.
Tanja Marotzke wohnt in Finkenkrug. Sie sagt: „Für mich als direkte Anwohnerin ist es unvorstellbar, diese alten Straßenbäume zu verlieren. Mit ihnen würden nicht nur Lebensqualität, sondern auch wichtige Lebensräume für Vögel und andere Tiere verschwinden.“
Gisela Gunkel ist Mitglied der Baumschutzgruppe: „Bäume sind von unschätzbarem Wert, sie verbessern die Luft, schlucken Staub, reduzieren die Hitze, mindern Lärm, sind einfach schön.“ (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 244 (7/2026).
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