Offene Gärten 2026 der Lokalen Agenda 21 Falkensee: Zu Besuch im Elstaler Igelgarten!
Seit über 20 Jahren öffnen Hausbesitzer im Havelland ihre Gartentore, um interessierten Mitmenschen ihre Naturgärten, ihre Staudenanlagen oder ihren Teich zu zeigen. Auch in diesem Jahr haben sich wieder viele Freiwillige bei der Lokalen Agenda 21 Falkensee gemeldet, um ihre wunderschönen Gärten zu zeigen. Am 17. Mai gehörte auch Alexandra Livet zu den Gastgeberinnen. Über hundert Besucher erkundeten ihren Elstaler Igelgarten.
Wer selbst gern im eigenen Garten werkelt und dabei stolz auf seine Fuchsien, den Kräutergarten, den blühenden Lavendel, den Gemüsegarten oder die Teichanlage ist, schaut auch gern einmal Gleichgesinnten über die Schulter.
Immer an einem Sonntag von 11 bis 17 Uhr öffnen sich in Falkensee und Umgebung den Sommer über die Gartentore, und es heißt: Hereinspaziert, schauen Sie sich ruhig um. Auf der Homepage der Lokalen Agenda (www.agenda21-falkensee.de/umwelt/offene-gaerten/) lassen sich die Termine und Adressen einsehen. Eine Anmeldung bei den Gartenbesitzern ist nicht nötig.
Am 17. Mai war auch Alexandra Livet unter den Gastgeberinnen zu finden. Sie wohnt in der Elstaler Eisenbahnersiedlung. Ihr „Elstaler Igelgarten“ ist extra so angelegt, dass er ein kleines Igelparadies ist. Kein Wunder: Vierbeinige Pflegefälle werden hier oft wieder ausgewildert.
Alexandra Livet (51): „Mein Mann und ich leben jetzt schon 13 Jahre in unserem Haus. Als wir eingezogen sind, bestand unser Garten nur aus Rasen und einer riesigen Thuja-Hecke. Wir wollten Schatten im Garten haben und etwas für die Natur tun. Wir haben Felsenbirnen gepflanzt, einen Zierapfel, eine Magnolie. Es gibt Stachelbeeren, Kräuter und sehr viele Wildblumen. Es ist ein Wohlfühlgarten mit Wegen, die zwischen den Beeten entlangführen. Wir schauen, was sich von selbst ansiedelt und bei uns wächst. Stolz sind wir auf einen Weißregen, der an einer Pergola rankt. Wir haben ihn von einer Dachterrasse im Prenzlauer Berg gerettet. Ein Teich mit Fröschen und viele Nistkästen und Insektenhotels gehören zu unserem verwinkelten Garten dazu. Wir lassen die Natur einfach machen und nennen das Ergebnis unseren antiautoritären Garten. Wir bieten der Natur einen Zufluchtsort.“
Alexandra Livet gehört zu den Gründerinnen der Igelritter, die sich seit 2020 um verletzte oder untergewichtige Igel kümmern: „Ich hatte zwei viel zu kleine Igel in meinem Garten gefunden. Die Wildtierrettung war am Limit, und eine Igelrettung gab es bei uns in der Region noch nicht. Zusammen mit Bettina Spitzer habe ich dann die Igelritter auf die Beine gestellt.“
Inzwischen gehört sie dem Team nicht mehr an, wildert aber weiterhin Igel in ihrem Garten aus, nachdem sie aufgepäppelt wurden: „Igel stehen seit 2024 auf der Roten Liste, sie sind vom Aussterben bedroht. In unserem Garten gibt es viele Verstecke. Und viele Insekten, Würmer und Schnecken, von denen sich die Tiere ernähren. Ich unterhalte bei mir zwei Auswilderungsstationen.“
Was könnten andere Gartenbesitzer tun, damit es den Igeln bessergeht? Alexandra Livet: „Auf jeden Fall wilde Ecken wachsen lassen. Die Igel finden Nahrung am besten in Dickichten unter einer Laubschicht. Und dann ist es auch wichtig, dass es einen Durchschlupf in die Nachbargärten gibt, denn Igel laufen in einer Nacht bis zu einem Kilometer. Toll wäre es, wenn Katzentrockenfutter mit einem hohen Eiweißanteil und ohne Getreide zugefüttert werden könnte. Ein paar Soldatenfliegenlarven dazu – und die Igel freuen sich.“ (ϑ Text/Foto: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 243 (6/2026).
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