Eine Kita mitten im Wald: Die Waldzwerge aus Falkensee sind den ganzen Tag in der Natur!
Ganz egal, ob es regnet oder schneit, es heiß ist oder der Wind durch die Äste fegt: Die „Waldzwerge“ sind den ganzen Tag an der frischen Luft und erkunden die Natur rund um den Scheinwerferberg in Falkensee. Die Kinder vom „Waldkindergarten Falkensee“ machen nur fürs Mittagessen und ein Schläfchen Station in ihrer Schutzhütte, ansonsten lernen, staunen und spielen sie im Freien – ganz im Rhythmus der Jahreszeiten. So verrückt es auch klingt bei dem Konzept: Die Kita hat noch freie Plätze.
Morgens sammeln sich die Waldzwerge in aller Ruhe in der Schutzhütte in der Regensburger Straße 22. Dann geht es auch schon gemeinsam los – in den Wald. Die „Falkenhagener Alpen“ rund um den Scheinwerferberg bieten eine unglaublich abwechslungsreiche Natur. Hier sind die Kinder der „Waldzwerge“ bei Wind und Wetter unterwegs. Vor Ort findet sich der mit Holzstämmen angelegte Morgenkreis als Marienkäferplatz, der Eidechsen-Cool-Platz ist nicht weit, der Elfenwald sorgt im Sommer für Schatten und natürlich steuert die Truppe gern den sandigen Fuß vom Scheinwerferberg an, um hier ihr Hauptquartier für ein paar Stunden aufzuschlagen.
Heike Schwarzschulz (49) ist die Kitaleiterin. Sie erzählt: „Unser Waldkindergarten wurde im November 2002 gegründet. Wir sind weder an die Stadt noch an eine Konfession gebunden, als Träger fungiert ein selbst gegründeter Verein. Unsere Idee war es von Anfang an, den Kindern zu ermöglichen, so viel Zeit wie nur möglich in der Natur zu verbringen. Seit 2010 haben wir unseren Standort in der Regensburger Straße. Hier konnten wir mit der Hilfe der Eltern über mehrere Jahre hinweg eine schöne Schutzhütte errichten. Die nutzen wir aber nur als Ausgangspunkt und mittags fürs Essen und für den Mittagsschlaf. Manchmal basteln wir hier auch.“
Die Landschaft um den Scheinwerferberg herum ist ein großer Abenteuerspielplatz. Die Kinder beobachten die Natur, nutzen Kienäpfel zum Basteln oder quetschen selbstgesammelte Blaubeeren aus, um mit dem Saft zu malen. Heike Schwarzschulz: „Gerade haben wir Bärlauch gesammelt, um daraus ein Pesto zu machen. Wir beobachten, wie die Marienkäfer aus dem Winterschlaf erwachen. Und wir sprechen jeden Tag über das Wetter.“
Die Kinder gewinnen beim Toben, Spielen, Klettern und Balancieren ein neues Körpergefühl. Dabei gelten klare Regeln: Alle Kinder bleiben in Sicht- und Hörweite. Niemand rennt mit Stöckern umher. Wir lassen keinen Müll zurück. Tiere werden nur beobachtet. Mit Gummistiefeln wird nicht geklettert.
Heike Schwarzschulz: „So ein Tag im Wald sorgt für ausgeglichene Kinder mit weniger Aggressionsbereitschaft und einem hohem Maß an sozialer Kompetenz, denn im Wald müssen alle kleinen Waldzwerge zusammenhalten. Bei uns werden Kinder ab einem Alter von drei Jahren bis zum Eintritt in die Grundschule von zwei Erzieherinnen betreut – und zwar in einer altersgemischten Gruppe. Wir sind drei Erzieherinnen in der Kita, ein Kollege unterstützt uns noch am Montag. Zehn Kinder werden zurzeit in unserer Kita betreut. Wir haben aber noch Platz für weitere Kinder – und freuen uns über neue Gesichter bei einem kostenlosen Schnuppervormittag.“ (ϑ Text/Fotos: CS)
Waldkindergarten Falkensee e.V., Regensburger Straße 22, 14612 Falkensee, Tel.: 0173-1640076, www.waldzwerge-falkensee.de
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 242 (5/2026).
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