Die Reitschule: Das Gut Seeburg führt junge Reiter an das Pferd heran!
Kurz nach der Wende entsteht 1990 das „Gut Seeburg“ als Freizeitanlage auf dem Champagnerberg. Hier gibt es etwa 350.000 Quadratmeter Weide- und Sportflächen sowie 45.000 Quadratmeter Hof- und Weidefläche. Vor Ort sind mehrere Reitställe, eine Reithalle, ein Round Pen, Reitplätze, eine kleine Boutique, ein Restaurant und sogar eine therapeutische Malschule und eine Golfschule mit 6-Loch-Platz und Driving Range entstanden. Wichtig für alle Reiterhöfe in der Nachbarschaft: Das Gut Seeburg übernimmt die Nachwuchsarbeit und bringt in der Reitschule neuen Talenten das Reiten bei. (ANZEIGE)
Der Reiter von morgen ist der Reitschüler von heute. Wie hilft denn das Gut Seeburg dabei, neue Reiter auszubilden?
Maximilian Dietrich (31) ist seit sechs Jahren auf dem Gut Seeburg mit dabei, er arbeitet als Betriebsleiter auf dem Champagnerberg: „Bei uns ist Eva Eppinger mit ihren Pony Kids Berlin aktiv. Hier fangen die Kinder bereits im Alter ab drei Jahren an, sich auf eine noch sehr spielerische Art und Weise mit dem Thema Pferd zu beschäftigen. Die Ponys sind nicht sehr groß, wir wollen unbedingt verhindern, dass die Kinder Angst vor den Tieren bekommen. Das ist eine Hürde, die man später nur schwer wieder abbauen kann. Bei den Pony Kids geht es vor allem darum, dass die Kinder die Pferde putzen, sie führen und Spiele mit ihnen spielen.“
Wenn die Kinder etwa sechs Jahre alt sind, wechseln sie in die Reitschule von Gut Seeburg, um hier auf Reitponys mit mindestens 1,50 Meter Stockmaß zu reiten. Natürlich ist es dabei nicht zwingend notwendig, vorher die Pony Kids durchlaufen zu haben.
Maximilian Dietrich: „Wenn Jungs oder Mädchen darauf hinfiebern, das Reiten zu erlernen, können sie mit ihren Eltern einfach bei uns vorbeikommen. Unser Büro ist täglich von 10 bis 18 Uhr besetzt – ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Da lernen wir uns kennen, da können wir den Kindern unsere Anlage zeigen. Anschließend vereinbaren wir einen Termin für eine erste Probereitstunde, die dauert eine halbe Stunde und kostet 35 Euro. Dabei sondieren wir, wo die Kinder stehen. Einige haben noch nie zuvor ein Pferd aus der Nähe gesehen, andere können schon reiten. Bei den Anfängern geht es mit halbstündigen Longenreitstunden weiter, da wird das Pferd vom Reitlehrer noch an der Longe im Kreis geführt – und die Kinder lernen erst einmal die richtige Haltung auf dem Pferd – und das Gleichgewicht zu halten. Erst ohne und später mit Zügel.“
Ziel ist es bei der Reitschule immer, ab einem gewissen Kenntnisstand in der Gruppe zu reiten – mit jeweils vier Kindern. Das ist für die Nachwuchsreiter ganz besonders toll, hier entstehen viele Freundschaften.
Maximilian Dietrich: „Es gibt bei uns kein Abteilungsreiten, wo der oder die Beste vorwegreiten und der Rest folgt einfach nach. Unser Ziel ist es, dass alle Kinder ihr Pferd alleine kontrollieren können, was die Gangarten, das Stehenbleiben und das Loslaufen anbelangt. Darauf arbeiten wir hin. Unsere Gruppen teilen wir nach dem Alter ein, aber auch nach dem Leistungsstand. Wir sehen in der Reitschule viele Mädchen, es ist aber durchaus auch ein Sport für die Jungs.“
Die Reitschule findet zu festen Terminen statt, meist einmal in der Woche. Ein festes eigenes Pferd gibt es dabei aber nicht – mit Absicht. Maximilian Dietrich: „Lernt man nur auf einem Pferd zu reiten, dann versteht man es irgendwann intuitiv und es reagiert auf die kleinste Bewegung. Bei einem anderen Pferd kann das aber schon wieder ganz anders aussehen. Deswegen finden wir es wichtig, dass unsere jungen Reiterinnen und Reiter mit allen Pferden gut zurechtkommen – und nicht nur mit einem. Jedes Pferd braucht andere Hilfen und andere Signale – und das müssen unsere Reitschüler lernen.“
Für viele Ferienkinder ist es das Allerschönste – ein Reitercamp in den Ferien auf Gut Seeburg. Dann sind die Kinder den ganzen Tag auf dem Gut, lernen Reiten, erleben Abenteuer und haben eine tolle Zeit. Maximilian Dietrich: „Gerade im Camp sagen wir den Kindern, die zum ersten Mal zu uns kommen, gern: Wenn ihr auf ein Pferd zugeht, erzählt denen irgendetwas. Was ihr nachts geträumt habt, was ihr zu Mittag gegessen habt. Pferde sind Fluchttiere und erschrecken sich leicht. So hören sie einen kommen – und alles ist gut.“
Zum Reiten gehört noch mehr dazu als nur fest im Sattel zu sitzen. Maximilian Dietrich: „Das stimmt. Das beginnt bei uns damit, dass die Pferde von der Koppel geholt und erst einmal gründlich geputzt werden. Dazu gehört auch, die Hufe auszukratzen, um etwa einen verkanteten Stein zu lösen. Das Putzen ist ganz besonders wichtig, weil man da jedes Körperteil vom Pferd berührt und merkt, wenn das Tier eine kleine Wunde hat oder eine Zecke mit sich herumträgt. Die Kinder lernen dabei Verantwortung kennen – und das durchaus auch einmal bei schlechtem Wetter. Bei den Camps gehört auch das Boxausmisten und Füttern mit dazu. Als Belohnung findet im Camp immer ein wöchentlicher, geführter Ausritt statt, auf den die Kinder bereits hinfiebern. Der Vorteil unserer Anlage ist es, dass wir direkt in die Döberitzer Heide reiten können. Das ist für alle unsere Mieter und Gäste ein absolutes Highlight, da der Ausritt in die Natur für alle unsere Freizeitreiter der Inbegriff von Entspannung und ihrer Liebe zu Pferden ist.“
Viele Reitschüler hören in der Pubertät wieder mit dem Reiten auf, wenn sie so 14 bis 16 Jahre alt sind. Maximilian Dietrich: „Die, die dabei bleiben, sind dann aber meist die, die man nie wieder vom Reitsport wegbekommt. Das sind die, die später beim Dressur- oder Springreiten Turniere bestreiten.“
Interessant ist, dass auch viele Eltern wieder mit dem Reiten anfangen. Maximilian Dietrich: „Das sind unsere Wiedereinsteiger. Die bringen ihre Kinder in die Reitschule und erzählen, dass sie früher auch einmal geritten sind und dann aus verschiedenen Gründen damit aufgehört haben. Für sie stellen wir eigene Erwachsenengruppen zusammen.“
Gut Seeburg bietet für die ganze Familie etwas. Gern können die Eltern, während ihre Kinder reiten, die 6-Loch-Golfanlage mit Golf-Schule benutzen, die Golf-Driving-Range besuchen oder die Platzreife-Prüfung ablegen.
Zum Angebot auf Gut Seeburg gehört auch ein therapeutisches Reiten. „Die Pferdefrau“ Christiane Will und Christina Schwandt mit „Wege zum Glück“ bieten u.a. eine pferdegestützte Psychotherapie an.
Die künstlerische Beschäftigung der Kinder in der Malschule ist ein wesentlicher therapeutischer Teil, der von allen Therapie-Anbietern auf Gut Seeburg genutzt wird.
Und das große Gelände mit seinen saftigen Wiesen um das Gut herum, wie wird das genutzt? Maximilian Dietrich: „Auf unseren Weiden stehen natürlich vor allem unsere knapp über 20 Schulpferde, die in der Reitschule zum Einsatz kommen. Hinzu kommen Weideflächen für unsere Einsteller, die ihre Pferde bei uns untergebracht haben – wahlweise in Vollpension oder mit einer gewissen Selbstversorgung. Auch die Pferde vom therapeutischen Reiten oder vom Ponyhof sind Bestandteil unserer Anlage und werden von uns versorgt.“
Der PoloPark ist eine Einheit und wird weiter von Wolfgang Weiss und Bernd Kluchert betrieben. Der aktuelle Pächter ist bemüht, sich mit internationalen Turnieren die Zukunft auf dem Gelände zu sichern.
Damit das Gut Seeburg mit seinen vielen Einrichtungen gerade für Kinder und Jugendliche auch in der Zukunft über Jahrzehnte weiter erhalten bleibt, wurde es im letzten Jahr in die „Stiftung Gut Seeburg Monika & Wolfgang Weiss“ übertragen. (Text/Fotos: CS)
Info: Gut Seeburg am Champagnerberg Polo & Country Club, Scholle 4, 14624 Dallgow-Döberitz, Tel.: 033201-21295, www.gut-seeburg.de
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 240 (3/2026).
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