Schwimmen, fahren & laufen: 2. Nymphensee Triathlon in Brieselang!
Brieselang gibt Vollgas, wenn es um besonders hochwertige Sportevents direkt am Wasser geht. Nachdem das Drachenbootrennen auf dem Havelkanal dieses Jahr bereits in die dritte Runde geht, wurde der „Nymphensee Triathlon“ am 14. Juni zum zweiten Mal veranstaltet. 500 Teilnehmer stürzten sich bei 16 Grad Lufttemperatur und wiederkehrenden Regenschauern in die Fluten, um anschließend aufs Rad zu steigen und zu Fuß durch den Wald zu laufen. In der olympischen Distanz absolvierten die Athleten 1,5 Kilometer im Wasser, 40 Kilometer auf dem Rad und abschließend 10 Kilometer beim Laufen.
16 Grad. Und das mitten im Sommer. Kein Wunder, dass die meisten Triathleten am 14. Juni in den gut isolierenden Neoprenanzug schlüpften, um so zwei Runden durch den Nymphensee zu schwimmen: Es war einfach zu kalt.
Just an diesem Sonntag hatte der Verein Dreizack Spandau e.V. wieder zum „Nymphensee Triathlon“ (www.nymphensee-triathlon.de) eingeladen. Das sportliche Hochleistungsevent hatte im letzten Jahr sein Debüt gefeiert und ist aufgrund des großen Erfolgs direkt in die Verlängerung gegangen.
Wie bereits im letzten Jahr konnten sich die aus Berlin und Brandenburg angereisten Sportler in verschiedenen Disziplinen versuchen. Dr. Thomas Greczmiel hat selbst schon den Ironman auf Hawaii absolviert. Er freute sich als Organisator und Gesicht der Veranstaltung sehr über die hohe Nachfrage nach den limitierten Startplätzen: „Wir haben in diesem Jahr 500 Teilnehmer zugelassen, zwanzig Prozent mehr als im letzten Jahr. Wir hatten eine deutlich höhere Nachfrage auch bei den Kindern, das war natürlich toll. Unsere Sprintdistanz war nach einer Stunde ausgebucht, die olympische Distanz nach drei Stunden und die Schnupperdistanz am Abend, nachdem die Anmeldung online geschaltet wurde. Wir haben aus der ersten Veranstaltung gelernt und an vielen Details geschraubt. So haben wir die Laufstrecke in diesem Jahr geändert. Sehr froh sind wir, dass wir noch einmal mehr Sponsoren gewinnen konnten, die uns unterstützt haben.“
Morgens um neun wurde traditionell der Countdown heruntergezählt, dann stürzten sich die Triathleten in der olympischen Distanz in den Nymphensee, um zwei Runden um große gelbe Bojen herum zu schwimmen.
Eine Absicherung der Strecke fand nicht nur von den Booten aus statt. Thomas Greczmiel: „Die Taucher, die am Nymphensee ihr Quartier haben, haben die Strecke auch vom Grund des Sees aus im Blick gehabt.“
Etwas mehr als zwanzig Minuten brauchten die schnellsten Schwimmer, um die 1,5 Kilometer im Wasser zurückzulegen. Anschließend hieß es, sich auf dem Parkplatz des Nymphensees umzuziehen und auf das hier abgestellte Rennrad zu springen. Die L202, die am Nymphensee vorbeiführt, war erneut zwischen der Pappelallee und der Nauener Chaussee für den Autoverkehr gesperrt worden, sodass die Radfahrer ihre 40 Kilometer auf der Straße abreißen konnten. Ordner passten auf, dass sich die vom Schwimmen kommenden Radfahrer nahtlos in den „Verkehr“ einfädeln konnten.
Bereits bei der Eröffnungsrede im Vorfeld war das strenge Regelwerk des Triathlons angesprochen worden, der vom Brandenburger Triathlonbund (BTB) genehmigt wurde und der Sportordnung der Deutschen Triathlon Union (DTU) folgte. Demnach wurde das Fahren im Windschatten eines anderen Radfahrers mit einer Zeitstrafe geahndet. Und wer „Littering“ betrieb, also die Umwelt mit Müll belastete, wurde sofort disqualifiziert. Thomas Greczmiel: „Wir haben das große Glück, unseren Triathlon in dieser wunderschönen Naturkulisse abhalten zu dürfen. Da gehört es zu unserer Verantwortung dazu, das Gelände so zu verlassen, wie wir es vorgefunden haben.“
Ein tolles Bild: Die Radfahrer umrundeten auf ihrer Strecke auch den Kreisverkehr am Netto und schauten dabei auf das Wahrzeichen von Brieselang – auf die Nymphe, die auf einem Podest in der Mitte des Kreisverkehrs thront.
Brieselangs Bürgermeisterin Kathrin Neumann-Riedel begleitete das Event die ganze Zeit über als Zuschauerin und hatte auch ihre Familie mitgebracht: „Wir von der Gemeinde Brieselang haben das Event von Anfang an begleitet und in der Vorbereitung unterstützt. Jetzt merkt man bei der Wiederholung, wie alles immer professioneller wird. Es macht viel Spaß, den Sportlern zuzuschauen. Für mich ist es immer ein Gänsehautmoment, wenn alle beim Start gleichzeitig ins Wasser laufen.“
Philip Leser (30) von der Allianz-Agentur aus Falkensee war als Sponsor beim Triathlon mit dabei, nahm aber auch selbst als Sportler am Event teil: „Ich habe mich für die olympische Distanz entschieden. Ich nehme seit sechs Jahren an Triathlons teil, in Brieselang war ich aber das erste Mal mit dabei. Meine Lieblingsdisziplin beim Triathlon ist das Laufen. Ich bin eigentlich auch gern im Wasser, aber in Brieselang war es dann doch ziemlich frisch. Es hat auch immer wieder geregnet.“
Die Laufstrecke, immerhin zehn Kilometer lang, beendete den Triathlon. Dabei mussten die Sportler genau auf das Reglement achten. Beim Schwimmen sollte etwa gar keine Startnummer getragen werden, beim Radfahren war die Nummer hinten zu tragen, beim Laufen hingegen vorne am Körper.
Am Ende ging auch der zweite Triathlon glatt über die Bühne. Thomas Greczmiel, der eine Woche vor der Veranstaltung noch den Ironman Hamburg absolviert hatte, gab ein positives Feedback als Veranstalter: „Die viele Arbeit unseres Teams hat sich wieder gelohnt! Trotz des durchwachsenen Wetters mit kühlen Temperaturen, Regen und viel Wind hatten wir eine Superstimmung vor Ort. Es gab sogar eine Sambaband, die an der Strecke getrommelt hat. Ich habe viele glückliche Gesichter bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gesehen. Mein großer Dank geht an die über einhundert Helfer, die uns unterstützt haben. Wir machen auf jeden Fall im nächsten Jahr weiter und laden dann zum dritten ‚Nymphensee Triathlon‘ ein.“
Beim zweiten Triathlon waren Vereine wie der SCC Berlin Triathlon, der BSV Friesen 1895 e.V., der SSV Hohen Neuendorf e.V., der Schwimmverein Falkensee, Triathlon Potsdam, der SC Ketzin und der Triathlon Verein Berlin 09 e.V. mit dabei. Bei den Männern gewann am Ende Justin Lehmann vom VfV Spandau mit einer Gesamtzeit von 2:00:46. Bei den Frauen holte sich Annika Lehmann vom VfV Spandau den Sieg mit einer Gesamtzeit von 2:18:04 Stunden. (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 244 (7/2026).
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