Kreisverkehr für das Dorf von Schönwalde-Glien: Kreisverkehr schließt zwei neue Wohngebiete an die L20 an!
Die Landesstraße L20 im Dorf von Schönwalde-Glien verwandelt sich nachts oft in eine Rennpiste: Ein vor Ort platzierter Blitzer knipste schon einmal einen Schnellfahrer mit 188 Stundenkilometern. Damit ist jetzt Schluss: Der neu errichtete und am 30. April feierlich eröffnete Kreisverkehr am Knotenpunkt Bötzower Landstraße und Alte Gartenstraße macht ein Rasen ab sofort unmöglich. Noch wichtiger: Der Kreisverkehr bindet die beiden neuen Wohngebiete „Lange Enden“ und „Wiesenweg“ optimal an die Landesstraße an. Vor Ort wurden 1,8 Millionen Euro verbaut.
Jetzt hat auch Schönwalde-Glien einen richtig großen und modernen Kreisverkehr bekommen. Der Kreisel wurde mitten im Ortsteil Dorf gebaut. Der liegt zwischen der Siedlung und dem Erlenbruch.
Hier auf der L20, die an dieser Stelle Bötzower Landstraße heißt, wird gerade nachts gern gerast, weil sich die Autofahrer im Brandenburgischen Nirgendwo wähnen und ordentlich aufs Gas drücken, um den Weg nach Falkensee oder nach Berlin zu verkürzen. Kaum tauchen dann im Scheinwerferlicht plötzlich die Häuser vom Dorf auf, ist man auch schon durch die kleine Ansiedlung hindurchgefahren.
Die Anwohner im Dorf fühlen sich von den Rasern mitunter um den Schlaf gebracht. Aber damit ist jetzt Schluss. Am 30. April wurde feierlich die Fertigstellung und Freigabe des neuen Kreisverkehrs gefeiert. Der neue Kreisverkehr hat einen Durchmesser von gut 40 Metern und zwingt die Autofahrer dazu, langsam einen Halbkreis zu fahren.
Der neue Kreisverkehr ist Teil einer langfristig angelegten Siedlungs- und Verkehrsplanung und soll die Vernetzung der wachsenden Wohngebiete nachhaltig verbessern. Ganz in diesem Sinne ist die Gemeinde Schönwalde-Glien der Auftraggeber für die Baumaßnahmen. Realisiert wurde der Kreisverkehr von der Firma Berger Bau. Als Straßenbaulastträger gilt der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg.
Bürgermeister Bodo Oehme erklärte zur Eröffnung: „Mit dem neuen Kreisverkehr verbessern wir nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern schaffen auch eine leistungsfähige Anbindung für unsere wachsenden Ortsteile. Das ist ein wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung unserer Gemeinde Schönwalde-Glien.“
Der erste Spatenstich erfolgte am 2. Juni 2025. Am 30. April 2026 wurde bereits die Fertigstellung gefeiert – der Verkehr rollte aber bereits vorher.
Der neue Kreisverkehr bindet das Dorf perfekt an die Lebensader der L20 an. Das betrifft aber nicht nur die alteingesessenen Bewohner des Schönwalde-Ortsteils, sondern auch die vor Ort neu entstehenden Wohnquartiere „Wiesenweg“ im Süden und „Lange Enden“ im Norden. Aus diesem Grund haben sich auch die beiden Wohnungsbauprojektträger finanziell am Bau des Kreisverkehrs beteiligt: Die Tamax hat rund 370.000 Euro hinzugegeben und die Bonava hat 125.000 Euro in den Hut geworfen. Die Gemeinde erklärt dazu: „Der Beitrag erfolgte anstelle eines eigenen Kostenanteils für eine separate Straßenerschließung.“
Insgesamt hat die Baumaßnahme 1,8 Millionen Euro gekostet.
Eine echte Besonderheit ist, dass der Kreisverkehr auch für den Schwerlastverkehr geeignet ist. Die riesigen Transportfahrzeuge, die bis zu 50 Meter lang sein können, müssen sich also nicht um den Kreisverkehr herumbemühen, was physikalisch gar nicht geht, sondern können geradeaus hindurchfahren. Diese besondere Trasse wird im normalen Betrieb von drei rot-weiß beklebten Pfählen versperrt. Bei einem sich annähernden Schwerlasttransporter müssen diese Pfähle manuell umgelegt werden. Der normale Verkehr ist also nicht dazu in der Lage, diese „direkte“ Abkürzung über die Mittelinsel zu nehmen.
Im Zuge der Baumaßnahmen wurde auch der bereits vorhandene Radweg an der L20 an die neue Streckenführung angepasst. Und es hat sich gelohnt, so Sven Kraatz, Vorsitzender der Gemeindevertretung in Schönwalde-Glien: „In der Zeit, in der wir den Kreisverkehr eröffnet haben, sind bereits viele Radfahrer an uns vorbeigekommen.“ Die L20 scheint eine sehr beliebte Strecke für die Radfahrer zu sein.
Rund um den Kreisverkehr wurde übrigens auch aufgeforstet. 64 Winterlinden werden in den kommenden Jahren an dieser Stelle in den Himmel wachsen. Auch elf Lampen wurden aufgestellt.
Bodo Oehme: „Für den Landwirt haben wir ausgehend vom nördlichen Abzweig des Kreisverkehrs noch eine eigene Abfahrt eingerichtet, sodass er weiter seiner Felder bestellen kann, über die die neue Straße nun ins Bonava-Wohngebiet führt.“
Michael Krüger ist als Projektleiter des neuen Wohngebiets, für das die Bonava verantwortlich ist, sehr dankbar für den neuen Kreisverkehr: „Das ist eine sehr gute zweite Anbindung an unser neues Wohngebiet, die auf diese Weise den Verkehr etwas entlastet. Über den Kreisverkehr kommt man auch deutlich schneller auf die L20 als an der Ampel.“
Ronny Hermann gehört zum Ortsbeirat in Schönwalde-Dorf. Er sieht den neuen Kreisverkehr eher ambivalent: „Ich hätte das Geld lieber in kulturelle Treffpunkte vor allem für unsere älteren Mitbürger investiert.“
Doch die Gemeinde hat schon das nächste Bauprojekt vor Ort im Auge. Die Bötzower Straße im Dorf soll grundhaft saniert werden. (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 243 (6/2026).
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