Kickende Kinder in Falkensee: Zum ersten Mal fand der Eintracht-Kids-Cup statt!
Die Eintracht Falkensee e.V. hat nachgedacht: Was ist eigentlich mit all den Kindern, die bislang noch gar nicht in einem Fußballverein organisiert sind, aber trotzdem gern einmal in einer entspannten Turnierumgebung den Ball kicken möchten? So entstand die Idee vom „Eintracht-Kids-Cup der Falkenseer Grundschulen“: Am 25. April fanden sich 40 Teams und knapp 200 Kinder auf dem Rasenplatz an der Ringpromenade ein, um bei einem inklusiven Fußballturnier in der vom DFB empfohlenen Festivalform mitzumischen. Bürgermeister Heiko Richter gab als Schirmherr den Startschuss für das Turnier.
Die Fußball-Weltmeisterschaft steht unmittelbar bevor, das Thema Fußball ist wieder in aller Munde. Tatsächlich sind bereits sehr viele Jungs und Mädchen Mitglied in einem Fußball-Verein in ihrer Nachbarschaft und treten regelmäßig gegen den Ball, um auf dem Rasen oder in der Halle möglichst viele Tore zu erzielen.
Das gilt aber nicht für alle Kinder. Manche Kinder finden Fußball toll, aber nicht so sehr, dass sie extra dafür in einen Verein eintreten würden. Andere sind vielleicht schüchtern und trauen sich nicht, auf dem Feld Verantwortung zu übernehmen. Oder sie haben einmal eine schlechte Erfahrung gemacht. Oder sie sind in einer ganz anderen Sportart unterwegs. Es gibt so viele Gründe, warum Kinder nicht in einem Verein Fußball spielen.
Die Eintracht Falkensee e.V. (www.eintrachtfalkensee.de) hatte nun die Idee, ihrem Slogan „Fairness Respekt Toleranz“ noch mehr Leben einzuhauchen. Bereits im letzten Jahr sollte deswegen der allererste Eintracht-Kids-Cup stattfinden. Er musste allerdings kurzfristig abgesagt werden, weil der 100-Stundenkilometer-Sturm Ziros aufgrund der vielen Baumschäden eine Benutzung der Sportplätze für längere Zeit unmöglich gemacht hat. So wurde das Debüt vom Kids-Cup auf dieses Jahr und zwar auf den 25. April verschoben.
Die Eintracht ist der drittgrößte Sportverein in Falkensee, er bietet die Sportarten Fußball, Inline-Hockey und Volleyball an. Hinzu kommen verschiedene Freizeitgruppen.
Die grundlegende Idee war es, für den Eintracht-Kids-Cup die Falkenseer Grundschulen mit ins Boot zu holen. Gesucht für die Teilnahme am Cup waren deswegen „Grundschulkinder aller sechs Altersklassen, die bisher nicht in leistungsorientierten Sportvereinen/-mannschaften aktiv sind“. Also klipp und klar gesagt: Kinder, die noch nicht im Verein spielen.
Ingo Liebenow, Schatzmeister und Materialwart in der Eintracht: „Wir sind sehr froh, dass alle fünf Grundschulen in Falkensee bei unserem Kids-Cup mitgemacht haben. Sie haben 40 Teams mit etwa 200 Kindern zur Ringpromenade geschickt. Viele Eltern und auch einige Lehrer waren mit vor Ort, um als Zuschauer für Stimmung zu sorgen.“
Die Kinder der ersten drei Klassenstufen waren bei schönstem Sonnenschein und noch leicht frostigen Temperaturen bereits morgens um zehn Uhr an der Reihe, die älteren Fußballspieler in spe fanden sich später an der Ringpromenade ein.
Das „inklusive Fußballturnier“ wurde in der vom DFB empfohlenen Festivalform organisiert. Das bedeutete, dass jedes Spiel auf einem quadratischen Kleinstfeld mit jeweils zwei Toren pro Mannschaft stattfand. Jedes Team brachte drei Spieler auf den Platz, es durften manchmal aber auch vier oder fünf sein. Einen Torwart gab es nicht – und es durfte frei gewechselt werden, mit mehreren Ersatzspielern an der Seitenlinie. Ziel war es, die Kinder zum Rennen, Spielen und Toreerzielen zu bringen – aber ohne Druck und ohne Leistungsgedanken.
Ziel des Eintracht-Kids-Cups war also nicht das Gewinnen, Siegen und Toreschießen. Es ging eher darum, bei den Kindern die Begeisterung für den Sport zu wecken, die inklusive Teilnahme zu fördern, die soziale und persönliche Entwicklung anzuregen, die Gemeinschaft zu stärken und ihnen generell auch einmal die Chance zu geben, ein richtiges Fußballturnier zu erleben – aber ohne Trainingsdruck.
Bürgermeister Heiko Richter, selbst großer Fußballfreund, ehemals aktiver Kicker und noch immer großer Fan von Dynamo Dresden, eröffnete das Turnier als Schirmherr – und sagte: „Heute dürfen alle Schüler an den Ball, die nicht im Verein spielen. Das ist ja das Ziel und der Sinn des ganzen Turniers, dass diese Kinder auch bewegt werden und die Möglichkeit bekommen, sich mit anderen zu messen. Oft sehen wir ja nach einer Fußball-WM, dass die Mitgliederzahlen in den Vereinen hochgehen. Die Eintracht macht schon vorher Werbung.“
Die Kinder der Adolph-Diesterweg-Grundschule, der Erich-Kästner-Grundschule, der Europaschule am Gutspark, der Geschwister-Scholl-Grundschule und auch der Lessing-Grundschule Falkensee kamen zum Teil in T-Shirts mit den Namenszügen ihrer Schulen auf den Platz. So konnten die Zuschauer noch besser unterscheiden, wer da gerade auf dem Platz steht und für welches Team kickt.
Ingo Liebenow: „Unsere Idee ist es wirklich, dass nur Kinder spielen, die nicht im Fußball-Training sind, die vielleicht andere Sportarten betreiben, die ganz andere Hobbys haben, aber trotzdem gern einmal in der Schulpause oder in der Freizeit gegen den Ball treten. Wir wollten ein Kräftemessen ohne Druck zwischen den Kindern ermöglichen. Dazu passte das Funino-Prinzip sehr gut. Hier kommt jeder einmal zum Spielen, es gibt keine festen Positionen wie Stürmer, Torwart oder Verteidiger – und es gibt sehr viele Ballkontakte. Tore sind nicht so wichtig, es geht eher darum, sich zu bewegen und Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Schön ist es vor allen Dingen, etwas miteinander zu tun.“
Ein Spiel dauerte immer sechs Minuten. Anschließend rückte das Team mit den meisten erzielten Toren um ein Spielfeld vor, das mit weniger Toren ein Feld zurück. So trafen die Kinder immer wieder auf neue Kontrahenten. Lustig: Bei einem Unentschieden wurden die Begegnungen u.a. mit einem Schnick-Schnack-Schnuck entschieden. An jedem Spielfeld stand außerdem ein Betreuer, der darauf achtete, dass die sechs Minuten Spiel bestmöglich genutzt werden. Bei ihnen handelte es sich um freiwillige Helfer aus dem Trainerkader der Eintracht oder um Spieler der Jugendmannschaften.
Ziel war es, dass jede Mannschaft aus bis zu sieben Schülerinnen und Schülern am Ende sechs Spiele bestritten hatte. Nach gut einer Stunde waren damit die Erst- bis Drittklässler „durch“. Nach einer Pause fanden sich gegen 11:30 Uhr die älteren Schüler auf dem Platz an der Ringpromenade ein.
Mit zu den Organisatoren des Eintracht-Kids-Cups gehörte auch Hartmut Friedrich, ehemaliger Rektor der Adolph-Diesterweg-Grundschule in Falkensee: „Mir hat bei dem inklusiven Kids-Cup sehr gut gefallen, dass die Jungen und Mädchen zusammen Fußball spielen.“
Kristina Scheibe, Rektorin der Geschwister-Scholl-Grundschule in Falkensee, unterstützte ihre Schüler-Teams vor Ort und drückte ihnen die Daumen. Sie zeigte sich nach dem Event sehr angetan: „Ich finde das ganz toll, dass hier ein Sport-Event stattfindet, das nicht den Leistungsgedanken in den Vordergrund stellt, sondern einfach nur den Spaß am Sport fördert und den Teamgeist in den Fokus stellt. Ich bin begeistert.“
Tatsächlich hatten die Kinder viel Spaß, es wurde viel gelacht, aber noch mehr gerannt. Nicht jeder Ball landete im Tor, aber am Ende gab es doch immer den einen Moment, bei dem die Kinder die aus dem Fernsehen bekannten Siegerposen der großen Fußballstars nachahmen konnten.
Wird es eine Wiederholung dieses Events geben? Ingo Liebenow: „Der Eintracht-Kids-Cup fand ja in diesem Jahr zum ersten Mal statt. Es gab aber so viel positives Feedback, dass wir bereits überlegen, wie wir das Turnier fortführen und zu einer festen Einrichtung im Sportkalender von Falkensee werden lassen.“ (ϑ Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 243 (6/2026).
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