Wenn Anouk träumt … Hendrikje Balsmeyer & Peter Maffay signieren im EDEKA Nauen!
Am 21. Mai verwandelte sich der Nauener EDEKA-Zukunftsmarkt von Christian Dorfmann für ein paar Stunden in eine große, bunte Kinderbuchhandlung. In der „Überschaubar“ und auch im Markt selbst lagen ganze Stapel der Bestsellerbücher über das kleine Mädchen Anouk aus, von denen bereits mehrere Bände in der Ars Edition erschienen sind. Noch besser: Die Autorin Hendrikje Balsmeyer und ihr Mann Peter Maffay schauten persönlich vorbei, um Fotos mit den Fans zu machen und die mitgebrachten Bücher zu signieren.
Alles begann vor fünf Jahren mit dem Buch „Anouk, die nachts auf Reisen geht„.
Anouk ist ein kleines Mädchen, das nur eins nicht mag: Schlafengehen. Umso erstaunter sind ihre Eltern, als sie es auf einmal gar nicht mehr abwarten kann, endlich ins Bett zu kommen. Sie ahnen nicht, dass Anouk in ihren Träumen auf einmal die tollsten Abenteuer erlebt. Sie rettet einen Ritter aus einem Verlies, hilft einer Frau beim Schlittenhunderennen und lernt Nacht für Nacht neue Freunde kennen, darunter sogar echte Piraten.
Die Anouk-Bücher (www.arsedition.de) sind für Kinder ab fünf Jahren geschrieben – und eignen sich perfekt für das Vorlesen abends vor dem Schlafengehen. Inzwischen sind auch schon die Fortsetzungen „Anouk, dein nächstes Abenteuer ruft!„, „Anouk und das Geheimnis der Weihnachtszeit“ und „Anouk und der verrückte erste Schultag“ erschienen.
Wer auf das Buchcover schaut, staunt: Peter Maffay steht hier zusammen mit seiner Frau Hendrikje Balsmeyer als Autor auf dem Titelbild. Ist der Schlager- und Deutschrock-Sänger, der 21 Nummer-1-Hits feiern durfte und 50 Millionen Platten verkauft hat, nun unter die Autoren gegangen? Immerhin – mit der Märchen- und Zeichentrickfigur Tabaluga hat er ja bereits eine Kinderfigur geschaffen, die in sechs Musikalben, als Musical und sogar als Zeichentrickserie Erfolge feierte.
Am 21. Mai gab es die perfekte Gelegenheit, um einmal hinter das Cover zu schauen und eine Menge Fragen zu stellen. Peter Maffay und seine Frau Hendrikje Balsmeyer schauten persönlich in Nauen vorbei, um eine Signierstunde für alle Anouk-Fans zu veranstalten – in der „Überschaubar“ des EDEKA-Zukunftsmarkts von Christian Dorfmann.
Dabei trat Peter Maffay gleich aus dem Rampenlicht und gab preis, wer wirklich der kreative Kopf hinter den Büchern ist: „Mit den Büchern habe ich weniger zu tun, als es den Anschein hat. Meine Frau ist die Urheberin, sie schreibt die Geschichten. Ich bin aber der erste, der die Geschichten zu lesen bekommt, und darf mich dann noch etwas einbringen.“
Hendrikje Balsmeyer kommt aus Halle (Saale) und hat hier an einem Gymnasium unterrichtet. Inzwischen lebt sie mit Peter Maffay und der gemeinsamen Tochter Anouk in Tutzing. Sie erklärt: „Als Lehrerin sind mir pädagogische Konzepte sehr wichtig. Ich habe immer sehr gern unterrichtet. Ich bin zwar, als ich Peter kennengelernt habe, als Lehrerin ausgestiegen. Ich wollte mein kreatives Potenzial aber trotzdem weiter ausleben, ich wusste nur nicht, wie. Ich bin ein ganz großer Fan von Astrid Lindgren. Als unsere Tochter Anouk auf die Welt kam, hatte ich die Idee, für sie ein Buch zu schreiben. Das sollte nicht nur unterhaltsam zu lesen sein, sondern auch ein Leitfaden für wichtige Lebensregeln sein. Es geht in den Geschichten um Empathie, um Respekt und um Freundschaft, all diese Dinge, die für Kinder wichtig sind. Als Anouk ein Jahr alt war, habe ich angefangen, genau dieses Buch zu schreiben. Das habe ich dann Peter und unseren Freunden gezeigt, und alle meinten sofort, lass uns das veröffentlichen. Das wollte ich eigentlich von Anfang an vermeiden, weil es ja ein persönliches Geschenk an unsere Tochter sein sollte. Aber inzwischen treffen wir auf unseren Signierstunden so viele Menschen und vor allem auch Kinder. Etwa ein Mädchen, das Leukämie hatte und die Krankheit erfolgreich überstanden hat und nun krebsfrei ist. Kinder, die uns immer wieder sagen, dass die Bücher ihnen Mut und Halt geben. Wenn wir das mit unseren Büchern erreichen können, dann ist es eben nicht nur ein Gewinn für unsere Tochter, sondern für jedes Kind.“
Nun heißt das Buch genauso wie die Tochter des Autorenpaars. Als das Buch entstanden ist, war Anouk (www.anoukswelt.de) aber noch ganz klein. Hat sie sich denn ihrem Buchpendant inzwischen angenähert?
Hendrikje Balsmeyer: „Joëlle Tourlonias hat ja die Illustrationen für die Anouk-Bücher gemacht. Als wir die Anouk in den Büchern entwickelt haben, haben wir einfach Fotos von mir als Kind als Vorlage genommen. Anouk sieht mir inzwischen sehr ähnlich, auch wenn Peter gern sagt, dass sie mehr nach ihm kommt. Wie Anouk in den Büchern, so entwickelt sich auch unsere Anouk zu einem sehr liebenswerten und sehr empathischen Mädchen. Über unsere Stiftungsarbeit hat sie aber auch schon sehr viel erlebt. Wir hatten traumatisierte Kinder bei uns und Kinder, die aus Kriegsgebieten zu uns gekommen sind. Da hat sie viele Menschen kennengelernt, denen es deutlich schlechter geht. Und sie bekommt natürlich mit, wie Peter und ich die Arbeit für die Stiftung leben. Wir hoffen, dass sie sich diese Empathie lange bewahren kann. Momentan sind wir sehr, sehr happy mit der Entwicklung unserer Tochter.“
Statt TikTok-Reels zu schauen, lieber den Kindern vorlesen
Kindern vor dem Schlafengehen aus einem Buch vorzulesen und gemeinsam die Bilder anzuschauen, ist, so simpel es auch klingen mag, ein echtes Geschenk. Viele Kinder wünschen sich nur eins, wenn sie denn gefragt werden: Dass ihre Eltern ihnen mehr Zeit schenken. Echte Zeit. Mit voller Aufmerksamkeit.
Hendrikje Balsmeyer: „Ja, das ist so. Und so wird es immer sein. Ich merke ja selbst bei mir, wie oft ich an meinem Handy hänge. Ich liege dann auf dem Bett und möchte nur einmal kurz runterkommen, weil unsere Tage schon sehr schnelllebig sind und wir sehr viel unternehmen. Ich entspanne gern, indem ich mir richtig nutzlose Reels anschaue. Dann sitzt Anouk neben mir und fragt: Mama, warum bist du denn jetzt an deinem Handy? Das ist gar keine böse Absicht. Ich versuche ja nur abzuschalten. Sie ermahnt mich dann aber schon, mein Handy wegzulegen.“
Peter Maffay hat einen Weg gefunden, um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen: „Ich möchte auf meine Musik nicht verzichten. Wir haben aber gemeinsam abgesprochen, dass ich nicht mehr auf diese langen Tourneen gehen werde, wo 30, 35 oder 40 Konzerte an einem Stück stattfinden. Da haben wir versucht, das Tempo und auch den Druck herauszunehmen. Aber auch in der Stiftung (www.petermaffaystiftung.de) gibt es sehr viel zu tun. So viel weniger Arbeit, wie ich mir das gedacht habe, ist es dann doch nicht geworden.“
Auch bei Hendrikje Balsmeyer steht die Zeit nicht still. Und so kann sie bereits verkünden: „Im späten August wird unser erstes Buch fünf Jahre alt. Passend dazu wird ein Geburtstagsbuch erscheinen. Es enthält nur eine Geschichte, und die dreht sich um den Geburtstag und wie sich das Feiern über all die Jahre doch verändert hat. Da wird etwa die 80-jährige Oma gefragt, wie sie denn früher Geburtstage erlebt hat. Und sie sagt: Damals haben nicht alle Gäste eine Geschenktüte bekommen. Wir haben keine Schatzsuchen gemacht und wir waren nicht im Freizeitpark. Wir haben mit uns selbst etwas anfangen müssen. Und dann zeigen wir, wie man heute Geburtstage plant und wie die Oma das gemacht hat. Und am Ende finden eigentlich alle das, was die Oma gemacht hat, viel schöner.“
Über Jahre ist auch die echte Anouk älter geworden. Sie geht nun bereits in die Grundschule. Wie gehen denn die anderen Kinder damit um, dass Anouk ihre eigene Buchreihe hat? Hendrikje Balsmeyer: „Wir hatten gerade erst vor Kurzem eine Lesung dort – und Anouk saß zwischen all den anderen Kindern und hat mit zugehört. Die anderen Kinder finden das cool. Für Anouk war es nur schwer, nicht auszuplaudern, was gleich passieren wird. Sie weiß ja natürlich, wo der Hase hinläuft.“
Peter Maffay, die Jugend von heute und die Künstliche Intelligenz
Am Rande bleibt dann doch noch Zeit, um Peter Maffay (www.maffay.de) zu befragen. Er hat sich seine erste Gitarre noch selbst verdienen müssen und ist auf kleinsten Bühnen aufgetreten, um sich den Erfolg langsam zu erarbeiten. Heute gibt es Sendungen wie „Voice of Germany“, dank derer man sofort berühmt werden kann. War früher alles besser?
Peter Maffay: „Ich bin kein Nostalgiefreund und versuche nicht, das Gute immer nur in der Vergangenheit zu finden. Die Dinge ändern sich. Ich würde auch nicht sagen, dass es früher härter war als heute. Wir wissen noch gar nicht, wie hart es noch kommen wird. ‚Voice of Germany‘ ist eine unglaublich gute Plattform. Da werden tolle Leute entdeckt. Aber die Industrie nutzt diese Talente gar nicht. Warum nicht? Weil man Musik inzwischen über KI selbst produzieren kann. Das ist jetzt das große Thema, da weiß noch niemand, wie es hier in Zukunft weitergeht. Aber ist KI-Musik nicht die absolute Katastrophe für einen, der selbst gern singt und Musik macht? Der plötzlich nicht mehr gebraucht wird?“
Wie sehr echte hausgemachte Kunst noch immer geschätzt wird, zeigte sich bei der Signierstunde im EDEKA. Geduldig standen etwa hundert Fans in der Schlange und warteten auf ihren Moment für ein paar nette Worte, eine Signatur im Anouk-Buch und ein gemeinsames Foto mit der Buchautorin und ihrem allerersten Leser. (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 243 (6/2026).
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