Kindernotinseln in Falkensee: Bei Blubba Sushi finden Kinder Zuflucht!
Ein bunter Aufkleber mit der Aufschrift „Notinsel“ zeigt Kindern: In diesem Ladengeschäft seid ihr sicher. Habt ihr Angst, werdet ihr bedroht, verfolgt euch jemand – hier findet ihr einen sicheren Zufluchtsort. Bereits im Jahr 2017 gab es in Falkensee das Bestreben, viele Ladenbesitzer für das bundesweite Kinderschutzprogramm zu begeistern. Nun soll das Projekt „Kindernotinsel“ mit frischem Wind neu angeschoben werden. Heiko Richter hat als Bürgermeister die Schirmherrschaft übernommen, erste neue „Notinseln“ sind EDEKA Vujanov und Blubba Sushi am Bahnhof Falkensee.
Eltern können sich tausend schlimme Dinge vorstellen, die Kindern und Jugendlichen zustoßen können, wenn sie alleine in der Stadt Falkensee unterwegs sind. Da aber auch Eltern ihre Kinder loslassen und in die Selbstständigkeit entlassen müssen, ist es tröstlich zu wissen, dass es im Stadtbild sichere Zufluchtsorte gibt, die Kindern in Not oder Bedrängnis ohne Wenn und Aber helfend zur Verfügung stehen.
Auf einen solchen Hort der Hilfe weisen handtellergroße Aufkleber an den Türen von Kiosken, Eisläden, Restaurants, Apotheken oder Supermärkten hin. Sie zeigen drei Kinder und das Wort „Notinsel“.
Das Projekt „Kindernotinsel“ läuft bereits seit 2002 bundesweit. Es wurde von der Karlsruher Stiftung „Hänsel & Gretel“ ins Leben gerufen. In Falkensee hat der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) bereits 2017 die Initiative ergriffen und über das Lokale Bündnis für Familie (www.lokalesbuendnis-falkensee.de) erste Partner gefunden, die den Aufkleber gern auf ihre Ladenscheiben geklebt haben.
Die über die Jahre etwas eingeschlafene Kampagne wurde im April in der Gartenstadt wieder neu belebt und soll ab sofort mit neuem Enthusiasmus um weitere Partner werben. Ein starkes Signal für den Neustart ist, dass Falkensees Bürgermeister Heiko Richter gern die Schirmherrschaft übernommen hat: „Die Kindernotinsel ist ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und Verantwortung in unserer Stadt. Sie zeigt unseren Kindern: Ihr seid nicht allein – wir schauen hin, wir helfen und wir stehen füreinander ein.“
Erste neue Partner des Schulterschlusses sind EDEKA Vujanov, der Buchladen Kapitel 8, das asiatische Restaurant Blubba Sushi direkt am Bahnhof und die gegefa am Rathaus. Auch die Stadtverwaltung mischt mit: Das Bürgeramt in der Poststraße trägt ebenfalls bereits den Aufkleber und bietet Kindern Schutz und Hilfe an. Kinder können an diesen Stationen Hilfe bekommen, wenn sie sich verlaufen haben, sich bedroht fühlen oder Unterstützung benötigen.
„Es geht darum, Kindern im Alltag ein Stück Sicherheit zurückzugeben und gleichzeitig das Verantwortungsgefühl im öffentlichen Raum zu stärken“, so Alexandra Schaub, Koordinatorin des Lokalen Bündnisses für Familie Falkensee. Wer mitmachen möchte, ruft bei der Nummer 03322-284439 an oder registriert sich online unter www.notinsel.de.
„Didi“ Trinh von „Blubba Sushi“ hat einen besonders wichtigen Standort als „Notinsel“ – direkt am Bahnhof. Sie hat schon einmal kurzerhand das voll besetzte Lokal abgeschlossen und die Polizei gerufen, weil ein Mädchen verfolgt wurde und bei ihr Schutz gesucht hat: „Ich habe immer viele Kinder bei mir im Laden. Ich kenne die alle, sie vertrauen mir und reden auch privat mit mir, wenn mal der Schuh drückt. Ich spreche ihre Sprache. Ich möchte gern ein sicherer Ort sein, an dem sich die Kinder verstanden und gut aufgehoben fühlen. Ich nehme die Kinder ernst und gehe respektvoll mit ihnen um.“ (ϑ Text/Foto: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 242 (5/2026).
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