Schritt für Schritt beim 37. Lauf der Sympathie: Zehn Kilometer von Falkensee bis nach Spandau!
Acht Grad, keine Sonne am Himmel, aber auch kein störender Wind und auch kein Nieselregen: Am 15. März war das Wetter den knapp 1.800 Läuferinnen und Läufern ziemlich gleichgültig gegenüber, die beim 37. „Lauf der Sympathie“ antraten. Start war um elf Uhr vor der neuen Stadthalle in Falkensee, der Einlauf konnte ein wenig später vor dem Spandauer Rathaus gefeiert werden. Der schnellste Läufer brauchte ziemlich genau eine halbe Stunde, um die zehn Kilometer Strecke zu meistern.
Im März 1990 ging es los. Damals liefen die allerersten Läufer von Falkensee bis nach Spandau; noch an den alten Grenzanlagen vorbei. Mitten in der noch unsicheren Aufbruchstimmung nach dem Mauerfall und dem Untergang der DDR waren die Sportler in politischer Mission unterwegs: Läuferisch knüpften sie ein Band der Freundschaft zwischen Falkensee im Osten und Spandau im Westen. Dem TSV Falkensee und dem VfV Spandau ist es als Vereinen zu verdanken, dass diese friedlich-schöne Idee Jahr für Jahr wiederholt wird.
Der 37. „Lauf der Sympathie“ (www.laufdersympathie.de) fand in diesem Jahr am 15. März statt. Wie immer nutzen die Läufer die zuvor abgesperrten Straße, um sicher zum Ziel zu laufen; die Polizei kümmerte sich um die Absicherung der Strecke.
Birgit Faber ist der Geschäftsführende Vorstand vom TSV Falkensee. Sie sagte: „In diesem Jahr sind 1.600 Läufer an den Start gegangen. Hinzu kamen noch einmal 250 Läufer für die Staffel. Und 120 Kinder für die Kurzstrecke. Die Teilnehmerzahl war so hoch, weil dieses Mal auch die Berlin-Brandenburgische Meisterschaft über 10 Kilometer mit in den Lauf integriert war. Das ist sonst nicht der Fall. Wir sind froh, dass wir die Anmeldezahlen halten konnten: Die Bahn wird saniert, unser Bahnhof in Falkensee wird derzeit nicht angefahren. Viele Läufer aus Berlin und Brandenburg mussten deswegen umständlich mit dem Bus-Shuttle vom Bahnhof Dallgow zu uns gelangen.“
Der TSV Falkensee hatte sich wieder um den reibungslosen Start gekümmert. Die Läufer konnten sich in der Stadthalle umziehen, ihre Startnummer abholen und noch einmal auf Toilette gehen. Der Sportverein hatte auch wieder einen eigenen Shuttle organisiert, um die Sporttaschen und Rucksäcke der Läufer vorauseilend nach Spandau zu fahren.
Birgit Faber: „Für mich ist der Lauf der Sympathie weiterhin eine wahnsinnig wichtige Veranstaltung. Diese Brücke der Sympathie ist in den unsicheren Zeiten, in denen wir leben, wichtiger denn je. Wir leben hier das Miteinander, stellen zusammen eine friedliche Veranstaltung auf die Beine und zeigen, wie Sport die Gesellschaft im Kern zusammenhält.“
Vom TSV selbst waren wieder viele Läufer an den Start gegangen, darunter neben den Leichtathleten auch Crossfitter. Bewundernswert: Ronald Fink darf nun von sich behaupten, jeden einzelnen der 37 bislang stattgefundenen Läufe begonnen und gemeistert zu haben.
Jan Pollmann, Falkenseer und ehemaliger Bürgermeister-Kandidat, bringt es immerhin schon auf vier Teilnahmen: „Das kühle Wetter war für mich perfekt. Ich mag es gar nicht, wenn es so warm ist. Am schlimmsten an den zehn Kilometern ist immer der Anfang, weil man weiß, was noch alles vor einem liegt. In der Mitte zieht es dann bereits überall im Körper ein bisschen. Aber wenn man das überwunden hat, schafft man auch den Rest. Ein Runner’s High habe ich auf den zehn Kilometern noch nie erlebt. Aber es ist schon ein tolles Gefühl, ins Ziel einzulaufen.“
Spandaus Bürgermeister Frank Bewig war extra nach Falkensee gekommen, um den Lauf zusammen mit Falkensees Dezernentin Luise Janssen zu starten. Um Punkt elf Uhr ließen sie die Pistole krachen – und mussten dann zusehen, dass sie den ambitionierten Läufern nicht im Weg standen, die im Tunnelblick nur eine Richtung kannten – ab nach Spandau!
Auch Frank Bewig sieht im „Lauf der Sympathie“ ganz viel Symbolik: „Wir müssen wieder anknüpfen an die Euphorie, die wir damals hatten. Der Mauerfall, das Zusammenwachsen zwischen Brandenburg und Berlin und zwischen Falkensee und Spandau. Wir müssen zusammenrücken. Ich hatte aber tatsächlich vor Ort das Gefühl, dass die Läufer sich hier alle als eine einzige große Gemeinschaft sehen, der es völlig egal ist, wer von wo kommt.“
Wie lange braucht man in Turnschuhen, um zehn Kilometer zu laufen? Bei den Herren preschte Fabian Bock vom Berliner SV 1892 in 30:46 Minuten ins Ziel. Schnellste Frau war Anja Krüger vom SCC Berlin mit einer Zeit von 35:15 Minuten. Es gab 1.241 Finisher. (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 241 (4/2026).
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