Von Grünefeld nach Paaren: 2.100 Meter der rumpeligen L16 werden endlich saniert!
Wer aus einer Kanne Milch echte Butter machen möchte, braucht mit ihr nur über die L16 zu fahren. Die Landesstraße gilt in Schönwalde-Glien als ungeliebte Rumpelpiste, die jede Menge Schlaglöcher in der zerbröselnden Asphaltdecke zu bieten hat. Nachdem bereits ein erstes Teilstück von Börnicke (Nauen) bis nach Grünefeld (Schönwalde-Glien) kernsaniert wurde, geht es nun endlich weiter – mit 2.100 Metern Straße von Grünefeld bis Paaren.
Die Landesstraße L16 schneidet weit durch das östliche Havelland. Ab der Steinernen Brücke an der Grenze zu Berlin schlängelt sie sich durch Schönwalde-Siedlung, überquert an der Tankstelle den Kanal, führt mitten durch den Wald am Klärwerk und an Wansdorf vorbei bis nach Paaren, schlägt dort einen Haken, passiert Grünefeld und führt über Börnicke hinaus weiter bis nach Fehrbellin.
Der Zustand der L16 steht schon lange im Zentrum der Aufmerksamkeit der Autofahrer, die über die löchrige Straße fahren müssen. Vor allem die Strecke durch den Wald gilt als unebene Rumpelstrecke, die beim Fahren die volle Aufmerksamkeit einfordert. Schon lange bitten insbesondere die betroffenen Schönwalder um eine umfassende Sanierung der Strecke.
Doch das L steht für Landesstraße. Verantwortlich für eine Ausbesserung der Streckenführung ist damit nicht die Gemeinde Schönwalde-Glien, sondern das Land Brandenburg. Ganz konkret kümmert sich der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg um die Planung und Umsetzung dieser Arbeiten.
Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme erinnert sich: „Am 7. Mai 1994 wurde die L16 an der Steinernen Brücke erstmals nach dem Mauerfall wieder für den motorisierten Individualverkehr zwischen Berlin und dem Havelland geöffnet. Vorher war dieser Übergang gesperrt. Als Bürgermeister habe ich aber mich bereits seit 1993, also noch vor der Verkehrsöffnung nach Berlin, für die Sanierung der Strecke eingesetzt. Seit Jahrzehnten setze ich mich dafür ein, dass die L16 endlich grundhaft angefasst wird.“
Nun hat das Land seine Landesstraße endlich im Blick. Der Ausbau beginnt aber tatsächlich zunächst von der anderen Seite aus. Die Strecke von Börnicke nach Grünefeld wurde bereits ausgebaut. Nun geht es weiter mit dem 2.100 Meter langen Straßenabschnitt zwischen dem Ortsschild Grünefeld und dem Ortsteil Paaren.
Die Straße ist an dieser Stelle sehr schmal. Trotzdem ist diese Verbindung für die Menschen in der Region essenziell. Die Bewohner von Grünefeld benutzen sie, um in die Siedlung zu gelangen, um einkaufen zu gehen oder um als Pendler nach Berlin zum Arbeiten zu gelangen. Auch der Wirtschaftsverkehr nutzt diese Straße intensiv.
Am 10. März fand nun der erste Spatenstich für den Ausbau des neuen Straßenabschnittes statt.
Matthäi kümmert sich als Firma um die Arbeiten auf dem Streckenabschnitt. Rüdiger Seifert ist Niederlassungsleiter der Matthäi-Zweigstelle in Velten und damit verantwortlich für Bauprojekte der Firma in der Region Brandenburg/Berlin. Er erklärt: „Wir erneuern die Straße auf 2.100 Metern Länge grundhaft, nehmen sie also komplett auf und bauen sie neu, sodass sie auch wirklich lange hält. Dabei wird die Straße an dieser Stelle auf 6,50 Meter verbreitert. Die Bäume, die jetzt noch neben der Straße stehen, bleiben stehen.“
Die neue Straße bekommt zur Entwässerung Mulden auf beiden Seiten, vor den Mulden wird als Bankett ein Rasenschotter ausgebracht. Zur Verkehrsberuhigung wird es zwei Ortseingangsinseln geben, eine vor Grünefeld, eine vor Paaren. Die Ortseingangsinseln bekommen eine LED-Beleuchtung, das gilt auch für die Bushaltestelle in Höhe der Kirschallee.
Ein Fahrradweg entlang der Strecke ist möglich und auch angedacht, aber noch nicht konkret in Auftrag gegeben. Was viele Radfahrer bedauern.
Während der Baumaßnahme wird die L16 zwischen Paaren und Grünefeld vollständig gesperrt. Der Kienberger Weg in Paaren bleibt aus südlicher Richtung befahrbar. Der ÖPNV wird umgeleitet, der Autoverkehr wird eine Umleitung über Nauen in Kauf nehmen müssen. Unmittelbare Anlieger, Rettungsdienste und Einsatzkräfte sollen die Baustelle weiter befahren dürfen – allerdings unter Beachtung des aktuellen Baufortschritts.
Die Arbeiten am Streckenabschnitt Grünefeld-Paaren sollen voraussichtlich bis August diesen Jahres abgeschlossen werden.
Bodo Oehme: „Die Baumaßnahmen werden auch das Festival ‚Nation of Gondwana‘ beeinflussen, das ja immer mit 10.000 Besuchern im Juli am Kiessee von Grünefeld stattfindet. Die Gäste werden dann leider nicht von Paaren aus über die L16 zum Festivalgelände fahren können, sondern müssen ‚hintenrum‘ über den Weinberg anreisen.“
Viele Havelländer fragen sich nun: Wie geht es denn weiter mit der L16, vor allem mit der desolaten Strecke durch den Wald. Dazu heißt es offiziell: „Die Arbeiten entlang der L16 erfolgen abschnittsweise. Weitere Bauphasen auf der Strecke sind vorgesehen.“
Bodo Oehme drückt es konkreter aus: „Ich freue mich, wenn demnächst die Ortsdurchfahrt Pausin an die Reihe kommt, vielleicht sogar noch zum Ende des Jahres. Ansonsten eben ein bisschen später. Die Planungen schließen zurzeit auch die L16 durch den Wald bis hoch in Richtung Schönwalde-Kanalbrücke ein. Die Frage ist dabei nur: Für welchen Straßenabschnitt werden die Planung und alle Abstimmungen schneller abgeschlossen sein? Aber das jetzt endlich gebaut wird, steht außer Frage.“
Nach der Straßenbedarfsplanung ist zumindest auf dem Papier auch ein Radweg vorgesehen. Bodo Oehme: „Hier müssen wir als Gemeinde als Zuarbeit nun ein eigenes Radkonzept erstellen.“ (Text/Fotos: CS)
Dieser Artikel stammt aus „Unser Havelland“ Ausgabe 241 (4/2026).
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