Rausgewürfelt beim „Mensch Ärgere Dich Nicht“: Jung & Alt e.V. Wustermark lud zum Turniervormittag ein!
Wenn es denn so etwas wie einen echten Brettspielklassiker gibt, dann ist das „Mensch Ärgere Dich Nicht“. Eine simple Idee, ein klares Ziel und eine gehörige Portion Gehässigkeit und Schadenfreude machen das Spiel so beliebt. Der Jung & Alt e.V. Wustermark hat nun am 21. März zum allerersten Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Turnier in der Region eingeladen: 18 Spieler gingen am Ende an den Start. Weitere Turniere sollen folgen.
Ein buntes Schild vor der Tür machte morgens am 21. März darauf aufmerksam: Hier seid ihr richtig. Der Verein Jung & Alt e.V. Wustermark hatte bereits Wochen vorher die Werbetrommel gerührt, um möglichst viele Mitspielerinnen und Kontrahenten für sein allererstes Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Turnier zu finden.
Das wurde im Immanuel Seniorenzentrum Elstal ausgetragen, sodass viele Bewohner aus dem Zentrum nur wenige Schritte gehen mussten, um am Turnier teilnehmen zu können.
Stephan Neumann ist der Vorsitzende vom Wustermarker Jung & Alt Verein (Mail: jungundaltev@gmail.com). Er sagt: „Wir sind als Verein öfters im Seniorenzentrum zu Gast, um uns einzubringen. Wir spielen Spiele mit den Senioren, gehen mit ihnen spazieren oder helfen bei bürokratischen Dingen. Gerade das Spielen kommt bei den Senioren sehr gut an. So kam es zu der Idee mit dem Turnier. Wir haben das zusammen mit der Einrichtung organisiert und ganz viel Unterstützung bekommen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Immanuel Seniorenzentrum Elstal haben den Raum geschmückt, leckeren Kuchen gebacken und den Kaffee gekocht. Wir haben dafür die Preise besorgt und die Anmeldung der Spieler übernommen. Das war eine supergute Zusammenarbeit.“
Eingeladen zum ersten Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Turnier waren natürlich alle Hausbewohner aus der Senioreneinrichtung, aber auch alle Menschen, die aus der Gemeinde kommen. Stephan Neumann: „Wir haben auch Werbung über Social Media gemacht und im Grunde genommen jeden eingeladen, der Spaß an diesem Brettspiel hat. Unsere Idee ist es natürlich immer, Jung und Alt zusammenzubringen. Bei der Erstauflage des Turniers haben noch deutlich mehr Senioren an den Tischen Platz genommen. Aber das kann sich ja bei einer Wiederholung ändern.“
Morgens um 9:30 Uhr begann das Turnier an einem Samstag, um 12 Uhr sollte es beendet sein – passend zum Mittagessen der Bewohner aus der Einrichtung. In einem kleinen langgezogenen Raum hatten die Veranstalter quadratische Tische aufgestellt und auf ihnen überdimensionierte und sehr schöne Holzbretter für das „Mensch Ärgere Dich Nicht“ bereitgestellt.
18 versierte Spieler hatten sich für den Spielevormittag angemeldet – und sie kamen auch alle zeitversetzt, um am Empfang eine kleine Spende zwischen 2 und 5 Euro als Startgeld abzugeben. So konnten vier Tische mit je vier Spieler „bemannt“ werden. Stephan Neumann: „Wir sind zufrieden, hätten uns aber gern noch mehr Spieler gewünscht. Hätten wir nicht genug Teilnehmer gehabt, um die Tische komplett zu besetzen, wären Vereinsmitglieder von uns eingesprungen. So konnten wir uns aber ganz darauf konzentrieren, Kaffee und Kuchen an die Tische zu bringen.“
Auch beim „Mensch Ärgere Dich Nicht“ gibt es zig Sonderregeln, die beim Spielen für Streitigkeit sorgen können. Um das zu vermeiden, wurden die Regeln im Vorfeld klar benannt. Rauswerfen ist Pflicht. Nach einer Sechs wird noch mal gewürfelt. Der Topf muss zuerst freigemacht werden. Im Haus ist kein Springen erlaubt. Sind alle Figuren im Topf, darf drei Mal gewürfelt werden.
An den Tischen entwickelten sich schnell erbitterte Kämpfe darum, wer seine vier Figuren als erstes aus dem Topf aufs Spielbrett stellen und dann ins sichere Haus führen kann. Unterwegs gab es aber immer wieder ein Gemetzel der 16 bunten Figuren: Der Gegner wurde voller Schadenfreude vom Brett geschlagen, wo es nur möglich war – oft genug direkt vor dem rettenden Häuschen. Gehässig wurde den Unterlegenen beim Schlagen der Figuren auch gern noch ein Spruch gedrückt: „Zuhause ist es doch am schönsten.“ Oder: „Willst du denn gar nicht mitspielen? Du hast ja noch alle Figuren im Topf?“ Oder: „Dein Bedauern darüber, mich geschlagen zu haben, sitzt so tief, dass man es gar nicht sehen kann.“
Manche Spiele dauerten eine Stunde und länger. So ging auf jeden Fall die Idee des Vereins auf, Menschen, die sich vorher gar nicht kannten, miteinander ins Gespräch zu bringen.
Nach zwei bis drei Runden in der gleichen Spielerkonstellation wurden die Gewinner ermittelt – pro Tisch. Für einen ersten Platz gab es vier Punkte, für einen vierten Platz noch einen. Je nach Ranking konnten die Spieler am Ende einen von zahllosen Preisen mit nützlichen Verbrauchsartikeln mit nach Hause nehmen.
Christa Wiedenhöft aus Elstal hatte auch viel Spaß an ihrem Tisch: „Ich spiele sehr gern. Mensch Ärgere Dich Nicht habe ich aber schon ewig nicht mehr gespielt, bestimmt seit Jahrzehnten nicht.“
Das Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Turnier soll nun in Serie gehen. Stephan Neumann: „Wir wollen das Turnier zwei Mal im Jahr anbieten, immer in der dunklen Jahreszeit. Das nächste Mal wird es wohl im Oktober stattfinden. Wir haben bereits Erfahrung mit diesen Turnieren. In der Wustermarker Senioreneinrichtung der Havelland Kliniken richten wir regelmäßig ein Rommé-Turnier aus. Jetzt kam der Wunsch auf, ein Schach-Event anzubieten. Da haben wir auch schon jemanden gefunden, der das umsetzt.“ (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 241 (4/2026).
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