89 Vereine und 848 Judoka in der Stadthalle: 28. Judopokalwettkampf der Stadt Falkensee!
Judo ist eine japanische Kampfsportart, die Kraft und Bewegung des Gegners ausnutzt, um diesen ohne Schläge und Tritte zu besiegen. Würfe, Haltegriffe und Hebel sorgen bei der Olympischen Sportart für den Sieg. Die JUDOSCHULE Falkensee lädt einmal im Jahr zum großen „Judopokalwettkampf der Stadt Falkensee“ ein. Am 28. Februar und am 1. März traten knapp 850 Judo-Kämpfer in der Stadthalle gegeneinander an.
Ein ganzes Wochenende in weiß: Fast eintausend Judo-Kämpfer aus ganz Deutschland fanden sich am 28. Februar und am 1. März in der Falkenseer Stadthalle ein, um sich auf der Matte zu messen und sich gegenseitig aufs Kreuz zu legen.
Seit 1994 lädt die JUDOSCHULE Falkensee (www.judoschule-falkensee.de) bereits zum großen „Judopokalwettkampf der Stadt Falkensee“ ein – eine tolle Gelegenheit, die eigenen Judo-Griffe einmal bei Gleichgesinnten aus anderen Vereinen anzuwenden.
Dank der steigenden Nachfrage fand der Wettbewerb bereits im letzten Jahr in der Falkenseer Stadthalle statt. Und so war es auch in diesem Jahr – bei knapp 850 angetretenen Kämpfern (und über tausend Voranmeldungen) braucht man eben viel Platz. Früher wurde für die Veranstaltung übrigens gern die Turnhalle vom lokalen Lise-Meitner-Gymnasium genutzt.
Yvonne Nowakowski ist die Vorsitzende in der JUDOSCHULE. Der Verein bietet inzwischen auch Sportarten wie Floorball an und lädt seine Mitglieder zum Yoga, Zumba, Aikido und Nordic Walking ein. Der Schwerpunkt liegt aber ganz klar beim Judo: 183 Kinder, Jugendliche und Erwachsene trainieren Woche für Woche in der „eigenen“ Judohalle in der Straße der Einheit 31.
Yvonne Nowakowski: „47 unserer eigenen Judo-Kämpfer waren auch beim Turnier mit dabei.“
Für den „Judopokalwettkampf der Stadt Falkensee“ hatten sich in diesem Jahr Judoka aus 89 Vereinen angemeldet, darunter der VfL Riesa, der PSV Freital, der Oranienburger JC, der JC Bushido Köln, der Stralsunder JC, Alba 93 Boizenburg und der Sport-Dojo Berlin. Aus der unmittelbaren Nachbarschaft waren die Brieselanger Miniathleten, die Judo-Elche Schönwalde und der Hennigsdorfer JV mit vertreten.
Yvonne Nowakowski: „Auch aus Polen waren extra zwei Mannschaften angereist. Wir hatten uns sehr auf Judo-Freunde aus Zansibar gefreut, die gern beim Turnier mit dabeigewesen wären. Da gab es aber leider Probleme mit den Visa – und sie mussten die Reise kurzfristig absagen.“
Auf sechs Matten wurde gleichzeitig gekämpft, an jeder Matte wechselten sich zwei Kampfrichter ab. Die Judo-Kämpfer hatte man bereits im Vorfeld in die Altersklassen U9, U11, U13, U15 und U18 eingeteilt, bei den Erwachsenen gab es neben Männer/Frauen die Gruppierungen Ü30, Ü40 und Ü50. Das Feld wurde außerdem noch einmal in Frauen und Männer unterteilt.
Auch im Judo können die Kampfsportler Farbgurte erlangen, die bei Weiß beginnen und bei Rot aufhören. Yvonne Nowakowski: „Unser Wettkampfsystem hat aber nicht darauf geachtet, welche Gurtfarbe die Judoka haben, die gegeneinander antreten. Wir beobachten immer wieder, dass auch ein Judo-Kämpfer mit einem gelben Gurt einen Kampf gewinnen kann, wenn er oder sie einfach mehr Turniererfahrung mitbringt als der Gegner etwa mit einem Schwarzgurt.“
Manche Kämpfer trugen während des Turniers gleich zwei Gurte. Wie kam es dazu? Die Antwort: Damit die Kampfrichter beide Kämpfer voneinander unterscheiden konnten, bekam einer der beiden einen zusätzlichen roten Gürtel umgebunden. So fiel es den Schiedsrichtern leichter, dem richtigen Kontrahenten die Punkte zuzuweisen. Viele Kampfrichter wurden übrigens direkt von den Vereinen „mitgebracht“, die das Turnier besucht haben: Aus eigener Kraft und ohne die kollegiale Hilfe hätten die Falkenseer gar nicht so viele Schiedsrichter stellen können, wie für das Turnier benötigt wurden.
Yvonne Nowakowski: „Bei den Erwachsenen dauert ein Kampf maximal vier Minuten, bei den Jugendlichen und Kindern ist die Zeit etwas kürzer. Ein Kampf ist sofort vorbei, sobald ein Ippon erzielt wird. Das ist ein sauber durchgeführter Wurf, bei dem der Gegner voll auf den Rücken fällt. Ein Kampf ist ebenfalls beendet, wenn man seinen Gegner 20 Sekunden in einem Haltegriff hält oder ihn mit einem Hebel zur Aufgabe zwingt.“
Wird ein Wurf nicht perfekt ausgeführt oder greift ein Haltegriff kürzer, kann der Schiedsrichter einen Waza-ari aussprechen, das ergibt einen halben Punkt. Zwei halbe ergeben einen ganzen Punkt – dann wäre eine Begegnung auf der Matte ebenfalls sofort vorbei.
Yvonne Nowakowski: „Dann gibt es noch den Yuko beim Judo, das ist eine kleinere Wertung, sozusagen ein Viertelpunkt. Den addiert man aber nicht. Hier gewinnt am Ende der Kämpfer, der nach Ablauf der Zeit die meisten Yukos vorweisen kann. Einen Yuko bekommt man etwa, wenn der Gegner bei einem Wurf nicht auf dem Rücken landet, sondern nur auf der Seite.“
Neu in diesem Jahr waren nicht nur an die tausend Kämpfer auf der Matte – eine echte Rekordbeteiligung. Neu war auch der Einsatz eines digitalen Infosystems. Yvonne Nowakowski: „Alle Trainer und Kämpfer haben so jederzeit im Handy ablesen, wer wann auf welcher Matte gegen wen kämpft. Früher mussten wir das im Turnier immer ausrufen. So gestaltete sich der gesamte Turniertag deutlich ruhiger. Auf der Turnier-Webseite konnten die Spieler auch die Ergebnisse der einzelnen Begegnungen ablesen. Das war eine gute Neuerung, die wir nun auch in Zukunft unbedingt beibehalten möchten.“
Beim Judo-Turnier fliegen die Kämpfer nur so durch die Luft. Bleibt so ein Turnier denn ohne Verletzungen? Yvonne Nowakowski: „Es bleibt leider nicht aus. Die Sanitäter waren ein paar Mal im Einsatz, einmal musste wegen einer Verletzung an der Schulter der Rettungswagen fahren. Aber unterm Strich ist es sehr ruhig geblieben.“
Während des Turniers hat sich die JUDOSCHULE Falkensee als guter Gastgeber bewiesen: Vor der Stadthalle wurde gegrillt und auch für Getränke war gesorgt. Auf die ersten drei Platzierungen in jeder Gruppe warteten Pokale und Medaillen, ansonsten wurden bis Platz fünf noch dekorative Urkunden ausgegeben.
Yvonne Nowakowski: „Es war ein tolles Turnier, und wir sind nach ersten Startproblemen schnell in einen guten Fluss gekommen. Wir sagen auf jeden Fall: Das wiederholen wir im nächsten Jahr. Dann wird das Turnier am 20. und 21. Februar 2027 stattfinden.“ (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 241 (4/2026).
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