Umzug nach 570 Firmengründungen: Lotsendienst Havelland berät Gründer ab sofort im Kulturhaus!
Sich mit einer tollen Idee selbstständig zu machen, ist der Traum von vielen. Doch ist die Idee auch wirklich gut? Was sind die nächsten Schritte? Wie erstellt man einen Businessplan? Seit vielen Jahren hilft der Lotsendienst in Brandenburg dabei, wirtschaftlich tragfähige Gründungsideen in die Selbstständigkeit zu begleiten. Im Havelland ist dies seit dem Jahr 2007 bereits 570 Mal geglückt. In Falkensee finden die kostenlosen Beratungen ab sofort nicht mehr im Bürgeramt, sondern im Kulturhaus „Johannes R. Becher“ statt.
Das Bürgeramt von Falkensee platzt aus allen Nähten. Die Konsequenz: Der Regionale Lotsendienst im Landkreis Havelland, der hier regelmäßig eine Sprechstunde für potenzielle Gründer angeboten hat, zieht um. Am 20. Mai überreichte Falkensees Bürgermeister Heiko Richter eine neue Nutzungsvereinbarung an die Projektleiterin Michaela Schwarz. Hier steht schwarz auf weiß: Der Lotsendienst darf ab sofort Räumlichkeiten im Kulturhaus „Johannes R. Becher“ für seine Einzelberatungen nutzen. Das ist sinnvoll, da der Lotsendienst das Kulturhaus ohnehin schon für größere Veranstaltungen und Workshops verwendet.
Während überall in Deutschland die Anzahl der Neugründungen sinkt, darf sich Brandenburg über positive Zahlen freuen – und steht sogar auf Platz 2 im Gründungsmonitor der Länder. Kein Wunder: Nur hier gibt es den Lotsendienst, der Gründer kompetent und kostenfrei auf dem Weg in ihre Selbstständigkeit begleitet. Der Lotsendienst ist ein Projekt des Landes Brandenburg. Er wird vom Land Brandenburg, aber auch von der Europäischen Union, finanziert. Eigene Lotsendienste gibt es in jedem einzelnen Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt.
Der Regionale Lotsendienst im Landkreis Havelland (www.lotsendienst.standort-premnitz.de) wird seit 2007 von der Arbeitsförderungsgesellschaft Premnitz mbH als Träger betreut. Von 2007 bis heute konnten 570 Gründerinnen und Gründer in die Selbstständigkeit begleitet werden. Wichtig ist nur, dass die zukünftigen Gründer ihren Hauptwohnsitz in Brandenburg haben und auch die Firma im Bundesland gemeldet wird.
Ganz egal, ob es um den Angeltourismus in Finnland, eine Logopädiepraxis, einen Spezialisten für Fensterreinigung, um eine geschmackvolle Einrichtungsberatung, eine Rohrreinigung oder um einen Second-Hand-Laden geht: Der Lotsendienst ist sehr breit aufgestellt und hat offenbar schon in jedem Themenfeld einen neuen Selbstständigen hervorgebracht.
Über den neuen Standort im Kulturhaus freut sich Michaela Schwarz: „Wir haben Parkplätze vor der Tür. Wir sind auch für die Gründerinnen und Gründer aus Nauen, Schönwalde-Glien und Dallgow-Döberitz sehr gut zu erreichen. Und das Kulturhaus wirkt nicht so bürokratisch, hier sind meine Besucher sehr entspannt.“
Neugründer, die eine kostenlose Beratung brauchen, haben an jedem dritten Mittwoch im Monat die Chance darauf, von 9 bis 14 Uhr auf ein offenes Ohr zu treffen – sie müssen nur vorher online einen Termin vereinbart haben. Michaela Schwarz: „Dann treffen wir uns, ich höre mir die Gründungsidee an, und wir gehen ins Gespräch. Dabei geht es auch darum, ob man vielleicht erst im Nebenerwerb gründet oder ob man Zuschüsse beantragen kann. Ich begleite meine Klienten bis zur finalen Gründung.“
Zurzeit interessieren sich etwas mehr Männer als Frauen für eine Selbstständigkeit. Michaela Schwarz: „Am Ende sind es aber meist die Frauen, die eine geplante Gründung auch wirklich durchziehen.“ (ϑ Text/Foto: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 243 (6/2026).
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