Mit ganzem Herzen dabei: SV Motor Falkensee e.V. feiert 75 Jahre Jubiläum!
75 Jahre und kein bisschen müde: Der SV Motor Falkensee e.V. feiert in diesem Jahr ein großes Jubiläum. Beim großen „Tag der offenen Tür“ am 9. Mai auf dem Gelände des Lise-Meitner-Gymnasiums zeigte der Verein, wie breit er noch immer aufgestellt ist. Die Sportabteilungen, darunter neben Tischtennis auch der Herz- und der Rollstuhlsport, präsentierten sich nicht nur, sondern luden die Besucher auch gleich zum Mitmachen ein.
Heiko Richter, Bürgermeister von Falkensee, schaute am 9. Mai beim großen Jubiläumsfest vom SV Motor Falkensee (www.motor-falkensee.de) vorbei, um den feiernden Sportlern seine Glückwünsche zu überbringen. Am Cornhole-Brett wagte er sogar ein paar Würfe – und war am Ende froh, dass er das ein paar Schritte entfernt aufgestellte Brett mit den kleinen Wurfsäckchen auch traf. Er gratulierte und sagte: „75 Jahre SV Motor – das muss man sich erst einmal vorstellen. Kurz nach der Gründung der DDR entstand dieser Verein und hat seitdem alles überlebt: den Mauerbau, den Mauerfall und eine vollständige Neuordnung der Gesellschaft. Wenn man bedenkt, welche anderen Vereine in dieser Zeit auf der Strecke geblieben sind, kann ich nur sagen: Hut ab.“
Thomas Neugebauer, der Sportbeauftragte der Stadt Falkensee, begleitet den Verein bereits seit über 20 Jahren. Er erinnerte daran, dass der Verein auch eine Geburtsstätte für viele andere Sportvereine in der Gartenstadt war, die heute ganz eigenständig tätig sind: „Aus der Sektion Handball der BSG Motor Falkensee ist am 1. Dezember 2004 der HSV 04 hervorgegangen, in dem heute viele Mädchen und Frauen spielen. Und auch der TSV Falkensee ist aus dem SV Motor ausgegründet worden – und heute immerhin der größte Sportverein im Havelland.“
Am 9. Mai hat sich der SV Motor e.V. der Öffentlichkeit vorgestellt und auf dem Gelände des Lise-Meitner-Gymnasiums ein abwechslungsreiches und sportliches Angebot zum Angucken und Mitmachen auf die Beine gestellt. Im Freien konnten die Besucher Boccia und Cornhole spielen, sich beim Fußball-Dart beweisen oder sich am Essensstand verköstigen. Nach einer offiziellen Begrüßung gegen elf Uhr ging es vor allem in den beiden Turnhallen weiter. Hier stellten sich die Abteilungen vor und luden zum Aktivsein ein. Neben dem Rollstuhlsport und dem Basketball präsentierten sich hier der Gesundheitssport, der Freizeitfußball, Rollhockey und Tischtennis. Im Freien ging es mit Volleyball und Nordic Walking weiter.
Anita Sach (78) steht seit einem Jahr an der Spitze des SV Motor Falkensee. Sie blickt mit Stolz auf einen Verein im Aufwind: „75 Jahre bedeuten Höhen und Tiefen – das gehört dazu. Aber gerade erleben wir einen echten Aufschwung: 538 Mitglieder zählen wir aktuell, und die Nachfrage wächst weiter. Unsere stärkste Abteilung ist Tischtennis mit 140 Mitgliedern. Von Nachwuchssorgen keine Spur: Über 60 Jugendliche begeistern sich für diesen Sport. Auch beim Rollhockey freuen wir uns über viele Kinder.“
Und wie steht es um die Hallenzeiten in den städtischen Sportstätten? Anita Sach: „Grundsätzlich sind wir gut versorgt – alle Abteilungen kommen auf ihre Kosten. Aber es gibt noch Luft nach oben: Unsere Basketballer trainieren derzeit immer erst nach 20 Uhr. Das ist für Jugendliche schlicht zu spät. Wir würden uns sehr wünschen, hier einmal frühere Zeiten anbieten zu können.“
Wer nach einem Herzinfarkt, einem Bypass oder einem Stent wieder auf die Beine kommen möchte, findet beim SV Motor eine ganz besondere Anlaufstelle: die Herzsport-Gruppe. Trainerin Claudia Seischab-Liedtke beschreibt, wen sie dort begleitet: „Zu uns kommen Menschen, die wissen, dass ihr Herz Unterstützung braucht. Wir starten gemeinsam mit einem Viertelstundenlauf, um den Kreislauf in Schwung zu bringen, und widmen uns dann gezielt der Mobilisation und den alltäglichen Bewegungsabläufen. Was viele überrascht: Genauso wichtig wie das Training ist das Miteinander. Viele unserer Herzsportler leben sonst sehr zurückgezogen – hier finden sie Menschen, die ihre Erfahrungen kennen und teilen. Wir unternehmen auch nette Ausflüge zusammen. Demnächst gehen wir wieder im Wald boßeln, dann in den Kronprinz zum Essen und anschließend zu Elvis in die Stadthalle.“
Silke Boll engagiert sich für die Grünen in der Falkenseer Lokalpolitik. Früher hat sie für die deutsche Nationalmannschaft im Rollstuhlbasketball gespielt und 1976 und 1980 sogar an zwei Paralympischen Spielen teilgenommen. Im SV Motor leitet sie die Abteilung Rollstuhlsport, die sie 2022 selbst gegründet hat: „Wir sind immer zwischen sechs und zehn Teilnehmern – und das ist wunderbar so. Jeder ist uns willkommen und wir kommen gemeinsam in die Bewegung – jeder so gut, wie er oder sie das eben gerade kann. Toll ist, dass wir einfach eine Abteilung in einem ganz normalen Sportverein sind – inklusiver geht es nicht. Und wir haben sechs Leihrollstühle, die jeder Gast gern benutzen kann. Oft kommen Eltern, Kinder oder Freunde mit. So können alle gemeinsam auf Augenhöhe Sport machen – ob sie nun eine Behinderung haben oder nicht.“ (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 243 (6/2026).
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