Zu Besuch beim Angelverein „Karpfen Etzin“ e.V.: Angeln in der Wasserlandschaft „Etziner Erdelöcher“
Im Rahmen der Ortsbesuche führte der Weg Landrat Roger Lewandowski am 16. Juni auch nach Etzin. Auf 10,8 Hektar Fläche findet sich hier ein Biotop sondergleichen. In den ehemaligen Tongruben ist eine Wasserlandschaft entstanden, in der mehrere Angelvereine gern den Haken wässern, um Hecht und Karpfen an Land zu ziehen. In der Landschaft „Etziner Erdelöcher“ ist so auch der Angelverein „Karpfen Etzin e.V.“ zu Hause.
Vor langer, langer Zeit ist Berlin stark gewachsen. Etwa ab dem Jahr 1800 brauchte man in der Stadt Ziegelsteine in großer Zahl. In der Region um Ketzin, Paretz und Etzin fand man zum Glück größere Tonvorkommen in der Erde. Über ein Dutzend Ziegeleien entstanden in der Folge in der Nachbarschaft. Sie holten den Ton aus der Erde, brannten die Ziegel und schickten die Baumaterialien auf dem Wasserweg in die Stadt.
Spätestens um 1920 ging der Boom allerdings zu Ende und die Ziegeleien schlossen ihre Türen. Zurück blieben tiefe Gruben, die sich nach und nach mit Grundwasser füllten und auf diese Weise eine einzigartige Wasserlandschaft schufen. Die „Erdelöcher bei Etzin“ bestehen aus zahlreichen kleinen Abgrabungsgewässern auf einer Fläche von 10,8 Hektar – umgeben von landwirtschaftlichen Flächen. So ist eine atemberaubende Naturlandschaft entstanden, die aufgrund des starken Fischbestandes viele Angler begeistert.
Am 16. Juni nahm Landrat Roger Lewandowski einen längeren Marsch über Feldwege in Kauf, um sich diese Seenlandschaft persönlich anzusehen. Mit dabei: Katrin Mußhoff, Bürgermeisterin von Ketzin/Havel. Beide lernten vor Ort Otto Schröter (67) kennen, der im Vorstand des Angelvereins „Karpfen Etzin e.V.“ aktiv ist und selbst gern Stunden am Gewässerrand verbringt, um den Haken ins Wasser zu bringen: „Viele von uns angeln auf Hecht und Karpfen, ich freue mich vor allem, wenn ich einen Aal an Land bringen kann. Der kommt direkt in die Pfanne oder wird geräuchert. Auch Schleien angle ich sehr gerne. Am Gewässer habe ich zwei Angeln gleichzeitig im Betrieb. Mehr ist in Brandenburg pro Angler nicht erlaubt, in anderen Bundesländern sind es drei.“
Wie in vielen anderen Gewässern gibt es auch in Etzin zu viele Weißfische. Die Friedfische vermehren sich sehr stark. Tatsächlich holte Otto Schröter während einer kleinen Präsentation mit seiner Angel silberne Fische im Minutentakt aus dem Wasser: „Aber wer will schon jeden Tag Rotaugen und Plötzen essen? Früher hat man sie wie Bratheringe sauer eingelegt oder hat sie durch den Fleischwolf gedreht, um Fischbouletten zu braten. Aber das macht ja heute kaum noch einer.“
Ärgern könnte sich der Angler über Motorradfahrer, die durch das Naturschutzgebiet brettern, und über Angeltouristen, die nur auf Fotos aus sind und die Fische nach dem Fang ins Wasser zurückwerfen.
Roger Lewandowski zeigte sich begeistert und brachte einen Scheck über 200 Euro mit. Otto Schröter: „Super, die nehmen wir für das Catering beim nächsten Nachtangeln am 1. August.“ (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 244 (7/2026).
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